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Amokdrohung war ein Scherz

05.02.2010 | 18:30 Uhr

Isselburg. Als Freitagmorgen ein Lehrer der Verbundschule am Stromberg in der zweiten Stunde die Tafel aufklappte, war das Entsetzen groß. „Ich werde am 12.2.2010 Amok laufen”, war dort in blauer Kreideschrift zu lesen.

Am kommenden Freitag findet in der Schule traditionsgemäß die große Playback-Show statt, zu der zirka 600 und 700 Schüler, Lehrer, Eltern und Besucher ins PZ kommen. Geschrieben wurde die Amokdrohung vermutlich schon am Donnerstagnachmittag.

Sofort gehandelt

Schulleiter Helmut Kottke reagierte umgehend. Sofort informierte er die Polizei, Schulbehörde und die Bezirksregierung. Zeitgleich ließ er herausfinden, welche Schüler sich am Nachmittag zuvor im Gebäude aufgehalten hatten. Vor der Pause um 9.40 Uhr wurden alle Lehrer per Durchsage zum Schulleiter beordert, um sie über den Vorfall zu informieren. „Wir sind dann in Klassen gegangen und haben den Schülern erklärt, welche Konsequenzen diese Drohung hat und welche Strafen und Kosten auf den entsprechenden Schüler zukommen.” Kottke räumte aber auch gegenüber den Schülern ein, dass sich Strafe und Kosten mindern würden, wenn sich der Täter geständig zeige.

„Danach haben wir die Schüler einzeln befragt”, so der Schulleiter. „Schon bei der ersten Befragung hatten wir Glück.” Eine Schülerin hatte den Jungen bei der Tat beobachtet. „Doch bevor wir den Täter auf die Zeugenaussage ansprechen konnten, gab er von sich aus zu, die Drohung an die Tafel geschrieben zu haben. Er will rein emotional gehandelt haben. Ein dummer Jungen-Streich.” Vor 11.30 Uhr schon gab es Entwarnung.

Die Polizei durchsuchte später in der elterlichen Wohnung das Zimmer des 16-jährigen Schülers aus der Jahrgangstufe 9 und beschlagnahmte den mögliche Beweismittel.

Abschließende Untersuchungen ergaben, dass von dem Schüler keine Gefahr ausgeht. „Wir werden ihn nicht der Schule verweisen, wohl aber eine Androhung auf Entlassung aussprechen”, so Kottke, der sich wundert, dass immer noch nicht alle kapiert haben, dass auch die Androhung eines Amoklaufs einen Straftatbestand darstellt. „Und kein Scherz ist!”, hat er seinen Schülern noch mal nachdrücklich gesagt. Deshalb wird der Junge, beziehungsweise werden seine Eltern die Kosten für den Polizeieinsatz tragen müssen.

Elisabeth Hanf

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