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Heilig Kreuz

Kronjuwelenkommunion

24.05.2009 | 15:32 Uhr

Am 13. Mai 1934 feierte Luzia Marie Raschdorf in der Heilg Kreuz Kirche in Butendorf Erstkommunion. 75 Jahre später setzte Urenkelin Jenny die Tradition fort...

Nervös steht Jenny am Altar. Gleich ist er da, der Moment auf den sie solange gewartet hat. Das weiße Kleidchen, die weißen Blumen im blonden Haar, das weiße Handtäschchen – alles nur für diesen einen Augenblick. Endlich ist es soweit: Jenny streckt die Hände aus und empfängt zum ersten Mal den Leib Christi.

Unten im Kirchenschiff sitzt Luzia Marie Raschdorf und fiebert mit ihrer Urenkelin mit. Auch sie stand einmal da oben am Altar. Auch sie trug ein weißes Kleid und ein Blumenkränzchen im Haar. Auch sie empfing ihre erste Heilige Kommunion in der Heilig Kreuz Kirche am Sonntag nach Himmelfahrt – vor fast genau 75 Jahren.

Pfarrer Ralph Eberhard Brachthäuser ist begeistert: „Eine Kronjuwelenkommunion – das ist wirklich selten.” Am Himmelfahrtstag des Jahres 1914 wurde die Heilig Kreuz Kirche in Butendorf geweiht und so feiert die zugehörige Gemeinde seit „Urzeiten”, wie Brachthäuser betont, das Sakrament der Erstkommunion am darauf folgenden Sonntag – so auch am 13. Mai 1934, dem Tag als Luzia Marie Raschdorf die Hostie zum ersten Mal in den Händen hielt.

An ihren Festtag erinnert sich die 85-Jährige noch gut: „Wir haben Zuhause mit fünf, sechs Verwandten gefeiert. Auswärts Essen gehen – das machte man damals nicht.”

Heute ist das anders: Stolz sitzt die neunjährige Jenny am Kopf der hübsch dekorierten Tafel im Pfarrsaal der St. Antoninus-Gemeinde in Gelsenkirchen-Feldmark, wo einst auch ihre Tauffeier stattgefunden hat. Über 30 Verwandte und Hund Helmut sind gekommen, um mit ihr den großen Tag zu feiern – dementsprechend üppig fällt vermutlich der Geschenkeregen aus. Ein Fotoapparat ist Jennys großer Wunsch, der sich heute erfüllen könnte. „Geschenke habe ich damals kaum bekommen”, sagt Uroma Raschdorf. „Na ja, später im Krieg haben wir ja sowieso fast alles verloren.”

Um sich auf ihre Kommunion vorzubereiten, hat Jenny, wie sie sagt „oft” die Kirche besucht. Oft? Da kann Luzia Marie Raschdorf nur müde lächeln: „Wir mussten damals jeden Tag vor der Schule zur Kirche und sonntags stand natürlich auch Kirchgang auf der Tagesordnung.”

Die gebürtige Gladbeckerin lebt heute in Gelsenkirchen. Hier sind auch die meisten ihrer Kinder und Enkelkinder zur Erstkommunion gegangen. Nur Jennys Eltern, das Ehepaar Mrosek, die hat es zurück nach Butendorf gezogen – ein Zufall, der dazu geführt hat, dass nun auch Jenny ihren großen Moment in der Heilig Kreuz Kirche in Butendorf erleben darf. Uroma Raschdorf freut's: „Das hätte ich nie gedacht. Einfach schön . . .”

Anne Wiegel



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