50 Instrumente im Wandel der Zeit
22.12.2008 | 18:07 Uhr 2008-12-22T18:07:24+0100TRADITION. Vorweihnachtlicher Frühschoppen von Pont Neuf bei Holtbrügge kam wieder gut an.
DINSLAKEN. Normalerweise sei das Publikum ja lautstarke Einzüge gewöhnt, wie Volker Bellingröhr am Sonntag bei Holtbrügge betonte. Diesmal ging es bei "Folk am Fierten" zunächst vermeintlich ruhig zu. Und Bellingröhr erzählte, wie Thomas Baumann beinahe amerikanischer Präsident geworden wäre. Die Aussprache sei nur eines von drei Missverständnissen gewesen. Und dann ziehen der Fast-Präsident und sein Minister für Poesie und Ausdruckstanz, Stefan Lücking, doch noch ein. Tradition ist eben Tradition, wie auch der vorweihnachtliche Frühschoppen von Pont Neuf, der in diesem Jahr seine zehnte Auflage erlebte.
Leichtigkeit der Musiker
Und die war nicht nur randvoll mit Musik, sondern auch mit einer Menge Humor und Spaß. Den hatten beide Seiten. Dabei wechseln die Musiker mit Leichtigkeit zwischen ihren zahlreichen, etwa 40 bis 50 Instrumenten, tauschen die Gitarre gegen Flöte, Drehleier, Dudelsack, Trommel oder irgendeinen anderen Gegenstand, mit dem sich Musik machen lässt. Mit Löffeln, zum Beispiel, oder dem Schneebesen auf einem Waschbrett aus den 20er Jahren. Genauso wandelbar wie in Instrumentenwahl und Musikstil erweist sich Pont Neuf in der Sprache: Deutsch, Niederländisch, Englisch, Französisch, Spanisch.
Drehleier und sanfte Trommelschläge
Da erklingt das französische Weihnachtslied "Il est né le divin enfant" und bekommt mit der Drehleier und sanften Trommelschlägen einen mittelalterlichen Klang. Stefan Lücking legt zu einem "niederrheinischen Lied über den Apfelmushandel", wie Thomas Baumann es nannte, eine schier unermüdliche Tanzeinlage aufs Parkett. Und zwei junge Sänger verstärkten das Trio beim Shanty-Projekt.
Wie in jedem Jahr gedachte Pont Neuf auch am Sonntag eines im laufenden Jahr verstorbenen Musikers. In diesem Fall war es mit der Anfang Dezember verstorbenen Sängerin Odetta Holmes eine Musikerin. Bei "Joshua fit the battle of Jericho" kitzelte Pont Neuf beim mitsingenden Publikum die schwarze Seele des Niederrheiners heraus.
"Ich packe meinen Koffer" hieß das Prinzip beim englischen Reihenlied "Twelve days of Christmas", die etwas anderen Vorschläge für Last-minute-Weihnachtsgeschenke.
Langanhaltender Applaus und ein vom Publikum unterstütztes Perkussionsfeuerwerk.
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