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Hilfe für Sri Lanka

Die Zukunft ein wenig gesichert

20.02.2010 | 09:00 Uhr
Die Zukunft ein wenig gesichert

Dinslaken. 26 Stunden war Awo-Chef Willi Brechling mal wieder unterwegs. Mit dem Auto, dem Zug, dem Flugzeug und schließlich dem Bus. Wie in jedem Jahr zog es ihn wieder nach Sri Lanka zu seinen Schützlingen Ishara (Foto) und Annamaria.

Genauer genommen sind die beiden kleinen Mädchen die Patenkinder vieler ungenannter Dinslakener, die mit ihren Spenden die Zukunft der beiden Mädchen im krisengeschüttelten Sri Lanka ein wenig sichern.

Fast fünf Jahre alt ist Ishara inzwischen, das Kind des Tsunamis sozusagen. Denn ihre Mutter war damals, als die große Welle kam, mit ihr schwanger. Die ganze Existenzgrundlage der Familie war in den verheerenden Fluten untergegangen. Willi Brechling, der bereits seit Jahren seinen Urlaub auf Sri Lanka verbringt, konnte damals nicht tatenlos zusehen. Denn im Laufe der Jahre hatten sich in seinem Urlaubsort Freundschaften zu den Einheimischen entwickelt. Und einer dieser Freunde war eben Koralolage Thushara, der Vater der kleinen Ishara. Dank der Hilfe aus Dinslaken sattelte der ehemalige Fischer um und fährt seitdem einen TucTuc, ein Dreiradtaxi.

Selbst gepflückter

Willkommensstrauß

Bereits eine halbe Stunde nach seiner Ankunft im Hotel besuchte ihn die Familie im Sonntagsstaat. Beide Kinder mit einem selbst gepflückten Willkommensstrauß in der Hand. Inzwischen hat Ishara alle Scheu vor dem weißhäutigen Mann mit dem Bart verloren und freute sich seit Tagen schon auf die Ankunft ihres „Opas”. Annmaria – sie wird bald zwei Jahre alt – ist da schon skeptischer im Hinblick auf den Fremden. Die Eltern sind natürlich bange in der Erwartung, wie es mit ihrer Unterkunft weitergeht.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Willi Brechling über das Dinslakener Awo-Projekt das Grundstück mit dem alten Haus vom eigentlichen in Colombo wohnenden Großvater gekauft. Neue Eigentümer und im Grundbuch auch so eingetragen sind die beiden Kinder. „In diesem Jahr sollte schon mal die eine Hälfte des Hauses abgebrochen werden”, so Brechling, „und ein neues Haus gebaut werden. Vorübergehend wohnt die Familie in dem jetzt noch stehenden Teil, dass dann später abgerissen wird. An dessen Stelle wird es dann einen Garten geben.”

Brechstangen, Hammer,

Beil und Schaufel

Direkt am ersten Werktag nach Brechlings Ankunft ging es los. Das Dach wurde abgedeckt, die Dachpfannen zur Seite gelegt, denn sie werden auch das neue Haus bedecken. Eine Maschine sollte die Abbrucharbeiten übernehmen, doch Pech: Sie war viel zu breit für den Zugangsweg zum Grundstück. Manneskraft war nun gefragt. Als Werkzeug standen zwei Brechstangen, ein Hammer, ein Beil, eine Schaufel und zwei alte Säcke zum Abtransport des Abraumes zur Verfügung. Da kommt Freude auf ob dieser „herrlichen” Hilfsmittel. Doch auf Sri Lanka lässt man sich nicht so leicht erschüttern. Koralolage Thushara und drei seiner Freunde packten kräftig an. Und weil die Arbeit gleich so gut lief, fällte man mal eben noch drei Bäume mit dem Beil. Die zurechtgesägten Bretter des Baumes werden später als Türzargen gebraucht.

Gute drei Wochen dauerte die Arbeit. Doch endlich, am 3. Februar, konnte mit dem Hausbau begonnen werden. „So hatte es übrigens der Wahrsager festgelegt, nachdem er die Geburtsdaten der Kinder und weitere Konstellationen verglichen hatte”, erzählt Brechling schmunzelnd. Na, vielleicht hilft's ja. „Zwischenzeitlich ist ein guter Baufortschritt zu verzeichnen und die gesamte finanzielle Abwicklung wird von Freunden in Sri Lanka treuhänderisch vorgenommen.”

Und Ishara – sie ist bereits im zweiten Kindergartenjahr und lernt fleißig Englisch. Schmuck sieht sie aus in ihrer Kindergartenuniform. „Soziale Unterschiede”, so Brechling, seien bei der einheitlichen Kleidung nicht mehr zu erkennen. Ein besonders schöner Tag für das Mädchen sei der Besuch ihres Paten im Kindergarten gewesen. Brechling, für jeden Scherz zu haben, zeigte den staunenden Kids, verkleidet mit Zaubererhut, kleine Kunststücke.

Im nächsten Jahr sollen weitere Spendengelder dafür sorgen, dass die Familie sorglos auf ihrem Grundstück und in ihren neuen Haus leben kann. Ein grundüberholtes TucTuc dient weiterhin dem Vater als Erwerbsqquelle. „Damit ist das gesamte Projekt dann abgeschlossen”, berichtet Brechling. Was ihn aber sicherlich nicht hindern wird, einmal im Jahr nach seinen Schützlingen zu sehen. big

Wer helfen möchte, kann sich an Willi Brechling bei der Arbeiterwohlfahrt, Tel. 02064/601725 wenden.

Birgit Gargitter

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