Das aktuelle Wetter Hagen 4°C
Klage

Ex-Betriebsrat fordert 380.000 Euro von Hagener Wohnungsgesellschaft

26.06.2012 | 18:05 Uhr
Ex-Betriebsrat fordert 380.000 Euro von Hagener Wohnungsgesellschaft
Das Gebäude der HGW in der Innenstadt.

Hagen.   Die Hagener Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (HGW) kommt nicht zur Ruhe. Das städtische Unternehmen hat schon wieder eine juristische Auseinandersetzung am Bein. Ein Mitarbeiter, ehemals Betriebsratsvorsitzender bei der HGW, hat die Gesellschaft wegen Diskriminierung auf Schmerzensgeld und Schadensersatz in Höhe von 380. 000 Euro verklagt.

Ein Mitarbeiter, ehemals Betriebsratsvorsitzender bei der HGW, hat die Gesellschaft wegen Diskriminierung auf Schmerzensgeld und Schadensersatz in Höhe von sage und schreibe 380.000 Euro verklagt. Vor dem Hagener Arbeitsgericht wird der Fall unter dem Aktenzeichen 5 Ca 938/11 verhandelt. Der Angestellte wirft der HGW-Geschäftsführung vor, die Arbeit des Betriebsrates massiv behindert zu haben.

Aus der ellenlangen Klageliste geht zudem hervor, dass er sich gemobbt fühlte. Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht Ex-Geschäftsführer Kaerger, der einmal über den unbotmäßigen Betriebsrat gesagt haben soll: „Den lass’ ich mit der Zahnbürste den Hof schrubben.“

Das berichtet jedenfalls Bernhard Barkanowitz, der selbst 42 Jahre lang bei der HGW tätig war, zuletzt als Abteilungsleiter. Kaerger habe permanent das Betriebsverfassungsgesetz missachtet und versucht, die Wahlen zum Betriebsrat zu beeinflussen. Auch eine Mitarbeiterin, die ebenfalls im Betriebsrat saß, sei von Kaer­ger und HGW-Prokurist Hobusch unter Druck gesetzt worden, so Barkanowitz.

HGW wegen Mobbings verklagt

Tatsächlich war auch die Frau vor das Arbeitsgericht gezogen und hatte die HGW wegen Mobbing verklagt. Am 21. März einigte sie sich mit ihrem Arbeitgeber auf einen Vergleich und strich 15.000 Euro Schmerzensgeld und Entschädigung ein. Wie der ehemalige Betriebsratschef, über dessen Klage noch nicht entschieden wurde, ist sie nach Informationen unserer Zeitung seit längerer Zeit krank geschrieben: „Ich war immer eine Power-Frau, die haben mich zur Oma gemacht“, soll sie die Repressionen am Arbeitsplatz zusammengefasst haben.

Der HGW bringen die ständigen Prozesse nicht nur viel Ärger ein, sie kosten auch Geld. Allein zwischen 2004 und 2007 sollen wegen arbeitsrechtlicher Auseinandersetzungen rund 140.000 Euro an Kosten angefallen sein – und das bei nicht einmal 40 Mitarbeitern. So stritten sich Geschäftsführung und Betriebsrat einmal vor Gericht um die Übernahme eines Azubis. Auch Jörg Schledorn, der seit 2010 Betriebsratschef des Unternehmens ist, stand einmal im Mittelpunkt der Differenzen.

Seine Einstellung sei von seinem Vorgänger vor dem Arbeitsgericht angefochten worden, ärgert sich Schledorn noch heute. Als Stimmungsbarometer für die Sympathiewerte innerhalb der Belegschaft führt Schledorn die Wahlen zum Betriebsrat vor zwei Jahren heran: „Ich habe 26 Stimmen erhalten, er nur 13.“

Geschäftsführer will sich zu den Prozessen nicht äußern

Dr. Marco Boksteen, der seit März als Nachfolger von Harald Kaer­ger die Geschäfte der HGW führt, wollte sich nicht zu den zahlreichen Prozessen äußern. Begründung: „Wir möchten nicht immer mit negativen Dingen in der Öffentlichkeit stehen.“

