Das aktuelle Wetter Bad Berleburg 9°C
Kurt Weber (77) berichtet aus reichem Erfahrungsschatz von...

Der Bienenstich gehört einfach dazu

29.05.2008 | 20:00 Uhr

Wunderthausen/Diedenshausen. Ein abwechslungsreiches Leben als Imker - 62 Jahre im Dienste der fleißigen Honigsammlerinnen. Im Jahre 1946, als nicht nur der Zucker zur Einfütterung der Bienen rationiert war, hat der 77-jährige Kurt Weber...

Abschied vom langjährigen Vorsitzenden Kurt Weber, der 62 Jahre als Imker gearbeitet hat. Er wurde von Harald Knoche, seinem Nachfolger als Vorsizenden, verabschiedet.

...in Wunderthausen mit der Imkerei angefangen.

Seine ersten Völker hat er von einem Onkel übernommen. Nach ersten eigenen Erfahrungen mit der Bienenhaltung ist er im April 1948 dem Imkerverein Diedenshausen beigetreten. In der Nachkriegszeit waren die Imker verpflichtet, neben einer ordentlichen Bienenführung auch eine ausreichende Honigernte nachzuweisen, um an den Zucker für die Einfütterung ihrer Bienenvölker zu gelangen. Durch eingefangene Schwärme konnte Kurt Weber den Bestand seiner Völker rasch erhöhen.

Bienenvolk am Fahrradlenker festgeschnallt

Nach einem besonders (bienen-)verlustreichen Winter hat er sich dann eines Frühjahres gegen Ende der 1940er Jahre mit dem Fahrrad auf den Weg nach Laasphe begeben, um für Nachschub zu sorgen. In seinem Imkerhut, gut verschnürt und am Lenker seines Rades festgebunden, hat er von dort ein Bienenvolk nach Wunderthausen transportiert. Dieser abenteuerliche Transport ist jedoch in dieser Form nicht zur Nachahmung empfohlen, denn nichts bringt Bienen so sehr in Rage, wie ein unsanfter Transport über die damals noch holprigen Straßen Wittgensteins.

Hönigbienen sind durch die Zucht friedlicher geworden

Abschied vom langjährigen Vorsitzenden Kurt Weber, der 62 Jahre als Imker gearbeitet hat. Er wurde von Harald Knoche, seinem Nachfolger als Vorsizenden, verabschiedet.
HINTERGRUND
36 Jahre im Vorstand

Nach 31 Jahren als Vorsitzender und zuvor 5 Jahren als 2. Vorsitzender hat Kurt Weber den Vorsitz des Imkervereins Diedenshausen an Harald Knoche übergeben. Eine lange Ära erfolgreicher Arbeit im Dienste der Imkerei geht für Kurt Weber mit diesem Wechsel zu Ende. Sein Nachfolger wird versuchen, den Imkerverein Diedenshausen weiter in ruhigen Fahrwassern zu lenken. Ganze 14 Mitglieder zählt der Verein, die sich diesem außergewöhnlichen Hobby widmen. „Im vergangenen Winter haben viele Imkerkollegen herbe Völkerverluste hinnehmen müssen,”so Harald Knoche. Das Jahr 2008 steht im Zeichen des Aufbaus neuer starker Bienenvölker, um im kommenden Jahr die heimische „Tracht”, so nennen die Imker den Nektarfluss der Blütenpflanzen, nutzen zu können und Honig zu ernten. Mit einem Präsent bedankten sich die Vereinskollegen bei ihrem langjährigen Vorsitzenden.

Ab den 1970er Jahren ist er dann regelmäßig mit seinen Bienen „gewandert”. Im Frühjahr, wenn in den Wittgensteiner Bergen noch Schnee geschaufelt werden musste, wurden die Bienenvölker, jetzt allerdings in ihrer verschließbaren Behausung, mit Pkw und Anhänger in wärmere Gefilde transportiert. So hat Kurt Weber manches Pfund fast weißen Rapshonig geerntet, eine Honigspezialität, die in den Höhenlagen Wittgensteins nicht verfügbar ist.

Aber auch diese Transporte waren teilweise abenteuerlich, nicht nur, weil sie immer in der Früh vor Sonnenaufgang oder abends nach Sonnenuntergang durchgeführt werden müssen. Reifenpannen, nicht ganz dichte Bienenkästen oder verlorengegangene Sicherungsgurte haben auf diesen Transporten nicht nur für Spannung, sondern auch für den einen oder anderen Stich gesorgt. „Die gehören ganz einfach dazu, man gewöhnt sich daran”, berichtet Kurt Weber. „Durch große Bemühungen in Zucht und Auslese der Bienenvölker sind die Bienen seit meinen Anfängen jedoch sehr viel sanftmütiger und viel weniger stichlustig geworden.”

