Stadt Essen bemängelt Hochtische in der Gastronomie
31.07.2012 | 15:45 Uhr 2012-07-31T15:45:00+0200
Essen-Werden. Erlebt Essen bald einen neuen "Tische-Krieg"? Diesmal haben die Ordnungshüter eine Gaststätte in Werden auf dem Kieker. Der Vorwurf: Die Außenbestuhlung der Gastronomie passe nicht ins Stadtbild. Warum? Die Tische seien zu hoch und nicht fein genug.
Es nimmt einfach kein Ende. Es ist erst ein paar Wochen her, da beschwerten sich zwei Anwohner über die Live-Musik von Folkwang-Studenten in der Kneipe „Alt Werden“... Nachdem die Musikveranstaltungen also erst mal auf Eis gelegt werden mussten, folgten die nächsten Beschwerden: Zur Sommerzeit sei es abends zu laut, wenn die Gäste noch draußen vor der Gaststätte ihr Bierchen trinken würden. Inhaber Kristian von der Stein muss seine Gäste also um 22 Uhr hinein bitten.
Als sei das alles nicht genug, nun in Sachen Alt Werden gleich die nächste Beanstandung, diesmal von Seiten der Stadt. Die Außenbestuhlung passe nicht ins Stadtbild, oder genauer gesagt: Sie entspräche nicht den Gestaltungsvorgaben, die speziell für Werden festgelegt sind.
Die Hochtische und die Hocker davor seien zu „klobig“, wie es Jeanette Kern, Sprecherin der Stadt, begründet. Und: Das Mobiliar müsse in den Charakter des Denkmalgebäudes passen. Dem Amt für Denkmalpflege schwebe da eher eine „feinere“ und vor allem niedrigere Bestuhlung vor.
Alteingessene Bierkneipe, die es seit Jahrzehnten gibt
Kristian von der Stein kann da nur mit dem Kopf schütteln: „Wir reden hier über eine alteingesessene, typische Bierkneipe, die es seit vielen Jahrzehnten gibt. Typischer, als diese Holztische, die wir haben, könnten die Möbel doch gar nicht sein.... Oder sollen wir jetzt Plastiktische und Aluminiumstühle hier aufbauen? Das würde dann in die mit Kopfstein gepflasterte Gasse und zu dem denkmalgeschützten Gebäude passen?“
Boris Frerix, Sohn des verstorbenen Heinz „Pizzi“ Frerix, der die Gaststätte jahrelang betrieb, kann die ganze Aufregung ebenfalls nicht nachvollziehen: „Mein Vater hatte ähnliche Hochtische vor der Tür. Damals hat das niemanden interessiert. Und jetzt sind die Tische auf einmal zu klobig?“
Das Thema ist derzeit auch Gesprächsthema Nummer eins bei den Gästen. Sie haben ebenfalls kein Verständnis für den Wirbel. An der Theke ist die Rede ist von „Schikane“ und „blödem Unfug“.
Bierchen an kleinen Bistrotischen?
An welcher Art von Bestuhlung die Gäste künftig vor dem „Alt Werden“ Platz nehmen können, wollen die Vertreter des Amtes für Denkmalpflege demnächst mit dem Betreiber besprechen. „Da muss man sich zusammensetzen und Vorschläge erarbeiten“, so Jeanette Kern. Kristian von der Stein hofft nur, dass seine Gäste, die er mit der Gaststätte übernahm und die seit vielen Jahren hier ein- und ausgehen und den rustikalen Stil der Gaststätte so sehr schätzen, demnächst nicht an kleinen Bistrotischen ihr Bierchen trinken müssen.
Nach der Übernahme 2011 waren alle froh, dass das urige Ambiente der Traditionsgasstätte nicht verändert wurde. Kristian von der Stein wartet jetzt gespannt auf Vorschläge, die ihm da gemacht werden...
14:10
ob das nicht durch den ach so geliebten werdener werbering ausgelöst wurde.
08:17
Hier sollte der Westen mal recherchieren in wie weit Verbindungen zwischen den Beschwerdeführern in punkto Livemusik und den Verantwortlichen bei der Stadt Essen bestehen. Für meinen Geschmack "riecht das nach einer konzertierten Aktion von Jemandem der Jemanden kennt" und der aus welchem Grund auch immer dieser Kneipe oder ihrem Inhaber möglichst viele Steine in den Weg legen möchte.
