Gäste und Caterer streiten über abgegrastes Buffet in Herne
22.01.2013 | 17:33 Uhr 2013-01-22T17:33:00+0100
Herne. Bei einer Großveranstaltung im Herner Kulturzentrum für mehrere hundert Mediziner wurde das Essen knapp. Eine WAZ-Leserin bemängelt das fehlende Essen und zu lange Wartezeiten vor dem Buffet. Der Caterer stellt dagegen, dass genug Essen vor Ort gewesen wäre. Er bemängelt das ungehobelte Verhalten der Gäste.
Gab es bei einer Großveranstaltung mit angehenden Medizinern im Kulturzentrum (Kuz) ausreichend Essen für alle Fest-Besucher? Oder waren die Gäste schlicht zu gierig? Fakt ist: Hier gehen die Meinungen deutlich auseinander. Und Fakt ist auch: Es kam zu einem deutlichen Engpass bei den angebotenen Speisen.
Der Reihe nach: Frisch gebackene Ärzte der Bochumer Ruhr-Uni wurden nun bei einer Gala im Kuz feierlich ins Berufsleben verabschiedet; mit von der Partie waren auch die Angehörigen. Zum Rahmenprogramm gehörte unter anderem ein Buffet mit Vor- und Hauptspeisen, außerdem ein Sekt-Empfang. Summa summarum kostete der Abend 35 Euro pro Person.
Stundenlang Schlangestehen
An dieser Stelle nun scheiden sich die Geister. Der Abend, beklagt WAZ-Leserin Ulrike Buschmeier, sei vom zuständigen Caterer ruiniert worden. Nachdem das Buffet um 19.45 Uhr eröffnet worden sei, hätten sich vor den beiden Anlaufstellen lange Schlangen gebildet, die durch den gesamten Saal gereicht hätten. An ein entspanntes Essen mit den Angehörigen, kritisiert die Mutter eines Absolventen, sei deshalb deshalb nicht mehr zu denken gewesen.
Um 20.10 Uhr, berichtet sie, habe sie sich angestellt – um gegen 21 Uhr vor leer gefegten Platten zu stehen. Vorspeisen und Salate seien da schon aus gewesen, warmes Essen, so eine Servicekraft auf Nachfrage, würde aber nachgereicht. Das stimmte auch: Kurz vor halb zehn sei sie mit einem prall gefüllten Teller zurück gewesen an ihrem Tisch – aber ohne Vorspeisen und ohne rechten Appetit. Der, fügt die 56-Jährige an, sei ihr „im Laufe der vorangegangenen Stunde verloren gegangen“, genau wie zahlreichen anderen Gästen auch.
Publikum sehr ungehobelt
Caterer Karl-Heinz Gerdes weist jede Schuld an dem Engpass von sich. Besucher, sagt er auf Anfrage der WAZ, seien schon beim Sekt-Empfang so gierig gewesen, dass er den Ausschank habe abbrechen müssen. Flaschenweise hätten Gäste den Sekt geordert. Das habe sich dann Buffet nahtlos fortgesetzt: „Das war kein essen, das war fressen“, schimpft der 61-Jährige. Und: „Die haben sich die Teller vorne und hinten bis obenhin vollgeknallt.“ Über viele Jahre habe er Tausende Buffets veranstaltet, so etwas wie bei der Abschluss-Veranstaltung für die Mediziner „habe ich aber noch nie erlebt“.
Für den Abend, stellt er klar, habe er ausreichend Essen für die mehreren hundert Besucher vorgehalten. So habe er etwa 720 Portionen Lachs und 50 Kilo Fleisch eingekauft. Und natürlich habe er nachgelegt, aber das, betont Gerdes, „braucht seine Zeit“. Das Publikum, kritisiert er, sei „sehr ungehobelt“ aufgetreten.
21:21
das ist treibt mir die zornesröte ins gesicht ,und wer darf es am ende bezahlen? genau, der kleine mann!
wissen sie was das ist? lügen tuen die. das sind die.
02:49
Darüber lächelt der Kenner weise. ;-)
Genau DAS ist uns in der Bochumer Uni passiert, als unser Sohn feierlich seine Urkunde für´s abgeschlossene Studium überreicht bekam.
SO ETWAS HABEN WIR WIRKLICH NOCH NIE ERLEBT, was sich dann am Buffet abgespielt hat. Ungehobelt ist noch gelinde ausgedrückt; das war ein Drängeln, stoßen und grapschen, dass uns schlecht geworden ist. Wir haben dann gewartet, bis sich die Menschentraube gelichtet hatte und... standen vor einem total abgegrasten Buffet.
Nie wieder würden wir zu so einer Veranstaltung gehen; ein Zoobesuch ist kultivierter. ;-)
23:29
Wenn ich 30 min oder mehr für das Essen anstehen muss nehme ich lieber etwas mehr um mir die Tortur nicht noch ein weiteres Mal antun zu müssen. Zwischenzeitlich wäre das eh nicht möglich gewesen, da der Nachschub sehr sehr lange auf sich warten ließ.
Geschmeckt hat das Essen, wobei keine kulinarischen Höchstleistungen dargeboten wurden.
