Ist Frau aus Herne eine „Prügel-Mutter“?
16.08.2012 | 18:51 Uhr 2012-08-16T18:51:00+0200
Bochum/Herne. Prozessauftakt vor dem Landgericht Bochum: Eine 38-Jährige Frau aus Herne soll ihre Kinder wiederholt brutal geschlagen haben. Die Staatsanwaltschaft hat insgesamt 161 Fälle von Misshandlung aufgelistet.
Wenn die Vorwürfe stimmen, dann muss diese Mutter ihre Kinder fast schon gehasst haben: In Bochum hat am Donnerstag der Prozess gegen eine 38-Jährige Hernerin begonnen. Sie soll ihre Kinder geschlagen haben, unter anderem ihre geistig behinderte Tochter mit einem Gummischlauch. Sie selbst streitet alles ab.
Sechs Kinder hat sie, das jüngste ist ein Jahr alt. „Natürlich ist es nicht leicht, allen Kindern gerecht zu werden“, sagte die 38-Jährige den Richtern. „Aber ich habe meine Kinder nicht geschlagen – nicht mit Gegenständen.“ Genau das sieht die Staatsanwaltschaft jedoch anders. Sie hat 161 (!) Fälle von Kindesmisshandlung aufgelistet. Vor allem zwei Mädchen sollen immer wieder verprügelt worden sein.
„Spätestens seit 2004 züchtigte sie ihre Kinder, fügte ihnen Schmerzen und Verletzungen zu“, heißt es in der Anklageschrift. Und: „Sie schlug mit einem Gummischlauch auf die Beine der Tochter ein, als diese mit ihrer Schwester auf dem Boden lag.“ Einmal soll die Angeklagte auch mit einem Stock zugeschlagen haben – auf Oberarme und Knie. Die Schläge waren laut Anklage so hart, dass sich eines der Mädchen übergeben musste.
Lehrerin fielen blaue Flecke auf
Tatorte waren angeblich die beiden Wohnungen der Familie unweit der Herner Fußgängerzone und eine Bochumer U-Bahn-Station. Dort soll die Angeklagte eine ihrer Töchter fast auf die Gleise gestoßen haben. Ein Passant hatte sie angeblich gerade noch aufgefangen.
Einer Lehrerin waren die vielen blauen Flecke an den Beinen der Kinder beim Schwimmunterricht aufgefallen. Sie alarmierte das Jugendamt, dann übernahm die Polizei. Im Prozess erklärte die Mutter die Hautverfärbungen mit einer angeblichen Neurodermitis ihrer Tochter.
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13:09
Das hört sich nicht nach einen Klaps an. Kinder müssen vor Prügel und Misshandlungen geschützt werden, sonst artet es noch mehr aus. Sterben nicht genug Kinder durch unfähige Eltern? Außerdem kann man glaube ich gut unterscheiden zwischen blauen Flecken vom Spielen, oder die von Prügel und Misshandlungen.
23:43
Ach du meine Güte!
Wenn ich bedenke, wie oft meine Geschwister und ich mit blauen Flecken in die Schule gegangen sind, muss ich ja schon froh sein, dass meine arme Mutter nicht verhaftet worden ist.
Die blauen Flecke hat nämlich nicht sie uns zugefügt; das waren Zeichen einer unbeschwerten Kindheit. Klettern auf Bäumen; Mutproben im Wald, Rollschuhlaufen ohne Knieschoner und Helm.
Statt vor Gericht zu zerren, sollte man dieser 6-fach Mutter lieber Unterstützung anbieten. Wofür ist das Jugendamt eigentlich da? Eine Fachkraft, die tagtäglich nach dem Rechten sieht und für die Belange von Mutter und Kindern zuständig, würde mehr bringen, als irgendeine juristische Strafe.
Schade übrigens, dass nichts über den Verbleib der Kinder berichtet wird.
Schön das Sie diesen mutmasslichen Kindesmissbrauch so rechtfertigen. Vielleicht sollten Sie sich als Rechtsanwalt (und Lebenshilfe) der armen Frau zur Verfügung stellen.