Sollte dem nicht so sein wundert mich wieviel Zeit offensichtlich einige Bedienstete der Stadt Essen so haben um sich mit Tischen die m. E. durchaus in das Bild einer Altstadt passen zu beschäftigen. Gibt es da wirklich nichts Wichtigeres???
22:14
Also was für die Altstadt in der Landeshauptstadt recht ist, sollte doch für das "Werdener Altstädtchen", die übrigens sehr schätze, doch auch gültig sein. Noch dazu handelt es um hochwertige Stehtische, die nun wirklich deutsche Gemütlichkeit, vor allem bei Touristen aus dem In- und Ausland, ausstrahlen. Besser kann man es doch nicht machen. Sitzplätze gibt es doch an den anderen Lokalitäten in Werden genug. Der Stehtisch ist doch auch ein Stück Industriekultur. Was will man also mehr. Lasst euch nicht unterkriegen und kämpft weiter gegen den Irrsinn.
18:14
Wie könnte man den Wirt noch weiter gängeln?
Liebe Stadt ich hätte da ein paar Vorschläge:
1.Die Farbe der Wand der Aussenfassade ist nicht gelb genug
2.Die umgebenden Grünflanzen entsprechen in ihrer Blätterform nicht der nach § 08/15 Absatz 1 Unterparagraph 4 festgelegten Norm.
3.Die Sonnenschirme,insbesondere der auf dem Photo sichtbare,weist einen für Werden unzumutbaren Schrägstand auf.
4.Die beiden Treppenstufen im Eingangsbereich sind,völlig untypisch für den Rest Werdens eindeutig ungleich hoch.
All diese schweren Mängel müssen doch ausreichen um dem Wirt den Weiterbetrieb der Gaststätte fristlos zu untersagen.....
15:52
Typisch Stadt Essen, statt den eigenen verkommenen Laden in Ordnung zu bringen,
macht man es der ohnehin ums Überleben kämpfenden Gastronomie noch künstlich
schwerer, als ob die nicht schon genug Auflagen zu erfüllen hätten.
15:33
Mir passt Jeanette Kerns Gesicht auch nicht. Also was sagt uns das?
12:52
Unverschämt was sich die Stadt hier leistet. Wenn diese Holztische nicht in die Altstadt passen, was dann? Würde mich freuen, wenn es mehr solcher Hochtische gäbe, an denen man kurz stehend ein Bier trinken kann und dann weiter geht, ganz so wie an den Brauhäusern in Düsseldorf.
11:22
Man sollte mal die Stadt Essen an den Pranger stellen. Ob die Eingangspforte vom Rathaus für mehrere 100000 Euros nicht in das Stadtbild passt!
Vorallem wer ist Frau Jeanette Kern???
........ vom ehamaligem Stadtsprecher , der jetzt für den Justizminister arbeitet oder spricht oder war Ihre Frage anders gemeint ??
09:51
Ähnlich wie in Kettwig, wo man sich schon seit Jahren darum bemüht, Kneipen aus dem Innenstadtbereich zu verbannen.
Vorbei die Zeiten, als in der Innen-/Altstadt fast jedes 2. Haus eine Kneipe hatte.
Die Innenstadt/Altstadtbereich mit seinem Fachwerk ist ein Wohngebiet geworden.
Ich betone das noch: Ein Vorzeige-Wohngebiet!
Die Stiege: Hier darf man "wegen der Anwohner" ab 9-10 Uhr nur noch im Biergarten flüstern. Der alte Wirt vom Kirschbaum bekam Druck, da sein Bierzelt im Biergarten eine Nachbarmieterin belästigte.
Beispiel Mülheim: Die Fünte an der B1 musste seinerzeit den Biergarten schliessen, weil sich die zugezogene Mieter mehr über den Biergarten"lärm" aufregten als über den Verkehr auf der B1.
Klar, eine Kneipe ist Abends laut, der Alkohol tut sein Übrigens, keine Frage. Nur damit muss ich mich als Anwohner arrangieren, insbesondere im Innenstadtbereich!
Zum Thema: Ebenso wie die Akustik muss das Bild einer Kneipe stimmen!
"Schicke" Altstadt muss "schicke" Stühle haben!
09:40
Meine Güte - haben die einen an der Waffel!