Schwärmenden Bienen.

In den 1980er Jahren hat Kurt Weber bis zu 40 Bienenvölker betreut, viele Schwärme ziehen sehen und noch mehr Schwärme eingefangen. Manche riskante Klettertour in Obstbäume oder auf Dachfirste waren hierzu erforderlich. In dieser Phase seiner Imkerei hat er sich intensiv mit der Bienenzucht befasst und vielen jungen Imkern in der Region mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

Nach 36 Jahren Vorstandsarbeit im Imkerverein Diedenshausen wird sich Kurt Weber aber nicht zur Ruhe setzen. „Solange es meine Gesundheit zulässt, werde ich mich meinen Bienen widmen.”

WR Bad Berleburg


Kommentare
Aus dem Ressort
Alte Osterbräuche und lustiges Eier-Rollen in Banfe
Banfe.
Wer von den älteren Erwachsenen denkt nicht gerne an die Osterfeste der Kindheit zurück. Der Duft nach Erde und frischem Grün wehte schon länger durch den Garten; er wurde einem allerdings erst kurz vor Ostern so recht bewusst. An diese Zeiten erinnerte am Karfreitag das Heimatmuseum Banfetal mit...
Unternehmer Dieter Mennekes - Wildnis statt Millionen
Stiftung
Für NRW-Umweltminister Johannes Remmel ist in Wittgenstein der "Startschuss für ein neues Kapitel im Buch der Naturschutzpolitik“gefallen. Unternehmer und Umweltschützer Dieter Mennekes (73) bringt seinen Privatwald in eine Stiftung ein und verzichtet damit wohl auf sechs Millionen Euro.
Dieter Mennekes war schon als Bursche gern im Wald unterwegs
Porträt
Er hat den Urwald in Barbados und Brasilien gesehen und sich für den Erhalt dieser Naturgebiete eingesetzt. Aber immer wieder zog es den heute 73 Jahre alten Dieter Mennekes ins Sauerland zurück. Der Mensch Dieter Mennekes und warum ihm die Einnahmequelle in Heiligenborn nicht so wichtig ist.
Sicherheit ist oberstes Gebot
Wittgenstein/Wunderthause...
Sicherheit hat oberste Priorität, wenn es um das Holz machen geht. Baumfällung und Transport aus dem Bestand sind nicht ungefährlich. Jetzt haben 13 Wittgensteiner einen Lehrgang an der Seilwinde absolviert.
Mit dem „Schnüffler“ unterwegs
Dichtheitsprüfung
In den nächsten Wochen überprüft der Verteilnetzbetreiber Westnetz, ein Tochterunternehmen der RWE, die Gasversorgungsleitungen auf mögliche Undichtigkeiten inklusive aller Hausanschlüsse in Bad Berleburg, Bad Laasphe und Erndtebrück. Das zu überprüfende Gasnetz hat eine Länge von 218 Kilometern.
Umfrage
In der Region Wittgenstein leben „Herr und Frau Mustermann“. Das schreibt Desirèe Linde in einem Beitrag für das „Handelsblatt“ . Die aus Bad Berleburg stammende Autorin bezieht sich auf Ergebnisse aus dem Prognos-Zukunftsatlas 2013. Ist Wittgenstein wirklich Mittelmaß?

In der Region Wittgenstein leben „Herr und Frau Mustermann“. Das schreibt Desirèe Linde in einem Beitrag für das „Handelsblatt“. Die aus Bad Berleburg stammende Autorin bezieht sich auf Ergebnisse aus dem Prognos-Zukunftsatlas 2013. Ist Wittgenstein wirklich Mittelmaß?

So haben unsere Leser abgestimmt

Leider ja. Denn das entspricht den Tatsachen.
34%
Durchschnitt ist immer noch besser als Schlusslicht.
15%
Natur, Wirtschaft, Tourismus und Kultur - da brauchen wir uns wirklich nicht zu verstecken.
40%
Auf Statistiken sollte man ohnehin nichts geben.
11%
177 abgegebene Stimmen
 
Fotos und Videos
Umweltschützer Dieter Mennekes
Bildgalerie
Unternehmer
Tanklaster stürzt in Böschung
Bildgalerie
Unfall
Digitalfunkübung der Feuerwehr
Bildgalerie
Feuerwehr
Wirbelwinde und Flashlions
Bildgalerie
Tanzen