Das aktuelle Wetter Gladbeck 10°C
Schlecker-Pleite

Schlecker schließt letzte Filialen

01.06.2012 | 18:55 Uhr
Schlecker schließt letzte Filialen
Die Schlecker-Filliale an der Horster Straße schloss am 24. März. Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool

Gladbeck. Die Hoffnung der verbliebenen Schlecker-Beschäftigten, ihren Arbeitsplatz retten zu können, ist zerplatzt. Die Drogeriemarktkette wird zerschlagen. Das Übernahme-Angebot reichte dem Insolvenzverwalter nicht.

In Gladbeck, aber auch in Gelsenkirchen und Bottrop werden weitere 100 Frauen arbeitslos. Es ist die zweite Keule, die die Schlecker-Frauen trifft.

Über viele Wochen zog sich die Diskussion um die Schlecker-Zukunft hin: Die Bildung einer Transfergesellschaft kam nicht zu Stande – und so überzogen die entlassenen Frauen die Gerichte mit Kündigungsschutzklagen. Allein im Bezirk Gelsenkirchen, Gladbeck, Bottrop reichten 61 ehemalige Beschäftigte beim Gelsenkirchener Arbeitsgericht Klagen ein.

Wütend und enttäuscht reagierten auf die aktuelle Entwicklung nicht nur die betroffenen Frauen. Empört zeigten sich auch Gewerkschafter: Lieselotte Hinz vom Verdi-Fachbereich Handel wirft dem Bund vor, die Interessen der Beschäftigten ignoriert zu haben. Vor allem die FDP habe darauf gepocht, den Markt entscheiden zu lassen, ohne Rücksicht darauf, was mit den Frauen passiert. Vielen drohe jetzt prekäre Beschäftigung. Hinz: „Das Unternehmen hat die Botschaften der Frauen, sich anders aufzustellen, nicht wahrgenommen. Pleite gegangen ist Schlecker durch ein falsches Konzept.“

Als bitter für die Region bezeichnet Josef Hülsdünker, DGB-Vorsitzender für die Region Emscher-Lippe, die Zerschlagung. Es sei ein starker Aderlass für den Arbeitsmarkt und für die Beschäftigten. Hülsdünker: „Schlecker ist an der eigenen Misswirtschaft kaputt gegangen und nicht daran, dass vernünftige Tarife gezahlt wurden.“ Vermittlungschancen sieht der DGB-Chef eher skeptisch. Für die Frauen, von denen viele keinen Berufsabschluss hätten, gebe es zu wenig Beschäftigung im Dienstleistungsbereich. Er rät allen, die vor einer beruflichen Entscheidung stünden, keine Schmalspurausbildung zu wählen, damit man nicht von Arbeitgebern wie Schlecker abhängig werde.

Die Agentur für Arbeit will schnell reagieren und den Frauen, die demnächst arbeitslos werden, sofort helfen. Agenturchef Luidger Wolterhoff: „Die Herausforderung für uns wird sicherlich größer. Wir wollen alle Beschäftigten schnell zu Beratungsgesprächen einladen, um über ihre Zukunftsmöglichkeiten zu reden. Lange Wartezeiten für Frauen, die sich arbeitslos melden, wird es nicht geben.“

Klaus Johann



Kommentare
01.06.2012
20:47
Schlecker schließt
von AltesHaus | #1

Wenn Karl Müllers Schlosserbetrieb insolvent wird, interessiert das höchstens den Gerichtsvollzieher, nicht aber Pop-Siggi und die Sozis in Bund und NRW oder die Gewerkschaften glech welcher Branchenzugehörigkeit.
Die Agentur für Arbeit wird jetzt ihre eigentlichen Auftrag (hoffentliche) erfüllen und für die betroffenen Mitarbeiterinnen Alternativen schaffen. Warum also diese Aufregung?
Der Staat ist ein denkbar schlechter marktwirtschaftlicher Job-Garant, Folgen daraus haben wir nicht nur in der DDR gesehen. Ich erinnere an die trotzdem nicht verhinderte Holzmann-Pleite durch und nach Auftreten von "Gas-Gerd"! Gewerkschafts-Krokodiltränen lenken jetzt nur von den Fakten ab.
Ich wünsche allen Schlecker-Mitarbeiter/Innen einen schnellen Wechsel in eine neue Beschäftigung. Habe immer gut motivierte Mitarbeiterinnen in den Schlecker-Filialen angetroffen!


Aus dem Ressort
Dieben auf der Spur - Polizei kontrolliert 172 Fahrzeuge
Kriminalität
„Riegel vor! Sicher ist sicherer“ - die Polizei verstärkt im Zuge dieser Kampagne auch ihre Kontrollaktionen vor Ort. An den Aus- und Einfahrten zu den Städten im Bereich der Kreispolizeibehörde gab es jetzt wieder solche Überprüfungen.
Landeshilfe für  Flüchtlinge  in Gladbeck dringend  nötig
Flüchtlinge
Die Stadt musste die veranschlagten Kosten für Unterbringung, Verpflegung und Krankenversorgung der Asylbewerber im laufenden Haushalt um 600 000 auf 2,7 Millionen Euro nach oben korrigieren. Für das kommende Jahr rechnet die Stadt mit weiteren Flüchtlingen und Gesamtkosten von 3,1 Millionen
Viele Spender halfen mit bei Sanierung des Steinway-Flügels
Ratsgymnasium
Freudiger Tag am Ratsgymnasium: Nach mehr als drei Monaten Abwesenheit zwecks „Frischtastenkur“ kehrte am Freitag der sanierte Konzert-Flügel des Ratsgymnasiums an seinen Standort in der altehrwürdigen Aula zurück. Und es dauerte nicht lang und die ersten Piano-Klänge waren zu hören.
Unbekannter hob in Gladbeck Geld mit gestohlener EC-Karte ab
Polizeifahndung
Die EC-Karte wurde einem Senior aus Gladbeck bereits im Mai aus seiner Wohnung gestohlen. Nun hob ein unbekannter Mann mit ihr an einem Geldautomaten in Gladbeck unberechtigt Geld ab. Die Polizei sucht mit einem Bild aus der Überwachungskamera nach dem unbekannten Täter.
Volles Haus - richtiges Erben und Vererben will gelernt sein
Finanztipps
Volles Haus in der Volksbank Ruhr Mitte in Gladbeck: Die Bank hatte zur Veranstaltung „Erben und Vererben“eingeladen. Ulrike Schönherr, Regionalleiterin West, begrüßte über 70 Interessenten. Rechtsanwalt Heinz-Theo Meyer beschrieb, wie kompliziert das Thema ist und machte auf Tücken aufmerksam.
Das Parken in der City von Gladbeck soll teurer werden
Höhere Parkgebühren in der Innenstadt - macht das Sinn?

Höhere Parkgebühren in der Innenstadt - macht das Sinn?

 
Fotos und Videos
Der Herbst hält Einzug
Bildgalerie
Kleingartenverein...
Gladbeck von oben
Bildgalerie
Aus der Luft
Familientag
Bildgalerie
Weltkindertag
Köngisschiessen
Bildgalerie
Schützenfest