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Ein bisschen Frieden

02.07.2008 | 18:37 Uhr

GASTRONOMIE. In den elf Zimmern des Hotels "Krasemann" übernachten Gäste aus Europa und Übersee. Viele schätzen die Ruhe.

Brücke mit Ausblick: Im Sommer gibt's im Hotel-Restaurant Krasemann 50 Sitzplätze mehr - mitten über der Issel. (Fotos: Dirk Schuster)

WERTH. An manchen Abenden versteht der Wirt die Leute im eigenen Haus nicht mehr. Dann wird an dem einen Tisch niederländisch gesprochen, am nächsten japanisch und am übernächsten französisch. "Wir haben viele internationale Gäste", erklärt Helmut Krasemann, der seit zwölf Jahren das Hotel-Restaurant "Krasemann" in Werth leitet. Vor allem wenn im etwa 80 Kilometer entfernten Düsseldorf die großen Messen laufen, seien die elf Zimmer des Gasthauses ausgebucht: "Viele mögen das Idyllische, das Ländliche des Niederrheins", hat Krasemann festgestellt - in der Landeshauptstadt seien zu Messezeiten zudem die Zimmer rar und teuer.

48 Euro kostet das Einzelzimmer in dem Werther Hotel, für ein Doppelzimmer werden 78 Euro berechnet und ein Appartement mit Küche, Schlaf- und Wohnraum kostet 120 Euro die Nacht. Mancher Gast bliebe aber nicht nur ein paar Übernachtungen, sondern verbringe gar ein paar Monate in dem Hotel, das mit drei Sternen vom Verband punkten kann: meist IT-Fachleute aus Übersee, die in der Region für eine gewisse Zeit arbeiten.

Das Klischee vom Wiener Schnitzel

Wer von weit her kommt, der suche auch nach dem Deutsche-Küche-Klischee: "Wiener Schnitzel ist unglaublich beliebt", weiß der 54-jährige Hotelchef, der sich einst zum Koch ausbilden ließ. In der Küche, in der Krasemann tagtäglich bruzelt, kommt das Fleisch daher häufig paniert in die Pfanne. Neun Euro kostet die billigste Variante.

Ein weiterer Klassiker: das Rinderfiletsteak. Für 18,90 Euro ist es ebenso zu haben wie ein Teller mit Riesengarnelen. Vorweg wird an die 50 Plätze im Interieur sowie an die 50 weiteren Terrassen-Plätze Brot geliefert - mit Soßen, Pasten, Dips. "Diesen Gang gibt's kos-tenlos", das ist Helmut Krasemann wichtig.

Neun Angestellte beschäftigt der Hotelchef. Die treten in zwei Schichten ihre Arbeit an - das Gasthaus hat an sieben Tagen in der Woche geöffnet. Penibel hat der Hausherr sein Personal ausgewählt. Ein Aufwand, der sich offensichtlich gelohnt hat: In den Internet-Bewertungen, die jeder Gast nach dem Aufenthalt im Hotel ausfüllen kann, bekommt der Service eine gute Note: 9,2 von zehn möglichen Punkten vergaben die Fremden im Durchschnitt.

Baumallee und grüne Wiesen

Ein weiterer Pluspunkt für die Gäste: die idyllische Lage des Hauses an der Issel. Neben Mandarinen-, Zitronen- und Feigenbäumen wird auf der kleinen Brücke über dem Fluss gespeist. Dazu gibt's einen hübschen Ausblick auf eine Baumallee - und in der Ferne grüne, weite Wiesen. Wer Spaziergänge mag, hat in dem Hotel einen guten Ausgangspunkt. Dass die Gäste wegen der Landschaft kämen, wegen der Ruhe und einem kleinen bisschen Frieden, lacht Krasemann, "das wiederum verstehen viele Werther nicht."

ANNE HEIDRICH

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