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Unter Druck

06.02.2013 | 20:09 Uhr
Unter Druck
Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Vom einen auf den anderen Tag hat die Stadt ihren Pressespiegel eingestellt – aus Spargründen, so erzählte man der Politik. Wahr ist: Die Medienauswertung wurde nie bezahlt.

Dass mancher von ihnen erst aus der Zeitung erfährt, was er da im Rat tags zuvor beschlossen hat – das ist natürlich nur ein bösartiges Gerücht. Dennoch wissen Essens Lokalpolitiker genauso wie die Verwaltungsleute im höchsten Rathaus der Republik, was sie an den Zeitungen haben, und wem in der Vergangenheit schon mal der Überblick fehlte, der vertraute darauf, dass Hans-Werner Kimmeskamp ihm den verschaffte.

Denn Kimmeskamp ist im Presse- und Kommunikationsamt unter anderem für den Pressespiegel zuständig, der allmorgendlich auf im Schnitt 80 Seiten eines Online-Dokuments sämtliche halbwegs wichtigen Artikel über die Stadt verschickte, jene aus den Medien der WAZ-Gruppe genauso wie überregional, von Handelsblatt bis Süddeutsche und FAZ.

Bis auf Weiteres kein Pressespiegel

Bis zum vergangenen Montag jedenfalls. Denn da erging an den üblichen Verteiler nur ein einziger Satz: „Aufgrund verschiedener Probleme erscheint der Pressespiegel bis auf Weiteres nicht.“

Wer nachfragte, bekam zu hören, dass der zuständige Fachbereich sich „derzeit in einer Umstrukturierungsphase befindet“. Dabei würden alle Aufgaben einer personellen, finanziellen und inhaltlichen Überprüfung unterzogen, und diese Überprüfung habe hinsichtlich des Pressespiegels ergeben, „dass diese Aufgabe nicht mehr wahrgenommen werden kann“.

„Unverzichtbares Instrument“

Was die einzelnen Verästelungen der Verwaltung darüber denken, ist nicht bekannt, fest steht nur, dass die lokale Politik sich erst irritiert zeigte und nun auf die Barrikaden geht: Ein „unverzichtbares Instrument“ der politischen Arbeit sei der Pressespiegel der Stadt, klagt man über Parteigrenzen hinweg – und fragt sich, warum der Plan, die Medienauswertung einzusparen, in der jüngsten Etatdebatte des Rates denn so gar keine Rolle spielte.

Nun, der Grund dafür könnte sein, dass die Ersparnis vor allem darin liegt, dass man eine Ausgabe vermeidet, von der man offenbar erst dieser Tage gemerkt hat, dass sie eigentlich seit Jahren fällig ist. Denn elektronische Pressespiegel darf nach Paragraph 49 des Urheberrechts-Gesetzes nur betreiben, wer dafür eine „angemessene Vergütung“ zahlt.

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Kommentare
12.02.2013
15:08
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von viwatrou | #7

Der Pressespiegel ist in der Tat entbehrlich.

1. es steht nichts aber auch garnichts von Bedeutung darin.
2. Hört es dann vielleicht auf, dass Presseleute meinen a) sie hätten Ahnung; b) sie sind dazu berufen Wertungen vorzunehmen; c) die parteiliche Stimmungsmache hört auf und die örtlichen Wichtigtuer - IGR etc. - haben plötzlich nur noch das Leserpotential, dass auch dafür bezahlt. (und die merken dann schnell was hier für ein Spielchen getrieben wird)

Die Politiker merken dann wahrscheinlich auch, dass es echt egal ist, was der "Lokalchef" schreibt bzw. schreiben läßt oder kommentiert oder ob in China der berühmte Sack Reis umfällt.

Vielleicht machen sie dann auch ´mal Politik nach dem Nutzen für die Bürger und nicht nach dem was ggfls. in der Zeitung steht.

Letzteres hätte echt etwas.

07.02.2013
16:05
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von Erika_Denter | #6

DOCH, der Pressespiegel der Stadt wird gebraucht. Ansonsten ist es für Politik wie auch Verwaltung unmöglich, einen Überblick über die Berichterstattung zu bekommen. Man bekommt eben nicht ALE Stadtteilausgaben zusammen, ALLE Käseblätter plus Borbecker und Werdener Nachrichten - und schon gar nicht die Berichte der überregionalen Presse.
Davon profitieren auch nicht "nur" die Ratspolitiker, sondern auch die städtische Verwaltung, die städtischen Gesellschaften und etliche "externe" Empfänger".

Dass hierfür Geld gezahlt werden muss, ist übrigens auch nicht anders, als wenn man GEMA-Gebühren zahlt. Kann man drüber jammern, aber mir ist es schon wichtig, dass die Musiker wie Journalisten für ihre "Leistung" eine Vergütung bekommen.

07.02.2013
09:38
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Name von Moderation entfernt | #5

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07.02.2013
08:44
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von lemonbutter | #4

Naja den Pressespiegel in Essen bei der Stadt braucht niemand, da es hier nur eine Zeitung mit fünf verschiedenen Namen gibt erübrigt sich das ganze schon. In Essen gibt es nur den WAZ Konzern, da braucht man dann auch keinen Pressespiegel.

06.02.2013
23:55
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von exmex | #3

Na wenn ich die meisten Artikel hier lese, muss ich sagen 1,87 Cent ist auch verdammt teuer.

06.02.2013
20:53
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von praktiker66 | #2

verlogene lokal hansels,

wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass.

Wenn gespart werden muss - nach politscher Beschlusslage isst man sich da ja zu Recht einig - müssen mit weniger Personal natürlich auch Aufgaben wegfallen (im Verwaltungssprech heißt das: Aufgabenkritik !). Aber Bitte doch nicht im jeweiligen Stadtbezirk unserer Ego - Demokraten und schon gar nicht für die eigene Mandatsarbeit.

Also Bitte liebe Verwaltung:

An der anderen Seite der Stadt einsparen....
Wie stellen sich diese Tells denn Stellen- und Geldmitteleinsparungen vor?

06.02.2013
20:46
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von memax | #1

ja, ja, der arme WAZ - Konzern. Jetzt werden schon Jammerartikel platziert, dass für das merkwürdige Geschreibsel nicht ausreichend bezahlt wird.

Sie sollten sich einmal Gedanken darüber machen, dass der Verlust Ihrer Abonnenten (= direkte Umsatzverluste + reduzierter Wert für Werbeinteressierte) signifikant mit dem Qualitätsverlust der Zeitung korrelliert. Einfach nur im Internet googeln und gefundene Artikel verhunzen, kann jeder, dafür brauche ich keine WAZ.

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