Es begann im Paradies
31.05.2012 | 17:36 Uhr 2012-05-31T17:36:00+0200
Heiligenhaus. Die Stadtwerke liefern seit 100 Jahren Wasser und Gas in die Heiligenhauser Haushalte. Ein Blick in die Historie. Gefeiert wird das Jubiläum am 2. Juni mit vielen Attraktionen für Groß und Klein im Freibad.
Die Wiege der Stadtwerke liegt im wahrsten Sinne des Wortes im Paradies. Inmitten üppigen Grüns unweit des Herberger Weges erhebt sich das Wasserwerk I, erbaut 1912, also vor genau 100 Jahren. Aus einer Tiefe von zwölf Metern wurde da das kühle Nass gefördert – ein weiterer Schritt zur Unabhängigkeit. Denn Heiligenhaus war zwar 1897 selbstständige Landgemeinde geworden, doch wassertechnisch war man immer noch mit Velbert verbandelt.
Bis Januar 1912 die Verpflichtung, Wasser aus dem Velberter Netz zu entnehmen, endete. Einigung über eine Vertragsfortführung konnte nicht erzielt werden. Doch der Bedarf an Trinkwasser stieg stetig, denn durch die prosperierende Schloss- und Beschlägeindustrie wuchs auch die Landgemeinde.
Die Förderung eigenen Wassers erweist sich für Heiligenhaus als Glücksfall. „Denn unser Wasser muss im Gegensatz zum Ruhrwasser nicht aufbereitet werden“, sagt Michael Scheidtmann, Leiter der Heiligenhauser Stadtwerke. Dank der Schieferkalkstein-Schichten. „Das Gestein wirkt wie ein Aktivkohlefilter“ und sorge für Reinheit auf natürliche Weise.
Zum Wasserwerk I gesellten sich bald weitere hinzu, eine Hochbehälteranlage an der Stadtgrenze zu Velbert sorgt für den nötigen Druckausgleich. Aktuell fördern die Wasserwerke III (Ruhrstraße) und IV (Kettwiger Straße) 1,5 Mio. Kubikmeter/Jahr. Das Wasserwerk II (In der Theusen) wurde 1959 vom Netz genommen, das Werk im Paradies 1983 stillgelegt.
100 Jahre besteht auch ein weiterer Geschäftsbereich der Stadtwerke: die Gasversorgung. Im gleichen Gebäude im Paradies wurde die erste Gasregler- und Messanlage errichtet (die auch heute noch in Betrieb ist), ab 1952 folgten Gasübernahmestationen in Isenbügel, der Unterilp, am Südring und am Hasenberg. Im Jahr gehen von dort 200 Mio Kilowattstunden durchs Netz. Gas gibt es ferner für den Pkw an der Erdgas- und Flüssiggastankstelle an der Westfalenstraße.
Neue Geschäftsfelder erschließen
Die Stadtwerke GmbH gehört zu 100 Prozent der Stadt, auch hier zeigt sich Kontinuität. Während man im Bereich der Wasserversorgung aber seit jeher Monopolist ist, „haben wir auf dem Gasmarkt rund 50 Mitbewerber“, erklärt Dr. Jan Heinisch, Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke. „Wir sitzen bildlich gesprochen auf einer Sandburg. Um uns herum gräbt man wie die Flut am Bestand.“ Höchste Zeit, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Strom ist das Stichwort. Wie berichtet, gründet man mit den Stadtwerken Erkrath und Wülfrath die Neander-Energie GmbH.
100 Jahre: ein feierwürdiges Jubiläum. Es soll allerdings kein Empfang sein mit steifen Reden, sondern ein Jubel-Fest für alle Bürger – am Samstag im Freibad. Scheidtmann: „Es soll zwar kühler werden, aber die Aktionen finden auch außerhalb des Wassers statt.“
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