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Wittis in der Welt

Hochzeitsplanerin Jeannette-Renée Conrad organisiert traumhafte Feste

07.03.2012 | 13:41 Uhr
Hochzeitsplanerin Jeannette-Renée Conrad organisiert traumhafte Feste

Bad Laasphe/Salzburg. Als der Entschluss gefasst ist, greift Jeannette-Renée Conrad zuerst zum Telefonhörer und ruft ihren Vater in Bad Laasphe an: „Papa, auch wenn du das jetzt vielleicht nicht gut findest, aber es steht fest, ich mache mich selbstständig und werde Hochzeitsplanerin!“ Stille am anderen Ende der Leitung.

Friedhelm Conrad muss das erst einmal verdauen. Doch als er seine Tochter bis zum Schluss angehört hat, weiß auch er, dass es für Jeannette der richtige Weg ist.

Fünf Jahre zuvor, nach ihrer Ausbildung zur Fremdsprachen-Korrespondentin, verlässt Jeannette Conrad ihre Heimatstadt Bad Laasphe und zieht erst nach Düsseldorf, dann nach München und schließlich, der Liebe wegen, nach Salzburg in Österreich. Dort arbeitet sie in einer renommierten Steuerberater-Firma. Jeannette lernt die High Society des Landes kennen. Aber der Job erfüllt sie nicht.

Als die heute 31-Jährige morgens mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, kreuzt sie auf der Straße vor dem Standesamt Schloss Mirabell ein Pärchen in Hochzeitskleid und -anzug. Beide schauen suchend und scheinen hilflos, und das an dem Tag, der eigentlich einer der schönsten in ihren Leben sein sollte.

Von diesem Zeitpunkt an geht der Gedanke nicht mehr aus ihrem Kopf: „Es muss doch jemanden geben, der diesem Pärchen bei der Umsetzung ihrer Vorstellungen und Wünsche für eine Traumhochzeit hilft.“ Nach langer Recherche ist Jeannette klar, dass eine Hochzeitsplanerin mit Niveau im Raum Salzburg fehlt.

Und dann geht es los. Nach nächtelangen Recherchen, Erstellung eines Businessplans und vielen weiteren Vorbereitungen gründet sie die Firma „Prime Moments“. „Sie sind auf der Suche nach einem zuverlässigen Partner für Ihre Hochzeit, der mit Sinn für Stil, Exklusivität und der Liebe zum Detail Ihre Vorstellungen umsetzt und noch übertrifft?“, so steht es auf der Homepage. Doch am Anfang ist es alles Andere als einfach. Jeannette hat ihre gesamten Ersparnisse auf ihren Traum verwendet, aber die erste Hochzeit, die sie planen soll, lässt noch auf sich warten. Nach zwei Monaten ist es soweit, Jeannette muss beweisen, dass sie hält, was auf ihrer Internetseite versprochen ist.

Bei der russisch-orthodoxen Hochzeit läuft alles glatt, auch wenn Jeanette etwas vergessen hat: „Als ich in der Kirche stand, ist mir eingefallen, dass ich keine Kirchenmusiker bestellt hatte. Zum Glück gehörten die dort irgendwie zum Inventar.“

Ortserkundungen

In ihrem ersten Jahr als Hochzeitsplanerin fährt Jeannette mit ihrem kleinen Auto oft weite Strecken, um sich mögliche Hochzeits-Örtlichkeiten anzuschauen. Sie ist in der Schweiz, an der Côte d’Azur und in ganz Österreich unterwegs. Es ist nicht immer leicht, aber ihr Job macht ihr Spaß: „Man kann mit allem Geld verdienen, man muss sich nur dafür begeistern können.“ Die Laaspherin hat in den darauffolgenden Jahren dann nicht nur sich, sondern auch ihre Kunden mit ihrer Arbeit begeistert.

In diesem Jahr plant Jeannette Hochzeiten in Wien, Salzburg, Kapstadt (Südafrika), St. Moritz, Südtirol, Rom und an der Côte d’Azur. Im wahrsten Sinne des Wortes also ein „Witti in der Welt“. Und in den Gesprächen mit ihren Kunden kommt es nicht nur auf die richtige Wahl der Tischkärtchen an: „Man muss sich in Rom oder Monaco genauso gut auskennen wie zu Hause, denn deine Kunden wollen wissen, wo das angesagteste Restaurant oder der schickste Club ist, weil sie einfach selbst schon so viel gesehen haben und immer wieder etwas Besonderes suchen, um ihre Gäste zu überraschen.“

Monate vor der Hochzeit hat Jeannette also schon eine Menge zu tun, auch mit den manchmal sehr anspruchsvollen Kunden: „Du brauchst Nerven wie Drahtseile und musst dabei lächeln. Ein ‚Nein’ wird nicht akzeptiert.“

Vater als Ratgeber

Im vergangenen Jahr hat sich Jeannette ein neues Ziel gesetzt und es dann auch gleich verwirklicht. Sie hat eine Hochzeit in Südafrika vorbereitet und erfolgreich realisiert. Weitere sind in Planung. „Dazu war eine äußerst kreative und gründliche Vorbereitung bei der Auswahl der Mitarbeiter und der Locations erforderlich, die selbstverständlich die Präsenz vor Ort benötigte. Das lief wie ein Drehbuch ab.“ Und mitgenommen hat sie ihren Vater auf die Reise: „Er ist einfach mein Lebensberater, weil er 40 Jahre Geschäfts- und noch mehr Lebenserfahrung hat“. Deshalb geht auch jetzt immer noch der erste Griff zum Telefon, um ihren Vater anzurufen, wenn mal wieder eine wichtige Entscheidung ansteht...

Lisa-Marie Vetter



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