Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 9°C
Gothic-Festival

Blackfield-Fans feiern auch im Regen weiter

25.06.2012 | 15:24 Uhr
Selbst auf der Bühne ging es zeitweise nicht ohne das Regencape. Auf dem Foto ist „Plastique“ von Welle Erdball zu sehen. Foto: Marc Wolko

Gelsenkirchen.   Am zweiten Tag des Blackfield-Festivals in Gelsenkirchen feierte die schwarze Szene sogar im Regen weiter. Zwar traten etliche Besucher pladdernass schon früher die Heimreise an, die Hartgesottenen wurden am Abend sogar wieder mit etwas Sonne belohnt.

Zu einem richtigen Open Air gehört Regen nunmal dazu, wissen Festival-Besucher. Aber der Segen von oben, der am Sonntag auf die Besucher des Blackfield-Festivals im Gelsenkirchener Nordsternpark runter ging, brachte sogar Hartgesottene dazu, früher ihre triefend nassen Klamotten zu packen und die Heimreise anzutreten. Wer dennoch durchhielt, wurde ab dem frühen Abend sogar wieder mit ein wenig Sonne und einem tosenden Festival-Abschluss belohnt.

Während etwa die Besucher des Hurricane-Festivals in Scheeßel im Schlamm versanken und sogar schon von einem Woodstock 2012 gesprochen wurde, blieb den Gästen im Amphitheater zumindest die Schlammschlacht erspart. „Auf so einen Dauerregen waren aber viele einfach nicht vorbereitet“, so Blackfield-Sprecher Martin Zowislok. "Dafür war aber das Zelt am Sonntag sehr gut frequentiert". Hier stellten sich nämlich viel e Fans unter. "Das hatte auch sein Gutes für die unbekannteren Bands, die dort aufgetreten sind.“

Zum Schluss auch noch Regen aus Kunstblut

Video
Schwarz war am Wochenende die beherrschende Farbe beim fünften Blackfield-Festival in Gelsenkirchen. Zum fünften Geburtstag trafen sich 12.000 Anhänger dunkler Musik im Nordsternpark. Zum ersten Mal in seiner Geschichte war das Festival ausverkauft.

Als durchaus vorteilhaft erwies sich in diesem Zusammenhang aber auch das Outfit, etwa bestehend aus Plateau-Stiefeln und Lackrock. Passend gibt’s für die Grufti-Fraktion den Regenponcho aber auch in Schwarz. Während der ein oder andere Musiker sogar Mitleid mit den Fans vor der Bühne hatte, tanzten diese sich trotz Dauerregens warm.

Den passenden Soundtrack lieferten unter anderem Stahlmann, Solitary Experiments („Wir machen Tanzmusik“) und Welle Erdball. Letztere im Outfit der 60er-Jahre und mit dem Commodore 64 im Gepäck („für 5 Euro ersteigert“), der den entsprechenden Rhythmus im Neue Deutsche Welle-Stil lieferte.

Am Rande
Festival-Splitter
Festival-Splitter

Das Zelt als zweite Bühne traf nicht unbedingt auf Gegenliebe. Dave: Dat is dock Kacke. Erstmal verlierste deinen Platz aufm Rang und dann kommste da im Zelt nich rein.

Auch ein alter Metaller verirrte sich an den Rhein Herne Kanal (“Verdammt, ich musste beim Rock Hard Festival arbeiten, deshalb bin ich jetzt hier“) und zwar nur wegen „End Of Green“. Seine Liebelingsband verpasste er allerdings am Bierstand: „Ich versuche seit sieben Tequilla darüber hinweg zukommen, aber es geht nicht.“

Man hätte sich wundern können, dass auf der anderen Kanalseite, keinerlei Schaulustige vor Ort waren. Der Johanniter erklärt: „Vor zwei Jahren sind die nackt und betrunken über den Kanal geschwommen oder haben Randale gemacht, deshalb, haben wir seitdem das Areal abgesperrt. Das hat unsere Einsatzzahlen deutlich reduziert.“

Und dann war da noch der Fotograf, der vor dem Auftritt von „Oomph!“ noch einmal Wasser lassen wollte und sich am Pissoir stehend nebenan noch einmal über die Startzeit der nächsten Band informieren wollte. „Sag mal: Wann spielen „die“ denn?“ Antwort: „Also, „wir“ spielen um zehn vor...“

Nachdem Combichrist im vergangenen Jahr ihren Auftritt aufgrund technischer Probleme noch abbrechen mussten, hatten die Norweger in diesem vorgesorgt und als Überraschungsact in der Matrix schon einmal vor Festivalbeginn am Freitag das Equipment getestet. Mit Erfolg, wie sich beim Auftritt am Sonntagabend rausstellte.

