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883 Unterschriften für den Kindergarten

19.03.2010 | 00:18 Uhr

Dinslaken. Der Elternrat des katholischen Kindergartens St. Johannes kämpft weiter um den Erhalt eines Kita-Standortes in Eppinghoven: Gestern überreichte eine Delegation von Kindern und Eltern Bürgermeister Michael Heidinger eine Liste mit 883 Unterschriften.

Außerdem haben die engagierten Eltern auch Kontakte zu potenziellen Trägern geknüpft und sogar einen Privatmann gefunden, der ein Erbbaugrundstück im Herzen des Stadtteils für einen möglichen Kita-Neubau anbieten will.

Die Kirchengemeinde St. Vincentius plant, den Kindergarten Auf der Brey zum 31. Juli 2012 zu schließen (die NRZ berichtete). Das Grundstück soll gemeinsam mit dem Bolzplatz und dem Pfarrhaus vermarktet werden.

Diese Pläne stoßen bei den Kindergarten-Eltern auf Widerstand: Im Ortsteil Eppinghoven bestünde laut Kindergartenbedarfsplan auch langfristig der Bedarf für eine Kita, unterstrich Dirk Neuhaus vom Elternrat St. Johannes gestern nochmals im Gespräch mit dem Bürgermeister. Der Erhalt sei auch für die Infrastruktur im Ortsteil wichtig.

Gerne hätten die Eltern es gesehen, wenn das bestehende, rund 40 Jahre alte Gebäude gemäß den aktuellen gesetzlichen Anforderungen zu einer Kita mit Betreuungsangebot für unter Dreijährige ausgebaut werden könnte. Das Problem dabei: Der Standort bietet nur Platz für zwei Gruppen, als wirtschaftlich gelten aber nur Einrichtungen mit mindestens drei Gruppen. Außerdem hat die Kirchengemeinde als Eigentümerin andere Pläne mit dem Grundstück.

Daher haben die Eltern, die für den Kindergarten sogar ein eigenes Konzept erstellt haben, sich nach weiteren Möglichkeiten umgesehen: Ein Privatmann habe ein ganz zentral gelegenes Eppinghovener Grundstück, das sich für die Bebauung mit einem öffentlichen Gebäude eignen soll, angeboten, erklärten die Vertreter gestern. Mit Hilfe von Landesmitteln und Sponsoren wäre aus ihrer Sicht ein Neubau realisierbar.

Bürgermeister will mit
Gemeinde sprechen

Bei möglichen Trägern haben sich die Eltern umgehört und sind dabei auf Interessenten gestoßen. Einer von ihnen ist die Kaiserswerther Diakonie. Ihr Konzept kommt den Vorstellungen der Eltern sehr nahe und orientiert sich an kirchlichen Werten. Zudem wünschen sich die Eltern eine integrative Gruppe, in der behinderte Kinder betreut werden. Weiterer Interessent ist die gemeinnützige Gesellschaft „Outlaw“ aus Greven, auch mit dem hiesigen Caritasverband wurde gesprochen.

Entscheidungen können die Eltern jedoch letztendlich nicht treffen. Bürgermeister Michael Heidinger versicherte der Delegation gestern: „Wir nehmen den Elternwillen sehr ernst“, stellte aber auch gleich klar, dass er keine Versprechungen machen könne. Eine ortsnahe Kindergarten-Versorgung sei aus städtischer Sicht zwar wichtig, doch man müsse auch auf die Wirtschaftlichkeit achten. Er sagte den Eltern zu, zunächst mit der Kirchengemeinde St. Vincentius das Gespräch zu suchen. Er sagte ebenfalls zu, bei den weiteren Beratungen zum Ausbau der Kinderbetreuung die Interessen der Eppinghovener Eltern einfließen zu lassen und Möglichkeiten auszuloten.

Rita Meesters

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