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Gruppenführungen im Osthaus-Museum in Hagen gestoppt

12.11.2012 | 18:00 Uhr
Gruppenführungen im Osthaus-Museum in Hagen gestoppt
Das Hagener Osthaus-Museum spart an den Führungen.Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Hagen muss sparen und Hagens Kultur spart, indem im Osthaus-Museum vorerst keine Gruppenführungen durch externe Kräfte mehr angeboten werden. Kulturschaffende in der Stadt sind bestürzt und empört. Ihnen liegt viel am Kontakt zu den Besuchern, außerdem fürchten sie rückläufige Besucherzahlen.

Mit Bestürzung, Empörung und weitgehendem Unverständnis reagieren regionale Kultureinrichtungen auf die Entscheidung des Hagener Osthaus-Museums, vorerst keine Gruppenführungen durch externe Kräfte mehr anzubieten. Am Wochenende war bereits eine 25-köpfige Gruppe aus Werdohl ausgeladen worden, die einen Besuch an der Volme fest gebucht hatte.

Osthaus-Chef Tayfun Belgin begründet den rigiden Angebotsverzicht mit dem Verweis auf den Nothaushalt der Stadt Hagen: „Wir können nur noch mit unseren Bordmitteln arbeiten. Ich weiß dabei natürlich sehr wohl um die Schizophrenie der Situation, aber mir sind die Hände gebunden.“

Finanziell sind entsprechende Führungsbuchungen praktisch ein Nullsummenspiel, denn die externen Führer werden durch die Gruppengebühren bezahlt; es bleibt sogar noch in aller Regel ein kleines Plus übrig. Dennoch soll das Verbot bestehen bleiben.

Stimmen aus der Hagener Kulturszene

Gerd Schäfer, Leiter der Iserlohner Museen, reagiert eindeutig: „Ich bin einfach entsetzt und habe kein Verständnis für diese Entscheidung. So etwas wäre bei uns nicht vorstellbar, denn man weiß doch um die Konsequenzen: Ohne entsprechende Führungen wird die Qualität eines Museums nachhaltig gestört. Außerdem spricht sich das schnell rum, und die Besucherzahlen würden zwangsläufig zurück gehen. Wir haben einen eigenen Museumspädagogen, der Führungen organisiert; zudem sind auch die Stadtführer in Iserlohn geschult, in unseren Museen bei Bedarf entsprechend eingesetzt zu werden.

Interview vom 29.06.2012
Kultur in Hagen verwaltet sich ab sofort selbst

Neustart für die Kultur in Hagen: Der Euskirchner Thomas Huyeng ist vom Rat als neuer Dezernent – unter anderem für den Bereich Kultur – bestimmt. Ebenfalls frisch installiert ist der Fachbereich Kultur, mit Tayfun Belgin als Fachbereichsleiter und Beate Hauck als Stellvertreterin.

Dr. Ulrike Growe vom Bottroper Quadrat sieht in der Hagener Entscheidung „überhaupt keine Option für unser Haus. Im Gegenteil. Trotz wirtschaftlich angespannter Situation erweitern wir unser Angebot noch. So bieten wir zum Beispiel seit einigen Monaten in der Mittagszeit besondere Kurzführungen von etwa 15 Minuten an, die auch von städtischen Mitarbeitern genutzt werden. Wir haben einen eigenen Etat für externe Führer, und auch die internen Mitarbeiter stehen für diese Aufgabe gegebenenfalls zur Verfügung.“

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Kommentare
13.11.2012
20:28
Gruppenführungen im Osthaus-Museum in Hagen gestoppt
von spatzenfreund | #16

ist denn niemand aus der führungsetage bereit, mal die führung persönlich zu übernehmen, um den engpass zu überbrücken? nein? ich dachte immer kulturschaffende wären kreativ und unkonventionell.

13.11.2012
20:27
Gruppenich
von bearny67 | #15

Anfangs war die Diskussion ja einigermaßen interessant- einen Gruppenführung quasi am schwarzen Brett ausgehängt würde auch so zum Gewüschten führen?
Und, wie überlastet könnten Mitarbeiter sein, daß sie keine Termine für Extraführungen mit Privatdozent vermitteln könnten? Zur Not gäbe es noch Terrorfon, Ih- Mehl oder auch "Snail Mail", sprich Brief und Postkarte. Wo ein Wille ist, gibt es auch ein Ge..mälde.

Zwecks Honorar beschäftigt mich aber eine ungemein wichtige andere Sache:
Sollte jemand unter einer multiplen Persönlichkeit leiden, wie wird der dann abgerechnet? Jede(r) einzeln, oder als Gruppe? Darf er als Einzelner dann noch ins Museum, als Gruppe aber nicht?

13.11.2012
18:18
Gruppenführungen im Osthaus-Museum in Hagen gestoppt
von MacB | #14

#9 und #12 an #11/13, Danke für die Belehrung. Ich würde den Kopf im die Welt halten und rundum blicken, deshalb hat der Mensch von Evolution die Augen oben und nahe beim Gehirn angesiedelt) ich glaube #12 hat nicht Abeitsvermittlung gemeint sondern eine freiwillige Plattform um Museumsführer und Führungswillige zusammen zu bringen. Genauso meinte ich das auch. Möglicherweise über einen eingetragenen gemeinnützigen Verein, der dann auch noch die Überschüsse an das Museum spenden könnte. Es soll niemand wissentlich Dinge tun, die er nicht darf. Das würde ich auch nicht. Aber das ist der Unterschied zwischen freier Wirtschaft und Verwaltern. Unternehmer unternehmen etwas, Verwalter führen Anweisungen aus. Kreativität ist eben nicht nur Kunst.

