Wir machen den Weg frei
04.01.2010 | 17:47 Uhr 2010-01-04T17:47:00+0100Nicht nur die Stadt, sondern auch die Grundstückbesitzer haben Pflichten, wenn es schneit.
Nichts ist so unbeständig wie die Wettervorhersage. Da mag man Jörg Kachelmann noch so sympathisch finden – wenn Deutschlands bekanntester Fernseh-Wetterfrosch Kältefronten mit eisigen Temperaturen und Schneestürmen aufziehen sieht, dann muss das bitterkalte Alpen-Szenario nicht unbedingt eintreten. Wer sich nun darauf verlassen möchte, weil er es lieber mollig warm mag, der sollte sich ein paar Tage Urlaub nehmen und in die Sonne fliegen. Das würde bestimmt auch gerne der eine oder andere Herr vom Winterdienst der MEG machen – doch angesichts prognostizierter Temperaturen im zweistelligen Minusbereich und anhaltender Schneefälle in den kommenden 14 Tagen dürften sie momentan unter einem Urlaubsstopp leiden.
„So viel Schnee hatten wir in den letzten Jahren nicht”, stöhnt Jürgen Jeppel, Geschäftsführer der Entsorgungsgesellschaft. In der Nacht zu Montag hatten seine Mitarbeiter einen Großeinsatz. Mit 13 Fahrzeugen räumte die Winterflotte die Straßen von der weißen Pracht frei, über die sich im Gegensatz zu den Autofahrern nur spielende Kinder freuten. Richtig Meter machten auch die vier Reinigungs-Kolonnen, die zu Fuß unterwegs waren und die Gehwege von Schnee und Eis befreiten. „Wir haben unsere Pflicht getan”, erklärt Jeppel.
Das bedeutet: Die MEG hat das Pensum geleistet, womit sie von der Stadt Mülheim beauftragt worden ist. Nämlich werktags bis 7 Uhr die öffentlichen Straßen, Wege und Plätze zu räumen (am Wochenende kann auch der Wetterdienst mal zwei Stündchen länger schlafen) und an besonderen Plätzen wie Abgängen von Brücken zu streuen, um die Rutschgefahr zu verringern. Manchen ist dies nicht genug. „Die Stadt müsste mehr tun”, sagt eine Mitarbeiterin eines Blumengeschäftes auf der Schloßstraße, „die Kunden beschweren sich, dass alles vereist ist.” Mit zwei Kolleginnen hat sie gestern Morgen zehn Minuten selbst Schnee beiseite geschippt, mehr als einen kleinen Zugang haben die nicht gemacht”. Nicht unser Problem, sagt Jeppel, das fiele in den Verantwortungsbereich der Hausbesitzer.
Denn nicht nur die Stadt, sondern auch Grundstückseigentümer haben beim Wintereinbruch Pflichten. Die Besitzer (oder die damit beauftragten Mieter) müssen auch vor der eigenen Haustüre kehren. Zwischen 7 und 20 Uhr müssen sich zwei Fußgänger bequem passieren können. Ist der Weg zugefroren, gilt eine Faustregel: Finger weg vom umweltschädlichen Streusalz! Sand, Asche, Split oder Granulat tun's auch. Und wer früher zur Arbeit muss, kann sich nicht aus der Verantwortung stehlen, sondern muss für Ersatz sorgen. Denn sollte ein Passant auf einem nicht von Schnee und Eis befreiten Gehweg zu Fall kommen und sich dabei verletzen, kann dieser privatrechtlich gegen den Eigentümer vorgehen. „Wenn ich mir die Hax'n breche, kann ich klagen”, erklärt Stadtpressesprecher Volker Wiebels, betont aber auch: „Wegbenutzer müssen sich der Witterung entsprechend verhalten und langsam, vortastend gehen.”
Gut 150 des 500 Tonnen großen Salzvorrats hat die MEG in diesem Winter verbraucht. Derzeit können nur Straßenmeistereien nachbestellen. Die Herren vom Winterdienst werden sich wünschen, dass es dazu nicht kommen muss. Wer weiß, vielleicht vertut sich der Kachelmann ja mal wieder . . .

00:23
Warum denn überhaupt Schnee räumen?
Auf einer festgefahrenen oder festgetretenen läuft bzw. fährt es sich hervorragend. Natürlich muss man sich ein wenig an das Wetter anpassen (und nicht umgekehrt).
es gibt auch eine Art Spikes für Schuhe und Winterreifen fürs Auto.
Heißt: Freuen wir uns doch mal darüber, dass richtig Winter ist und fangen wir nicht wieder an, sofort die Natur aufzuräumen. Im Zweifel halt morgens 10 Minuten früher aufstehen, ist kein Problem.
Schweizer und Österreicher lachen sich schlapp über unseren Räumwahn.
23:48
So viel Schnee hatten wir in den letzten Jahren nicht”, stöhnt Jürgen Jeppel - nee vor allem nicht 2009, als man wieder mal den Winter vergass und in Mülheim ne geschlagene Woche gar nix ging!
Und zum Reinigungsergebnis des Großeinsatzes der angeblich 13 Räumfahrzeuge habe ich den bitterbösen Verdacht, dass hier wohl für ein kleines Trinkgeld manche völlig unbedeutende Straße geräumt wurde und dann leider keine Zeit war, sich um B1und B223 sowie einige andere Hauptverkehrsachsen, Buslinien u.a. zu kümmern...
23:40
Mein Gott, da schneits mal und schon wird gestöhnt.
Vor genau einem Jahr gab es doch tatsächlich auch Schnee - Wahnsinn!
Ich frage mich nur, wie die armen Menschen in den Wintersportregionen diese furchtbare Zeit überstehen?! Und dann auch noch vor dem eigenen Geschäft Schnee fegen müssen - o Gott, welch Graus! Da wird halt die Schaufel in die Hand genommen und mal eben Schnee geschaufelt - man kann doch nicht immer auf der einen Seite nach der Stadt rufen und auf der anderen Seite jammern, es werde zuviel Geld ausgegeben. Außerdem tut ein bißchen Bewegung an der frischen Luft gut ;-)
18:04
Wer ist denn für die B1 Richtung Essen zuständig.
Da ist ja mal wieder rein gar nichts gestreut, ganz im Gegensatz zur B1 Richtung Ratingen.
Hauptsache wieder ein verherrlichender Artikel durch die WAZ wie toll die MEG doch ist, lächerlich!