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Viele Sportvereine fühlen sich von Stadt stranguliert

05.03.2012 | 13:00 Uhr
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Viele Sportvereine fühlen sich von Stadt stranguliert
Der Vorstand des Stadtsportverbandes: Wie können Mendener Sportvereine 100 000 Euro schultern?

Menden.   Die meisten Vereinsvertreter empfanden es als regelrecht „strangulierende Kosten-Keule“. Im Sportbereich müssen 100 000 Euro aufgebracht werden. Nicht einmal eisernes Sparen ändert daran noch etwas.

Die meisten Vereinsvertreter empfanden es als regelrecht „strangulierende Kosten-Keule“. Im Sportbereich müssen 100 000 Euro aufgebracht werden. Nicht einmal eisernes Sparen ändert daran noch etwas.

Es war fast schon ein verzweifeltes Ringen. Der Runde Tisch Sport, zum der Stadtsportverband und die WP eingeladen hatten, förderte am Freitagabend im Sportcasino auch ein paradoxes Ergebnis zutage: Es würde nicht einmal etwas nutzen, in der kühlen Jahreszeit die Hallentemperaturen abzusenken. Was in Städten wie Greven gelang, funktioniert in Menden nicht. Uli Menge, Abteilungsleiter Sport, sprach für die Stadt: „Wir haben technisch gar nicht die Möglichkeit, Spareffekte durch eine Temperaturabsenkung zu ermitteln.“

Eine glasklare Erkenntnis macht nunmehr den meisten Mendener Sportvereinen erheblich zu schaffen: Es müssen 100 000 Euro komplett in Geld gegenfinanziert werden.

Besonders gestraft sind die, die viel Kinder- und Jugendarbeit machen

„Besonders bestraft wird, wer viel Kinder- und Jugendarbeit macht“, hieß es etwa seitens eines Großvereins wie der HSG Menden-Lendringsen durch Peter Blankenhagen, aber auch seitens kleinerer Gemeinschaften wie dem Tauchsportverein (TSV) Menden mehrfach im Sportcasino.

So malte Peter Blankenhagen ein düsteres Szenario. „Was die Stadt einfordert, frisst unser komplettes Aufkommen an Mitgliedsbeiträgen auf. Deshalb stellen wir uns die Frage: Können wir angesichts der zu erwartenden Haushaltsdefizite überhaupt noch weitermachen?“

Beitragserhöhungen sind ein sensibles Thema

Größtes Problem deshalb für die mit Abstand meisten Vereinsvorstände: „Erhebliche Beitragserhöhungen sind ein extrem sensibles Thema. „Wir befürchten, dass es nicht nur bei passiven Mitgliedern massenhaft Austritte geben wird“, schilderte etwa TSV-Vorsitzender Martin Gebbing.

Eine für viele bittere Erkenntnis zudem: Selbst ein erhebliches Zurückfahren von Trainings- und Nutzungszeiten führt nicht zur erwünschten Kostenminderung. Denn dann stimmt die Modellrechnung der Stadt (siehe unten) vorn und hinten nicht mehr. Entgelterhöhungen wären unmittelbar die Folge.

Und letztlich führten Michael Mayr (TSV) und Tom Hertwig (Förderverein der HSG Menden-Lendringsen) ein Argument ins Feld, das nicht von der Hand zu weisen ist. „Die Attraktivität der Stadt wird enorm leiden, wenn es bestimmte Vereine beziehungsweise Veranstaltungen nicht mehr gibt.“ Diese bittere Konsequenz könnte sich daher als großer Imageschaden für die Stadt erweisen.

Heinz-Jürgen Czerwinski und Franz Schoo

Kommentare
20.03.2012
12:39
Viele Sportvereine fühlen sich von Stadt stranguliert
von tom_hertwig | #4

Liebe/r H.D.S., ich gehe völlig konform mit Dir! Das Thema ist sehr facettenreich und Deine genannten Argumente und viele weitere auch wurden ja von den Vereinen in der Podiumsdiskussion vorgebracht, wie z.B. Einsparungen bei den Betriebskosten, Bedeutung von Ehrenamt und Jugendarbeit, Integration und besondere Angebote gerade auch für finanziell schwächer gestellte Familien wie z.B. Ferienfreizeiten und... und... und... Das Image-Argument war nur das letzte einer ganzen langen Reihe.
Problem dabei ist nur, dass alle diese Argumente bei der Verwaltung kein Gehör finden, da sich diese auf den politischen Beschluss zurückzieht und die Aufgabe, diesen Beschluss umsetzen zu müssen. Will sagen: 100.000,- Euro müssen her, egal wie!
Dass durch Jugendfürsorge etc. Mehrkosten in x-facher Höhe für die Stadt entstehen, wenn die Vereine all diese Aufgaben nicht mehr übernehmen, scheint - zumindest im Moment - nicht zu interessieren.

11.03.2012
16:01
Viele Sportvereine fühlen sich von Stadt stranguliert
von H.D.S | #3

Was heißt da Image Schaden, die Stadt sollte mal überlagen was sie da lostritt.
In anderen Regionen wo das schon gang und gebe ist haben die Vereine einen erheblichen Mitgliederschwund aufzuweisen.
Das Problem ist von der Seite der Jugend zu betrachten. Wo sollen die hin wenn sich die Familien die enorm steigenden Vereinsbeiträge nicht mehr leisten könne.
Sie Hängen dann irgendwo ab, ohne Perspektiven und die Jugendkriminalität steigt rapide an.
Die Kosten die dann bei den Städten auflaufen um ein relativ gutes Sozialgefüge wieder herzustellen sprengen alle Vorstellungen.
Und eine Jugendkultur die erst mal auf der Straße liegt kostet Generationen um sie wieder in ein normales Sozialgefüge einzugliedern.
Darüber sollten die Verantwortlichen mal zuerst nachdenken
Sinnvoller für die Stadt ist es blödsinnige Prestigeobjekte einzustellen, die von der Bevölkerung eh nicht angenommen werden. Es ist bewiesen dass man damit den Haushalt richtig entlasten kann.

06.03.2012
22:17
Viele Sportvereine fühlen sich von Stadt stranguliert
von geb.Mendener | #2

Menden hat früher geworben, die Stadt im Walde zu sein, dieser Werbeslogsn passt heute wieder, nur ist die Werbewirkung leider negativ!

05.03.2012
14:45
Welches Image?
von h_grabowski | #1

"Diese bittere Konsequenz könnte sich daher als großer Imageschaden für die Stadt erweisen."

Naja, viel positives Image hat die Stadt ja nicht mehr...Also hält sich der Schaden zumindest in Grenzen.

1 Antwort
Viele Sportvereine fühlen sich von Stadt stranguliert
von tom_hertwig | #1-1

"Wer unsere Stadt kennt, der weiß, dass dem Sport und insbesondere dem Handball ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt wird."
Volker Fleige im Januar 2010

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