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Gericht

Auffälliges Piercing verriet den Handy-Dieb

16.03.2010 | 16:14 Uhr

Dinslaken. Bis zuletzt stritt ein 22-jähriger Angeklagter aus Voerde ab, mit einem unbekannten Mittäter einem Jugendlichen das Handy abgenommen zu haben. Richter und Jugendschöffen stellten sich bei der Verhandlung zwei Fragen: War er es oder nicht? Und war es Raub oder Diebstahl?

Als im November 2008 zwei Jugendliche aus Voerde abends gegen 19 Uhr auf einer Parkbank Musik aus dem Handy hörten, kamen zwei junge Männer auf sie zu und fragten sie nach „Gras“. Die Jugendlichen verneinten, Drogen zu haben. Darauf forderten die beiden Männer einen der beiden Jüngeren auf, ihm abseits zu einem Gebüsch zu folgen. Dort riss ihm der eine das Handy aus der Hand, entnahm die SIM-Karte, gab sie dem Jugendlichen und das Handy seinem Begleiter.

Beide verschwanden, der bestohlene Jugendliche ging mit seinem Bekannten nach Hause, die Mutter verständigte die Polizei. Während er selbst den Angeklagten von einem Polizeifoto mit 60 bis 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit als Mittäter identifizierte, war sich sein Bekannter ganz sicher: Er sei von dem Mann bereits früher mal aus einem Kleinwagen heraus nach Drogen gefragt worden.

100 Euro Schadenersatz

Der Wagen entsprach nach Typ und Farbe tatsächlich dem des Angeklagten, ebenso stimmte ein auffälliges Piercing. So kam das Gericht zu der Überzeugung, tatsächlich denjenigen vor sich zu haben, der das Handy annahm, nachdem es sein unbekannter Komplize dem Jugendlichen entrissen hatte.

Um Raub habe es sich aber nicht gehandelt, es sei weder Gewalt angewendet noch angedroht worden. Dem 22-Jährigen wurde die Auflage gemacht, 100 Euro Schadensersatz an den bestohlenen Jugendlichen zu überweisen, 30 Sozialstunden zu leisten und die Kosten des Verfahrens zu tragen. Er behielt sich vor, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen.

NRZ


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