Für zukünftige Veranstaltungen bei solch einer großen Besucherzahl würde ich Herrn Gerdes raten, das Buffet auf mehrere Räume aufzuteilen um die Menschenmassen zu entzerren und eine schnellere Abwicklung zu gewährleisten. Oder einen Fremdunternehmer beauftragen der Herr der Lage ist.
Insgesamt bin ich empört über Herrn Gerdes Aussagen über seine Gäste und schäme mich als Hernerin den weit angereisten Gästen gegenüber für diesen schlechten Service. Das hat kein gutes Licht auf das KUZ geworfen.
(Meinen Abi-Ball habe ich übrigens auch im KUZ gefeiert (etwa 150 Personen), da gab es nichts zu meckern)
23:20
Guten Abend.
Ich selbst habe als Hernerin und Angehörige eines Absolventen an dieser Feier teilgenommen. Insgesamt belief sich die Personenzahl auf etwa 500.
Ich bin ehrlich gesagt schwer entsetzt über diesen Artikel, besser gesagt über die Beschimpfungen des Caterers den Gästen gegenüber.
Die hungrigen Teilnehmer mussten teilweise über 30 min in einer der beiden Anstellschlangen (vom Eingang bis in die Mitte das Saales) zu den zwei Ausgabestationen warten um an etwas Essbares zu kommen. Leider waren die zu wenigen Ausgabestationen teilweise nur mit einer Person besetzt, sodass der ganze Vorgang noch länger andauerte.
Einmal am Büffet angelangt wurde das ausgegebene Essen sogar rationiert, die Aussage der Bedienung lautete :Der Lachs ist knapp!
Dazu muss man sagen, dass von einem "Fressen" in keinster Weise die Rede sein konnte. Was ich auf den Tellern der anderen Gäste sah überstieg die normalen Mengen nicht. Und selbst wenn, wer könnte es Ihnen verdenken?
20:36
Wunderbar! Die meisten Kommentare hier gefallen mir sehr gut! Ich kenne Herrn Gerdes und seine Mitarbeiter auch nur als äußerst zuvorkommend! Das Buffet war bislang immer mehr als ausreichend und dafür günstig! Nur wenn es Gäste gibt, die dem Film "Das große Fressen" nacheifern wollen, könnte das Essen sicher auch mal knapp werden.
Ja,es ist doch immer wieder auffallend, welche soziale Schicht nicht unbedingt das gute Benehmen als wertvoll ansieht!
Vielleicht gibt es aber wirklich wichtigeres, was man in den Zeitungen lesen sollte......
18:12
Diese Geschichte ist der WAZ einen Artikel wert???
Unfassbar!!!
Aber irgendwie muss man die Seiten ja vollkriegen.
Ob es auch einen Artikel gibt, wenn sich ein Abonnent der Printausgabe über Seitenschinderei beschwert? Ich melde mich da schon mal an.
16:11
Was ist das für eine Aussage?
Bei einer Großveranstaltung im Herner Kulturzentrum für mehrere hundert Mediziner...
300, 400, 500 oder mehr?
Nachdem das Buffet um 19.45 Uhr eröffnet worden sei, hätten sich vor den beiden Anlaufstellen lange Schlangen gebildet, die durch den gesamten Saal gereicht hätten.
Zwei Anlaufstellen mit einer oder mit zwei Ausgabestationen?
Für den Abend, stellt er klar, habe er ausreichend Essen für die mehreren hundert Besucher vorgehalten. So habe er etwa 720 Portionen Lachs und 50 Kilo Fleisch eingekauft.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Caterer die genaue Anzahl der Gäste nicht kennt.
Bei 50 kg Fleisch bleiben 40 kg übrig (Parieren, Bratverlust). Dagegen 720 Portionen Lachs. Wurde vom Auftraggeber mehr Fisch als Fleisch gewünscht?
Wie gesagt, mit solchen Informationen kann man gar nichts anfangen. Man kann nur Polemik oder Spekulationen betreiben.
15:25
Ich habe in den letzten Jahren schon an vielen Veranstaltungen mit Buffet im Kulturzentrum teilgenommen. Das Buffet war immer hervorragend und reichlich, ständig wurde nachgelegt.Auch im Bekanntenkreis gab es noch nie Beschwerden.Gerade der Caterer Karl-Heinz-Gerdes ist für seine Großzügigkeit und gute Küche, auch in der "Zille" über die Stadtgrenzen Hernes bekannt.
Mit freundlichen Grüßen,
Klaus Batkowski
12:50
50 Kilo Fleisch für "mehrere" Hundert Personen. Bei 500 Personen wären das 100 Gramm pro Person.
Also als üppig würde ich das nicht gerade bezeichnen.
11:28
So ist es heutzutage nunmal - dreist gewinnt. Ohne den jungen Medizinern zu nahe treten zu wollen, aber es gibt auch dreiste Ärzte ohne Manieren. Aber davon mal abgesehen - es waren ja auch noch andere Gäste im Kulturzentrum, die nicht Mediziner sind. Schade, dass der Caterer nur mit "Essern" und nicht mit "Fressern" geplant hat.