Möglicherweise ist die HGW mit dem laufenden Verfahren auch schlichtweg überfordert. Denn der ehemalige Betriebsratschef lässt sich vom Bonner Rechtsanwalt Klaus Michael Alenfelder vertreten, ein in Juristenkreisen ob seiner umfangreichen Schriftsätze gefürchteter Kollege, der in den Medien auch gerne als Koryphäe für Mobbing und Diskriminierung auftritt. Allein die 380 000-Schmerzensgeld-Klage gegen die HGW soll inzwischen deutlich über 2000 Seiten umfassen, darauf, so ist zu hören, jede Menge ausschweifende Textbausteine aus dem Computer, die das Verfahren bereits zu elf prallen Aktenordnern aufgebläht haben.

Kritiker bemängeln, es könne dem Mobbing-Experten Alenfelder in erster Linie darum gehen, den Prozessgegner HGW mürbe zu machen und mit dem schieren Umfang seiner Klagen von vornherein auf einen außergerichtlichen Vergleich abzuzielen. Ein solcher könnte nicht nur seinem Mandanten, sondern auch ihm selbst ein einträgliches Sümmchen bescheren. Auch Alenfelder war trotz mehrfacher Anfrage nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Hubertus Heuel


Kommentare
03.07.2012
07:22
Ex-Betriebsrat fordert 380.000 Euro von Hagener Wohnungsgesellschaft
von diemaulwurf | #21

@alter klabauter: Im Netz unerkannt über andere Leute herfallen und sie .....!? Dann gehe ich davon aus, d. Ihr richtiger Name Herr alter Klabauter ist? Ich denke, ich weiss warum Sie die Zahlen so gut kennen. Fakt ist, Herr K. (ehemaliger BRVors) hat bei der letzten Wahl genausoviele Stimmen bekommen, wie eine Gegenkanditatin, die sich erstmalig zur Wahl aufstellen lies. Auch sehr aussagekräftig. Fakt ist auch, d. Herr Schl. (jetziger BRVors.) sehr viel mehr Stimmen erhalten hat als Herr K.! Und die BR-Arbeit war grottenschlecht!!! Das ist meine ganz pers. Meinung und die darf ich haben, auch wenn sie Ihnen nicht gefällt. Sie alter Seemann, Sie! Gehen Sie lieber wieder auf Ihrem Schiffchen rumklabautern und schimpfen Sie nicht so doll. Ist nicht gut für die Gesundheit!

29.06.2012
12:08
Ex-Betriebsrat fordert 380.000 Euro von Hagener Wohnungsgesellschaft
von alter_klabauter | #20

diemaulwurf: Meines Wissens befindet sich der Ex-Betriebsratsvors.in der dritten Wahlamtszeit als Betriebsrat.Erst BR-Vors.,dann BR-Mitglied,jetzt erstes BR-Ersatzmitglied und somit immerhin mit einer gewählten Betriebsratszeit von über 10 Jahren (die längste BR-Amtszeit bei der HA-GE-WE). Also kann seine Betriebsratsarbeit garnicht so schlecht gewesen sein wie Sie es fälschlicherweise behaupten.Wenn Sie von sich behaupten Sie schreiben die Wahrheit,dann stimmt das wohl nicht überein.Im Netz unerkannt über andere Leute herfallen und sie zu diskreditieren ist einfach,aber schmutzig und sollte verboten werden.

28.06.2012
21:27
Ex-Betriebsrat fordert 380.000 Euro von Hagener Wohnungsgesellschaft
von diemaulwurf | #19

@moderation/derwesten.de: Das Sie Texte entfernen ist wohl ihr gutes Recht. Es ist nur bedauerlich, d. Sie bereit sind Dinge zu veöffentlichen, die noch nicht bewiesen sind und lediglich auf den Aussagen von Menschen beruhen, die nur ihr eigenes Wohl im Auge haben. D. Ihre Berichterstattung einem alten Hagener Unternehmen und vor allen Dingen dessen Mitarbeitern schadet, d. scheint Sie nicht zu stören. Was ich geschrieben habe entsprach der Wahrheit und mit der müssen sich Menschen die sich so weit aus dem Fenster hängen, wie die in Ihrem Artikel zitierten, dann auch einmal auseinandersetzen. Ihre Entscheidung ist bedauerlich, sehr bedauerlih!

