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MGV Heiderose

„80 Sänger sind ein musikalisches Statement“

04.06.2012 | 18:14 Uhr
„80 Sänger sind ein musikalisches Statement“
Der MGV Heiderose startet eine "Nachwuchs-Offensive".

Boelerheide. „Ich möchte das ‘Vater unser’ in Schönklang von euch hören“, fordert Stefan Lex seine Sänger auf. „Lyrisch, und leise wenn es hoch geht – und vor allem nicht so brettern.“ Der Chorleiter geht bei seinen Ansprachen höflich, aber bestimmt vor. Schließlich verbindet er das Hobby der rund 80 Sänger des MGV Heiderose mit einem nicht zu unterschätzenden Qualitätsanspruch. Das nächste große Ziel hat der stolze Chor bereits vor Augen: Am 10. November steigt die zehnte Auflage des großen Weihnachtskonzerts in der Stadthalle vor 1300 Zuschauern.

Hintergrund
Kurzer Blick in die Geschichte

Der MGV Heiderose wurde am 23. Juni 1896 mit 25 Mitgliedern gegründet.

Während der Weltkriege fanden keine geregelten Proben statt. 1947 wuchs der Chor unter Leitung von Willy Rehkemper wieder auf 57 Sänger.

Am 1. Dezember 1974 wurde nach intensiven Proben unter Chorleiter Friedrich Wilhelm Figge die erste Hürde zum Titel Meisterchor genommen. Am 8. April 1978 war das große Ziel erreicht und der Heiderose wurde der Titel Meisterchor verliehen. Der Titel wurde 1984 erfolgreich verteidigt.

1995 übernahm Stefan Lex die Chorleitung, der diese Funktion bis heute ausübt. 1998 wurde der Dirigent vom Fachverband der Deutschen Berufschorleiter mit dem Titel „Musikdirektor FDB“ ausgezeichnet.

Im Jahre 2002 veranstaltete die Heiderose das erste Weihnachtskonzert in der Stadthalle.

Diese Geburtstagsveranstaltung möchten die Boelerheider dazu nutzen, sich für neue Mitsänger zu öffnen. „Ich möchte mich einfach nicht damit abfinden, dass die Männergesangvereine auf dem absteigenden Ast sind “, stellt der Vorsitzende Norbert Eikel klar. Mehr noch: „Es ärgert mich massiv, dass das vermeintliche Schicksal unabwendbar sein soll.“ Vielmehr leitet er aus der Altersstruktur eine Verpflichtung für die Heiderose ab. „Der Nachwuchs kommt nicht mehr wie selbstverständlich; da müssen wir etwas für tun“, so Eikel. Also haben sich die Verantwortlichen etwas Außergewöhnliches ausgedacht. „Wir laden jeden Interessierten ein, zur Probe zu kommen und sich so fit für das Konzert zu machen“, so Eikel, der zu diesem Zweck eigens über 1000 Infoflyer an Schulen und in Wirtschaften verteilt hat. Voraussetzung ist eine durchschnittliche Stimme, Spaß am Gesang und die Bereitschaft, regelmäßig an den Proben teilzunehmen. Notenkenntnis ist hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. „Neue Sänger bekommen erst mal eine kleine Einführung in unser Repertoire und werden von mir stimmlich eingeordnet“, sagt Chorleiter Lex. „Ganz ohne Schämfaktor. Ich verspreche einen Wohlfühlabend.“

Breites Spektrum bis zur Popmusik

Dass die Sänger der Heiderose in gesetztem Alter sind, daraus machen die Verantwortlichen keinen Hehl. „Wir sehen uns allerdings als junge Alte“, sagt Eikel. Das Repertoire des Chores kennt dennoch kaum Grenzen: Neben dem althergebrachten Liedgut wagen sich die Boelerheider auch an modernere Stücke. „Wir decken ein breites Spektrum ab, bis hin zur Popmusik“, sagt Lex. „Wir möchten uns schon für jüngere Sänger öffnen, allerdings heißt das nicht, dass wir das alte Liedgut ausmerzen“, so Eikel, der vor allem Männer zwischen 45 und 50 Jahren im Blick hat. „Willkommen ist aber auch der 63-jährige Rentner aus Haspe“, betont Lex. „Wir sehen unser Einzugsgebiet von Hohenlimburg über Herdecke, Wetter bis nach Gevelsberg, wo einige unserer aktuellen Sänger herkommen.“

Chorleiter Lex macht potenziellen neuen Sängern Mut: „Wenn 80 Sänger auf der Bühne stehen, ist das schon ein musikalisches Statement. Es macht Freude, dabei zu sein.“

Von Björn Josten


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