Am frühen Abend hatte es die Elektro-Combo Agonoize, die das Publikum zusätzlich noch mit einem Regen aus Kunstblut überzog dann geschafft, die dunklen Wolken zu vertreiben und nicht auch noch den Abschlussabend des Geburtstags-Festivals zu verregnen.

Termin für Blackfield 6 steht schon fest

„Für uns war es ein tolles Jubiläum, mehr kann man sich nicht wünschen“, so die Bilanz von Sprecher Zowislok, der in diesem Zusammenhang auch das Durchhaltevermögen der Blackfield-Besucher hervorhebt und lobt. Und auch die Bands waren schlichtweg begeistert von ihrem Publikum. „VNV-Nation-Sänger Ronan war von der Nähe zum Publikum so was von begeistert und würde am Liebsten jedes Mal hier im Amphitheater auftreten.“

Während über Facebook und per E-Mail die Blackfield-Macher viele positive Rückmeldungen erhalten, gab es aber auch kleinere Kritikpunkte, wie etwa die Parkgebühren im Nordsternpark. Dazu Martin Zowislok: „Auf diese hatten wir keinen Einfluss, diese werden von der Betreibergesellschaft des Amphitheaters festgelegt, aber nachdem es Kritik gab, haben wir mit dem Betreiber gesprochen und die Leute haben teilweise ihr Geld zurück erhalten.“ Fürs kommende Jahr wollen die Organisatoren die Park-Problematik deshalb frühzeitig thematisieren.

Nun, da das Festival beendet ist, beginnt für Zowislok und den Rest des Teams schon die Vorarbeit fürs kommende Jahr. Dann soll das Festival am letzten Juni-Wochenende (29. und 30. Juni) 2013 steigen. Bis August sollen dann die ersten Künstler bestätigt sein und der Vorverkauf für Blackfield Nummer sechs beginnt. (mawo)

Gothics in Gelsenkirchen



Kommentare
Aus dem Ressort
Verwaltung zahlte auch sonntags Begrüßungsgeld
Begrüßungsgeld
Jeder Ostdeutsche bekam nach dem Mauerfall 100 Deutsche Mark Begrüßungsgeld. Die städtischen Mitarbeiter Klaudia Peters und Ulrich Exner zahlten es damals aus – auch mal am Wochenende.
Gelsenkirchenerin (73) wehrt sich gegen Zahlungsbescheid
EVAG
Eine 73-Jährige Seniorin aus Gelsenkirchen streitet sich mit der Essener Verkehrs AG. Ihr wurden 40 Euro aufgebrummt, weil sie angeblich mit einem falschen Ticket unterwegs nach Essen war.
Gelsenkirchener Berufskollegs für die Zukunft aufstellen
Bildung
Spätestens im Schuljahr 2013/24 werden die Schülerzahlen der Gelsenkirchener Berufskollegs die Talsohle erreicht haben. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens der Projektgruppe Bildung und Region. Deren Empfehlung: Die heute vier Berufskollegs mit ihren sieben Standorten auf drei Zentren...
Wandel in Gelsenkirchen – vom Reformhaus zum Bio-Körbchen
Handel
Isabel Evers und David Bone vermarkten bislang auf dem Altstadt-Markt in Gelsenkirchen und in ihrem Bio-Laden in Moers Produkte aus eigenem Anbau. Nun übernehmen sie das Ladenlokal des Wörishofener Kräuterhauses und wollen dort spätesten nächsten März ihr „Bio-Körbchen“ eröffnen.
S04-Mitarbeiterin soll mit Knappenkarten betrogen haben
Arbeitsgericht
Auf Schalke zahlen die Fans mit ihrer Knappenkarte. Mit einer solchen soll eine Arbeitnehmerin ihren Arbeitgeber Schalke 04 um Geld betrogen haben und wurde deshalb im Sommer gekündigt. Die Schalker stehen damit juristisch aber auf dünnem Eis, die Mitarbeiterin könnte vor Gericht siegen.
Umfrage

Geht es nach dem Willen der nordrhein-westfälischen Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK), dann sollen langjährige Empfänger von Hartz IV, die kaum noch Aussicht auf Rückkehr auf einen regulären Arbeitsplatz haben, als „Assistenten“ in Schulen, Kitas sowie Alt- und Pflegeheimen eingesetzt werden. Im Gegenzug werden ihre Sozialleistungen aufgestockt und künftig als „Gehalt“ gezahlt. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos
Schalke-Choreos
Bildgalerie
Schalke-Fans
Bierpreise in Bundesliga und Region
Bildgalerie
Bierpreise
Erster Heimsieg für Di Matteo
Bildgalerie
Schalke 04