28.06.2012
13:42
Ex-Betriebsrat fordert 380.000 Euro von Hagener Wohnungsgesellschaft
von diemaulwurf | #18

@alter_klabauter: Wenn ich die letzten Artikel über die HGW richtig interpretiere,dann ist Herr Schledorn im Angestelltenverhältnis und bei den letzten BR-Wahlen mit einer Mehrheit gegenüber dem alten BR-Vors. gewählt worden.Das die Mitglieder des BR ihn dann zum Vorsitzenden wählen,ist deren Entscheidung.Mich würde eher interessieren, warum ein Herr Barkanowitz,aus dem Ruhestand heraus eine solche Äußerung macht. Wie ist die Presse wohl auf ihn aufmerksam geworden.Warum schimpft er so, war er doch - wenigstens auf dem Papier - eine Führungskraft und hatte sicherlich ein gutes Einkommen.Wieso fragt Herr Heuel nicht mal Mitarbeiter,die noch dort beschäftigt sind?Ans Tageslicht wird nur noch kommen, wie unglaublich schlecht die Arbeit des alten BR-Vors. war.Sonst hätte die Blegschaft ihn doch wiedergewählt. [Entfernt von Moderation]

28.06.2012
11:58
Ex-Betriebsrat fordert 380.000 Euro von Hagener Wohnungsgesellschaft
von alter_klabauter | #17

Vielleicht sollte man mal genauer hinterfragen wie der Ex-************* Jörg Schledorn vom Ex-Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Jörg über den
Ex-Geschäftsführer Harald Kärger auf und an seine Pöstchen bei der HA-GE-WE gekommen ist und in kürzester Zeit einen Kometenhaften Aufstieg hatte.
Sind die nicht alle SPD? Gab es nicht kürzlich einen Zeitungsartikel:,,HA-GE-WE beliebte Pöstchenspielwiese der SPD?Solche geheimen Transaktionen werden doch immer ohne Rücksicht auf Verluste und auf Kosten anderer durchgezogen die dafür über die Klinge springen müssen.
Zur Forderung der 380000,- : Was einer fordert und ob und was er letztendlich bekommt sind doch zwei verschiedene Dinge.
Viel interressanter ist doch der Hintergrund.Auch hier sollte man erst einmal genauer den Sachverhalt hinterfragen: Was ist dort alles vorgefallen und wie wird diese hohe Forderung eigentlich begründet,bevor man jemanden in der Öffentlichkeit mit Dreck bewirft.
Wer weiß was da noch alles ans Tageslicht kommt...

27.06.2012
23:19
Ex-Betriebsrat fordert 380.000 Euro von Hagener Wohnungsgesellschaft
von diemaulwurf | #16

@harkorten: Wenn der Gf die Aussage so gemacht hat, dann ist das sicherlich nicht so hinzunehmen. Aber seien Sie versichert; ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, den ehemaligen BR-Vorsitzenden kennenzulernen, als er sich in Hagen politisch betätigt hat. Wenn er kritisiert wird oder jemand nicht seine Meinung bedingungslos teilt, dann ist er in seinen Äusserungen nicht weniger kreativ als sein ehemaliger Chef. Egal was da wirklich passiert ist; es gibt keinen Grund so eine Schlammschlacht auf Kosten seiner Kollegen zu führen. Passt aber genau in das Bild, d. ich von ihm habe. So zumindest ist mein persönlicher Eindruck von ihm.

27.06.2012
22:08
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #15

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

27.06.2012
20:28
Ex-Betriebsrat fordert 380.000 Euro von Hagener Wohnungsgesellschaft
von Ergonomy | #14

Mobbing-Experte Alenfelder
Bei 2000 Seiten oder 11 Aktenordnern bekommt das Wort Mobbing Experte einen komischen beigeschmack.

