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Finale im Streit zwischen Arzt und Krankenhaus

16.01.2012 | 22:29 Uhr
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Finale im Streit zwischen Arzt und Krankenhaus
Foto: Katja Lenz/ddp

Lünen.   Das Landesarbeitsgericht in Hamm wird am Donnerstag dieser Woche einen Schlussstrich unter einen seit fast 10 Jahre dauernden Streit zwischen einem früheren Oberarzt der Neurochirurgie und dem Chefarzt dieser Klinik im St.-Marien-Hospital ziehen. Dieser will eine halbe Million Euro Schmerzensgeld.

Das Landesarbeitsgericht in Hamm wird am Donnerstag dieser Woche einen Schlussstrich unter einen seit fast 10 Jahre dauernden Streit zwischen einem früheren Oberarzt der Neurochirurgie und dem Chefarzt dieser Klinik im St.-Marien-Hospital ziehen. Ob der klagende Mediziner die geforderte halbe Million Euro wegen Verdienstausfalls zugesprochen bekommt, gilt als fraglich.

Denn die Berufskammer hatte im Juli 2011 angeregt, das Verfahren mit einer Zahlung von 50 000 Euro zu beenden. Zu einem solchen Kompromiss seien der Chefarzt und die Klinik bereit. Doch der Arzt bleibt standhaft. Er will ein Urteil.

Chefarzt-Stelle nicht bekommen

Der Kläger ist sei 1987 im St.-Marien-Hospital tätig und bewarb sich im Jahre 2001 erfolglos auf die Chefarzt-Stelle. Im März 2003 erhob er erste Mobbing-Vorwürfe gegen den später beklagten Chefarzt. Der Kläger war danach in psychiatrischer Behandlung und länger arbeitsunfähig.

Im Jahr 2004 verklagte er die Klinik und forderte, den Chefarzt zu entlassen und ihm Schmerzensgeld zu zahlen. Die Klage wurde vom Arbeitsgericht und vom Landesarbeitsgericht abgewiesen. Nachdem das Bundesarbeitsgerichtsgericht dieses Urteil aufgehoben hatte, schlossen Kläger und Klinik einen Vergleich, er wurde im medizinischen Controlling eingesetzt. Schadensersatzansprüche wurden damals jedoch nicht geregelt. Diese Ansprüche verfolgt der Kläger seitdem. Er sei durch eine Vielzahl von Übergriffen psychisch erkrankt, arbeitsunfähig gewesen und habe erhebliche Einkommenseinbußen erlitten.

Hohe Summen sind im Spiel

Das Arbeitsgericht wies seine Klage ab, der Arzt rief das Landesarbeitsgericht in Hamm, um seine Ansprüche durchzusetzen.

Etliche frühere Mitarbeiter kramten bei ihren Vernehmungen vergeblich in ihrem Gedächtnis und erinnerten sich nur vage an konkretes Mobbing-Verhalten des Chefarztes, zumal es sich um Vorgänge von 2001 bis 2004 handelte. Es habe allerdings eine schlechte Stimmung geherrscht und „die Zeit mit den Beiden war nicht besonders schön“, sagte die frühere Sekretärin vor Gericht aus.

Der Kammervorsitzende sprach im Juli 2011 einen Zahlungsrahmen von 50 000 bis 150 000 Euro an, der beklagte Chefarzt will aber nur die unterste Grenze akzeptieren.

Gerd Kestermann

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