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Ein internationales Helden-Treffen in Hagen

12.06.2012 | 15:00 Uhr
Ein internationales Helden-Treffen in Hagen
Paul Schlenga spielt die Hauptrolle in der Hagener Inszenierung des Kindertheaterstücks „Held Baltus“ Foto: Theater Hagen

Hagen.   „Held Baltus“ heißt das Kinderstück von Lutz Hübner, das gegenwärtig am Hagener Jugendtheater Lutz gespielt wird und das am kommenden Wochenende Grundlage eines kleinen, feinen Festivals sein wird. Das berühmte Berliner Grips-Theater und das Cia. Paideia aus dem brasilianischen Sao Paulo werden dann zu Gast an der Volme sein und ihrerseits ebenfalls die eigenen Inszenierungen von „Held Baltus“ vorstellen.

Die neunjährige Claire bezeichnet ihren jüngeren Spielkameraden Baltus immer nur herablassend-böse als „ängstlichen Schisser“. Aber am Ende ist der Sechsjährige dann doch der Held, weil er sich nicht mehr vor Geistern fürchtet und auch noch den unliebsamen Freund der Mutter erfolgreich in die Flucht schlägt: „Held Baltus“ heißt das Kinderstück von Lutz Hübner, das gegenwärtig am Hagener Jugendtheater Lutz gespielt wird und das am kommenden Wochenende Grundlage eines kleinen, feinen Festivals sein wird. Das berühmte Berliner Grips-Theater und das Cia. Paideia aus dem brasilianischen Sao Paulo werden dann zu Gast an der Volme sein und ihrerseits ebenfalls die eigenen Inszenierungen von „Held Baltus“ vorstellen.

Werner Hahn, Hagens stets umtriebiger und kreativer Jugendtheaterleiter, erwartet von dem intensiven Bühnenvergleich einen poesievollen Austausch und ein konstruktives Miteinander. Dazu wird dann auch gehören, dass die drei beteiligten Theatergruppen gemeinsam ein internationales Projekt auf den Weg bringen sollen, das in den nächsten Jahren die Jugendtheater in aller Welt bestmöglich vernetzen soll: „Das Thema Wasser wird künftig rund um den Globus eine überragende Rolle spielen. Damit wollen wir uns dramaturgisch intensiv beschäftigen, und das sollen in der Folge auch möglichst viele Jugendtheater in anderen Ländern aufgreifen“, so Werner Hahn. Dass hierbei auch die Universität Siegen mit im aktuellen Planungsboot sitzt, hält Werner Hahn für besonders wichtig, um zudem einige wissenschaftliche Impulse von außen aufnehmen zu können.

Neben dieser ambitionierten Projektgeburt und den drei Inszenierungen wird es des Weiteren eine Podiumsdiskussion mit dem Autor Lutz Hübner sowie eine Debatte über „Helden der Zukunft - Neue Themen auf die Bühne!“ geben.

"Helden"-Treffen fügt sich nahtlos in das Konzept des Jugendtheaters ein

Das von Werner Hahn initiierte „Helden“-Treffen fügt sich nahtlos in das Konzept des Jugendtheaters Lutz. „Kunst ist Bildung“, formuliert Hahn gern und verweist darauf, dass gerade die Jüngsten in unserer Gesellschaft erheblichen Bedarf haben, entsprechende Angebote auch wahrnehmen zu können. „Wir müssen uns einfach bewusst werden, dass inzwischen selbst schon dass sogenannte Bildungsbürgertum nicht mehr so selbstverständlich den Weg ins Theater findet wie früher. Hier ist uns viel weggebrochen, und das wirkt sich natürlich auch unmittelbar auf die nachfolgenden Generationen aus“, erklärt der Lutz-Chef ohne lähmende Resignation aber auch ohne falsche Beschönigung.

Umso wichtiger sind daher Inszenierungen wie „Held Baltus“, ein Stück, das am Hagener Lutz von Kindern für Kinder gespielt wird. Zwei Monate probte Werner Hahn intensiv mit seinem Team, dessen junger Hauptdarsteller Paul Schlenga echtes Talent und spürbare Theaterbegeisterung auf die Bühne bringt. Bei den bisherigen zwölf Vorstellungen waren jedenfalls bislang mehr als 1500 Grundschüler begeisterte Zuschauer.

„Kunst ist wie Sport“, lautet eine andere Überzeugung von Werner Hahn: „Beides kann viel bei und mit jungen Menschen bewirken.“ Der Hagener Theatermann arbeitet jedenfalls ganz in diesem Sinne.

Andreas Thiemann



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