13.11.2012
16:24
Gruppenführungen im Osthaus-Museum in Hagen gestoppt
von harkorten | #13

#12 Noch einmal: "Also bitte erst überlegen und informieren, bevor Sie etwas schreiben, was nicht richtig ist."
Natürlich kann das Museum oder Dr. Belgin nicht als "Arbeitsvermittler" auftreten. Von Versicherung, Gewerberecht usw. rede ich erst nicht.
Es ist ja so schön, dass Sie sich eine bunte Welt, wo alles schnell und einfach funktioniert, gestrickt haben. Ich glaube, dass Dr. Belgin nicht die richtige Adresse für die Kritik ist. Das ist wohl eher der Regierungspräsident Bollermann im Arnsberger Wald. Da sitzen viele Bürokraten, deren Welt nur aus Zahlen und Buchstaben, nicht aber aus dem wirklichen Leben besteht. Arnsberg führt einen Feldzug gegen Hagen, aber andere Kommunen, wie Bochum und Dortmund, werden geschont, obwohl es dort auch nicht viel besser aussieht. Nur dort regiert die SPD, die Herrn Dr. Bollermann so sehr geholfen hat.

13.11.2012
15:23
Gruppenführungen im Osthaus-Museum in Hagen gestoppt
von Haspe99 | #12

Vielen Dank für die Information.
Wenn Herrn Belgin daran, gelegen ist, dass Führungen stattfinden, dann geht das doch einfach so: Wer eine Führung haben will, bekommt beim Museum einen Hinweis auf das Internet oder eine Liste mit Leuten, die Führungen machen.
Aber das will er wohl nicht. Er will die Empörung der Museumsbesucher (nur, wo ist die?).

13.11.2012
11:30
Gruppenführungen im Osthaus-Museum in Hagen gestoppt
von harkorten | #11

# 10 Offenbar haben Sie es nicht kapiert, auch wenn Sie aus meinem klugen Stadtteil kommen. Es gibt eine Anordnung, nach der auch "Mini-Werkverträge" nicht erlaubt sind. Welche Schuld hat das Osthaus-Museum an den Schulden? Meinen Sie da nicht das Schumachermuseum? Also bitte erst überlegen und informieren, bevor Sie etwas schreiben, was nicht richtig ist.
#9 Trotzreaktion? Wie würden Sie denn entscheiden, Ihnen disziplinarische Folgen angedroht werden. Ich kennen die Anordnung, ich habe sie mir besorgt und gelesen. Vermutlich wären Sie der Erste, der schon sofort alles stoppt, weil sie Angst haben, den Kopf auf den Block zu legen. Also bitte, keinen Unsinn schreiben, sondern erst informieren, was wirklich Sache ist. Die Kritiker haben alles gut reden, da ihre Verwaltungen keine ähnlichen Erlaße herausgegeben haben. So kann man gut stänkern. Bestimmt wären die dann auch die Ersten, die den Kopf einziehen.

1 Antwort
Gruppenführungen im Osthaus-Museum in Hagen gestoppt
von Haspe99 | #11-1

Danke für die Information.
Doch wenn Herrn Belgin vorrangig daran gelegen ist, dass Führungen stattfinden, dann macht er einfach das: Wer eine Führung haben will, bekommt einen Hinweis auf das Internet oder eine Liste mit Leuten, die Führungen machen.
Aber das ist ja wohl nicht in seinem Interesse. Er will Empörung der Museumsbesucher hervorrufen und so gegen das Sparen angehen. Vielleicht sieht er, dass er selbst die ihm vorgebenen Ziele nicht erreicht.

13.11.2012
11:05
Gruppenführungen im Osthaus-Museum in Hagen gestoppt
von Haspe99 | #10

Sicher weiß Herr Belgin, dass Führungen möglich wären - und zwar über Mini-Werkverträge. Aber darum geht es ihm nicht. Er will Empörung, um so eine Bresche in die Sparpflicht reißen zu können. Dieser Herr sollte nicht vergessen, dass sein Museum große Schuld an den Schulden dieser Stadt trägt.

13.11.2012
11:03
Gruppenführungen im Osthaus-Museum in Hagen gestoppt
von MacB | #9

Der Kommentar von bladimeri trufft den Kern, Trotzreaktion wie im Kindergarten. Fragt sich rückblickend wie die Herren rechnen. 70 EUR Einnahmen für Führungen, 60 EUR Ausgaben dafür = 10 EUR Gewinn, was ist mit Steuern dafür? Wenn keine bezahlt werden müssen ist doch alles gut, da freier Mitarbeiter. Oder liegts am verbilligten Eintrittsgeld für Gruppen? Ansonsten ein reines Organisationsproblem, freie Termine der Museumsführer sind bekannt, die pot. Besucher buchen ihn (es gibt sowas wie Internet mit den entspr. Möglichkeiten) und von den 10 EUR kauft der Museumsführer seine eigene Karte. Museumsdirektor könnten auch im richtigen Leben etwas Phantasie zeigen.

13.11.2012
10:12
Gruppenführungen im Osthaus-Museum in Hagen gestoppt
von baiersdorf | #8

Schreit Herr Thiemann eigentlich auch laut auf, wenn Kindergärten wegen Personalmangel geschlossen werden? Das ist in Hagen auch passiert. Oder wird nur geschrien, wenn es die Kultur trifft?

13.11.2012
09:46
Gruppenführungen im Osthaus-Museum in Hagen gestoppt
von altesholz | #7

#3 unter dieser dame sind schon genug peinlichkeiten und unsinn passiert.

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