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Elefanten enteisen die Flugzeuge in Weeze

05.01.2010 | 18:13 Uhr
Elefanten enteisen die Flugzeuge in Weeze

Weeze. Es ist Elefantenwetter! Frost, Nebel, Schnee – da brauchen die Piloten am Flughafen Weeze tierische Hilfe. „Elefant” wird das Fahrzeug genannt, das mit seinem neun Meter langen Rüssel aus Metall und literweise Chemie Schnee und Eis vom Flugzeug entfernt.

Winter am Airport Weeze hat nichts mit Schnee schippen vor der Haustüre zu tun. Ein gewaltiger logistischer Akt, technisches Gerät und jede Menge Helfer sind nötig, damit die Fluggäste ans Ziel kommen.

Eisbären und Ameisensäure

Zum Beispiel die 168 Passagiere, die von Weeze nach Girona reisten. Als sie um 12.30 Uhr der spanischen Sonne entgegen flogen, war Sebastian Schneider schon seit mehr als sieben Stunden auf der Piste. Mit dicker Wollmütze über den Ohren ist der Flughafen-Mitarbeiter um fünf Uhr früh in das „Kehrblasgerät” mit dem ebenfalls tierischen Namen „Eisbär 4” gestiegen, um die Rollbahn vom Schnee zu befreien.

„Wenn Sie nicht sofort damit anfangen, kriegen Sie den Schnee nicht mehr weg”, sagt Ernst van den Berg, der für den Winterdienst des Flughafens zuständig ist. Das heißt: Auch wenn nachts kein Flugzeug startet, wird geräumt, sobald das erste Schneeflöckchen fällt. Insgesamt 230 000 Quadratmeter Flughafengelände müssen rutschfrei gehalten werden. Dafür sorgen acht Mitarbeiter mit sechs Geräten, die Schnee wegblasen, schieben, kehren und Enteisungsmittel versprühen.

Nicht nur mit Eisbären und Elefanten, auch mit Ameisensäure wird den Piloten der Weg frei gemacht. Jede Stunde überprüfen die Helfer am Flughafen mit einem „Bremswert-Messer”, wie glatt die Rollbahn ist. Ist sie zu rutschig, wird der biologische Enteiser gesprüht.

15 bis 20 Minuten Verspätung

Weniger harmlos ist das Mittel, das die Flugzeuge eisfrei macht. Diesen Teil des Winterdienstes übernimmt die private Dienstleistungsfirma „Serve2fly” für den Flughafen. Sie arbeitet direkt an den Maschinen – mit den Elefanten. In ihren Rüsseln haben die Fahrzeuge einen starken Enteiser, der im Idealfall dafür sorgt, dass sich auf den Flugzeugen bis zum Start kein neues Eis bildet.

Heute Morgen hat das nicht immer geklappt, weil die Piloten zu lange auf den Start warten mussten. „Drei Maschinen mussten zweimal enteist werden”, sagt Joe Sweetsir, Betriebsleiter von „Serve2fly”. Schuld waren Verspätungen durch den Schnee und die frostigen Temperaturen am Morgen. Im Schnitt starten und landen die Flugzeuge durch den Winterdienst zurzeit 15 bis 20 Minuten später.

Mit der Hand an der Tragfläche

Um die Mittagszeit musste dann nicht mehr jede Maschine enteist werden. Der Pilot des Flugzeugs nach Girona konnte mit den bloßen Augen kein Eis erkennen. Zur Sicherheit ließ er sich mit dem Gepäckförderband zur Tragfläche hochhieven, fühlte mit der nackten Hand nach – und orderte dann doch den Enteisungs-Service.

Die Brüder Faik und Igor Selimi bedienten den „Elefanten”. Dabei bekamen sie keine kalten Finger. Während Igor fuhr, steuerte Faik wie ein Kranfahrer den Rüssel. 283 Liter Enteiser gemischt mit 103 Litern heißem Wasser ließen den Flieger sicher nach Spanien abheben.

Julia Müller

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