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Mitten im Paradies

23.08.2010 | 15:12 Uhr
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Mitten im Paradies
Eine historische Ansicht vom Wasserwerk im Paradies.

Heiligenhaus. 233 500 Goldmark – ja, richtig gelesen Goldmark, nicht D-Mark oder Euro – hat der Bau des Gebäudes gekostet. Daran lässt sich erkennen, dass die Bauphase schon länger zurückliegt. Heute steht das im Jahre 1911/12 errichtete Heiligenhauser Wasserwerk auf der Denkmalliste.

„Im Paradies II“ ist die amtliche Bezeichnung, sein Listenplatz die Nummer 59. Mittlerweile kennen viele Leute das ehemalige Wasserwerk unter dem Namen „Waldmuseum“. Der Titel ist passend gewählt, denn schließlich liegt das Wasserwerk, umgeben von üppigem Wald, mitten im Vogelsangbachtal und postalisch „Im Paradies“. Die Bauweise scheint auf den ersten Blick aber nicht so gut in die idyllische Umgebung zu passen, wie der Name: das Wasserwerk ist ein massiver Bau mit Bruchsteinsockel. Nicht weniger massiv ist der angrenzende Wassertank, der ebenfalls denkmalgeschützt ist.

Aber immerhin musste das „alte Schätzchen“ einiges aushalten. Schließlich ist es ein Versorgungsgebäude und kein Prachtbau des Renaissance.

98 000 Kubikmeter Wasser flossen jährlich durch ein über acht Kilometer langes Rohrnetz, um Heiligenhaus mit dem kühlen Nass zu versorgen. Wenn die Heljenser vorher ihre Hähne aufdrehten, hatte das Wasser schon einen weiten Weg hinter sich gebracht. Bis 1912 war Heiligenhaus nämlich verpflichtet, Wasser aus dem Velberter Versorgungsnetz zu nehmen. Mit dem stetigen Wachstum der Stadt nahm aber auch der Wasserbedarf zu. Verhandlungen mit Velbert über die zukünftige Lieferung fielen im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. So beschloss der Gemeinderat am 1. Juli 1910, ein eigenes Wasserwerk auf Heiligenhauser Boden zu bauen. Zwei Jahre später wurde es in Betrieb genommen.

Das Grundwasser wurde dabei aus einem zwölf Meter tiefen Sammelschacht gepumpt und an 500 Anschlüsse verteilt. Aus dem Brunnen sprudelte sogar so viel Wasser, dass auch die Gemeinde Hösel und Teile Wülfraths mit Heligenhauser trinkwasser versorgt werden konnten. 1912 wurde auch die Gasverteilung vom Wasserwerk übernommen.

Nach langer Dienstzeit wurde die Versorgung über das Wasserwerk übrigens 1982 dann eingestellt -- die Qualität des Tropfens war mangelhaft. „Im Paradies II“ ist heute das letzte Relikt städtischer Versorgungsbauten aus den Anfängen der selbstständigen Landgemeinde Heiligenhaus nach 1897. Als stiller Zeitzeuge der Heljenser Geschichte steht das ehemalige Wasserwerk auf der Denkmalliste.

Kirsten Gnoth

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