27.06.2012
20:24
Ex-Betriebsrat fordert 380.000 Euro von Hagener Wohnungsgesellschaft
von diemaulwurf | #13

@harkorten: Solche Vergleiche sind ja wohl unverhältnismässig. Es geht hier m. E. nach einfach nur um 2 bis 3 Mitglieder des ehemaligen BR, die während der Amtszeit des GF Kärger nicht bekommen haben was sie wünschten. Seit dem wird geklagt. Das war doch in den vergangenen Artikeln zu lesen. Dieser Streit hat nichts mit den Gehältern der Mitarbeiter zu tun, die sich im übrigen aus dem TVÖD ergeben. Es darf nicht sein, d. hier für das Fehlverhalten eines BR-Vorsitzenden und eines GF eine ganze Firma und ihre MItarbeiter in den Dreck gezogen werden. Wenn etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, muss man dem nachgehen. Aber nicht erst dann solche angeblichen Ungerechtigkeiten anprangern, wenn es um die eigene Kohle geht Herr Ex-B-RVorsitzender!!Wenn es denn schon in ihrer Amtszeit so schrecklich war, warum haben sie dann nicht den MItarbeitern geholfen. Warum klagen nur Mitglieder des ehem. BR? Sie handeln nur aus gekränkter Eitelkeit und schaden damit allen! PFUI !

27.06.2012
18:15
Muss das sein?
von Pelzbohne | #12

Betriebsrat, Abteilungsleitung, Geschäftsführung und Aufsichtsrat in einem Betrieb mit rund 40 Mitarbeitern.
Ein Betriebsrat ist Legitim, aber müssen so viele Personen in einer Geschäftsführung mitwirken? In der freien Marktwirtschaft gibt es Betriebe mit deutlich mehr Mitarbeitern, aber mit nur einem Geschäftsführer, ohne Betriebsrat, mit tariflich gezahlten Gehälter und moderaten Arbeitszeiten.

Bei der HGW. geht es Primär doch nur um Vermieten, Häuser bauen und modernisieren!

Ich frage mich:

-arbeiten bei der HGW. nicht zu viele Personen in der Geschäftsführung?

-arbeiten bei der HGW. auch Personen mit ausreichender Kompetenz?

-sind die Gehälter für die HGW.-Mitarbeiter auch verhältnismäßig und angemessen?

Aus dem Ressort
Feinstaub-Belastung in Hagen an 22 Tagen über dem Grenzwert
Feinstaub
In Hagen ist bereits an 22 Tagen des Jahres der Feinstaub-Grenzwert überschritten worden. Nach Angaben des Bundesumweltamtes nimmt die Luft-Messstation am Graf-von-Galen-Ring Platz 26 in einer bundesweiten Statistik ein. In NRW wurden nur in Gelsenkirchen mehr Überschreitungstage gezählt.
Tanzen und Wohnungsumzüge an Karfreitag verboten
Karfreitag
Man muss immer wieder daran erinnern: Rund um Karfreitag herrscht Tanzverbot. „Musikalische und unterhaltende Darbietungen“ in Kneipen und Discos sind nicht erlaubt. Darauf weist die Stadt Hagen noch mal explizit hin. Aber auch Wohnungsumzüge sind nicht erlaubt. Die Einzelheiten:
FDP in Hagen will es nicht beim Reden belassen
Politik
Als engagierte Macher, die es nicht nur beim Reden belassen, wollen die Hagener Liberalen erneut in Fraktionsstärke in den Hagener Rat einziehen. Bei der letzten Kommunalwahl im Jahr 2009 erreichte die FDP 7,6 Prozent der Stimmen und damit vier Mandate.
Wie die Kripo Hagen Jahre nach der Tat nach Mördern sucht
Kriminalität
Die Kripo im Polizeipräsidium Hagen verliert ungeklärte Morde nicht aus den Augen: Alle Verbrechen, die nach dem 1. November 1970 verübt worden sind, haben die Polizisten auf dem Radar. Der DNA-Abgleich gilt bei den Ermittlern als die Wunderwaffe im Einsatz gegen das Verbrechen.
Trilogie endet in kosmischer Zukunft
Literatur
Rolf Esser hat früher Unterrichtsmaterialien geschrieben. Heute ist er kreativer Autor. Der Hagener hat gerade wieder einen Roman für Jugendliche veröffentlicht.
Fotos und Videos
Tödlicher Unfall auf der A45
Bildgalerie
Polizei
Bamberg gewinnt in Hagen 81:72
Bildgalerie
Basketball
Kandidaten bei WP-Diskussion
Bildgalerie
Kommunalwahl
Training mit Phoenix-Basketballern
Bildgalerie
Leseraktion