Friedensdorf-Leiter Ronald Gegenfurtner ist tot
11.09.2009 | 18:18 Uhr 2009-09-11T18:18:00+0200
Dinslaken/Oberhausen. Ronald Gegenfurtner, der Leiter des Friedensdorfs Oberhausen ist tot. Er starb nach schwerer Krankheit im Alter von 58 Jahren. 38 Jahre lang war Gegenfurtner für das Friedensdorf tätig.
„Da geht eine Institution”, das war die spontane Reaktion der Dinslakener Bürgermeisterin Sabine Weiss, als sie vom Tod des Friedensdorf-Leiters Ronald Gegenfurtner erfuhr. Gegenfurtner ist in der Nacht zu Freitag einer schweren Krebserkrankung erlegen; er wurde nur 58 Jahre alt.
„Sein Name bleibt mit der erfolgreichen Entwicklung, der hohen internationalen Anerkennung und der leider für viele Kinder immer noch überlebenswichtigen Arbeit des Friedensdorfs für immer untrennbar verbunden”, sagte Oberhausens Oberbürgermeister Klaus Wehling. Für Wehling war Gegenfurtner ein „unermüdlicher und selbstloser Kämpfer für eine friedvollere Welt.”
„Opfer verlieren Anwalt”
„Die schlimme Nachricht macht mich ein wenig sprachlos”, gestand Sabine Weiss. Jetzt könne man nur hoffen, dass die Arbeit des Friedensdorfes so weitergeführt werden wie bisher. „Ich kenne kaum eine bessere Arbeit als die des Friedensdorfes. Ich danke Ronald Gegenfurtner für all das, was er geleistet hat”, sagte die Bürgermeisterin. OB Wehling zeigte sich davon überzeugt, dass das Friedensdorf-Team Gegenfurtners erfolgreiche Arbeit fortsetzen wird. Dennoch hätten „die unschuldigen Opfer von Krieg und Krisen in vielen Ländern der Welt viel zu früh einen engagierten Anwalt ihrer Interessen verloren”.
Dinslaken ist seit Oktober 1995 der Sitz der Zentralstelle der Organisation „Friedensdorf International”; das eigentliche Friedensdorf befindet sich bekanntlich im Oberhausener Stadtteil Schmachtendorf. Gegründet wurde die „Aktion Friedensdorf” im Juni/Juli 1967; Anlass war der Sechs-Tage-Krieg im Nahen Osten. Im Dezember 1967 kamen die ersten verletzten Kinder ins Dorf. Im September 2002 ermöglichten Spenden den Start der „Revitalisierung” (Umbau, Renovierung und Erweiterung) des Friedensdorfes an der „Rua Hiroshima” in Schmachtendorf.
Bis zuletzt engagiert
Gegenfurtner war 38 Jahre für das Friedensdorf tätig, anfangs als Zivildienstleistender und Ehrenamtler. In den letzten 26 Jahren leitete er die Kinderhilfsorganisation. Für seine Leistungen erhielt er 1991 das Bundesverdienstkreuz am Bande; 1999 wurde er Ehrenbürger des Landes Georgien im Kaukasus. Trotz seiner schweren Erkrankung habe er sich bis zuletzt mit aller Kraft für die Belange des Dorfes eingesetzt, so Friedensdorf-Pressesprecherin Heike Bruckmann.
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