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Uni Duisburg-Essen belegt fast alle Fächer mit einem NC

19.02.2013 | 10:00 Uhr
Uni Duisburg-Essen: Wer zum nächsten Wintersemester Einlass begehrt, muss bestimmte Bedingungen erfüllen.

Essen.  In diesem Jahr droht der doppelte Abiturjahrgang die Kapazitäten der Unis zu sprengen. Auch an der Uni Duisburg-Essen werden ab dem Wintersemester fast alle Studienfächer zulassungsbeschränkt. Die Schüler der Abiturjahrgänge spüren den Druck, einen möglichst guten Abschluss zu machen.

Man kann inzwischen den Eindruck bekommen, sich wahlweise mitten im Krieg oder im Angesicht einer Naturkatastrophe zu befinden, wenn vom doppelten Abiturjahrgang die Rede ist. Der werde für einen „Ansturm“ auf die Universitäten sorgen, hört man stets. Von einer „Monsterwelle“, die auf die Hochschulen zurollt, schrieb jüngst eine große Tageszeitung.

Nun sind wir hier von Tsunamis und bewaffneten Konflikten glücklicherweise weit entfernt, aber es stimmt ja: Die Universitäten müssen sich überlegen, wieviel der zusätzlichen Nachfrage sie bedienen können, ohne unzumutbare Lernbedingungen zu schaffen. Auch vor Ort sieht man sich deshalb gezwungen, den Graben ein bisschen tiefer zu machen. Abgesehen von wenigen Ausnahmen werden an der Uni Duisburg-Essen demnächst wohl alle Fächer mit einem Numerus Clausus belegt werden.

NC bislang bei der Hälfte der Fächer

Bislang ist rund die Hälfte der 117 grundständigen Studiengänge zulassungsbeschränkt. Vor allem in den Lehramtsfächern ist der Andrang schon seit langem groß. Die NCs an der Universität Duisburg-Essen lagen im vergangenen Jahr zwischen 1,5 für das Lehramtsstudium Biologie an Gymnasien oder Gesamtschulen und 2,7 für das Bachelor-Studium der Volkswirtschaftslehre oder zum Kulturwirt. Viele andere Studiengänge waren gänzlich offen.

Studis reden Klartext

Dabei wird es nicht bleiben können, so Uni-Sprecherin Beate Kostka. „Wir werden im Wintersemester 2013/2014 voraussichtlich alle Studiengänge nur noch zulassungsbeschränkt vergeben können.“ Davon ausgenommen sind lediglich einige internationale Ingenieur-Studiengänge. Die Uni verweist darauf, sie habe bereits in den vergangenen Semestern erhebliche Zusatzbelastungen geschultert und deutlich mehr Studenten angenommen als mit dem Land vereinbart. Trotz Beschränkung wird die Hochschule zum Wintersemester wohl die 40.000 Studenten-Marke knacken. Derzeit studieren 39.000 Männer und Frauen an der Uni Duisburg-Essen.

Schülervertreter: „Der Druck steigt“

Bei den Abiturienten ist selbstverständlich längst angekommen, dass es beim Wettbewerb um die Studienplätze eng werden wird. „Der Druck ist gestiegen“, sagt Max Reinhard von der Essener Bezirksschülervertretung, der selbst in diesem Jahr das Abitur macht. „Viele gucken längst, mit welchem NC sie rechnen müssen und überlegen, wie sie den schaffen.“ Wer eigentlich gern in der Region bleiben möchte, habe diesen Plan oftmals abgehakt.

Nicht nur Universitäten vor Ort in Betracht zu ziehen, dazu raten auch die Abiturienten-Berater der Essener Arbeitsagentur dringend. „Hier im Ballungsraum ist die Zahl potenzieller Studenten besonders groß“, so Agentursprecherin Katja Hübner. Ein Trend der vergangenen Jahren dürfte sich deshalb unvermindert fortsetzen: das Studium im Ausland und insbesondere in den benachbarten Niederlanden . „Dort gibt es meistens gar keinen NC.“



Kommentare
20.02.2013
18:51
Uni Duisburg-Essen belegt fast alle Fächer mit einem NC
von Leseviel | #5

Ich kann "hobbitt" nur zustimmen. Auch ich habe vor nicht allzulanger Zeit vergleichbare Erfahrungen mit jüngeren Kommilitonen gemacht.
Jeder sollte das Recht darauf haben zu lernen, aber für das Lernen an der Uni sollten schon gewisse Grundlagen vorhanden sein. Mit dem Vorstoß des "Nichtmehrsitzenbleibenkönnens" werden diese aber höchstwahrscheinlich nicht erreicht werden.

19.02.2013
22:50
Uni Duisburg-Essen belegt fast alle Fächer mit einem NC
von Mell234 | #4

Da nach "Freibier für alle" und "Abi für alle" ja auch "Studium ohne Kosten für alle" beschlossen wurde von der rotgrünen Schuldenkoalition, ist das alles doch kein Wunder. Man bekommt eben, was mehrheitlich gewählt wurde.

19.02.2013
13:11
Geschlossene Gesellschaft an der Uni Duisburg-Essen
von hobbitt | #3

JAU
Abitur für alle mit 18 Jahren überreicht von Frau Löhrmann. Ohne Lernen, Pauken Allgemeinwissen, nein nicht mal ein Mindestmaß an Grundwissen sollte erforderlich sein.
Armes Deutschland.
Habe vor einigen Jahren zusammen mit im Schnitt 10 Jahre jüngeren Kommilitonen studiert und war entsetzt über das Niveau. Da gab es Leute, die einfachste Texte nicht verstanden haben, aber studieren wollten. Sorry, aber wir sind nicht alle gleich und es sollte sicher nicht jeder studieren.

19.02.2013
11:25
Geschlossene Gesellschaft
von frauhause | #2

Kaum hat die Politik beschlossen das G8 einzuführen, schwupp, sind die 8 Jahre rum. So wie in jedem Jahr Heiligabend, kommt dieser Termin völlig überraschend. Entgegen den vollmundigen Zusagen aus der Politik, hat man sich auf den Doppeljahrgang nicht vorbereitet. Trotz warnender Stimmen war alles kein Problem. Das würde man schon wuppen und die Jugendlichen nicht auf der Straße stehen lassen. Man konnte ja nicht ahnen, dass die 8 Jahre soooo schnell vergehen. Das Problem setzt sich dann auch in den kommenden Jahren fort. Denn wer jetzt nicht unterkommt, kommt ja im nächsten Jahr wieder. Schade für die jungen Leute.

19.02.2013
10:17
Geschlossene Gesellschaft
von netzschrecken | #1

Jeder sollte studieren und Doktorarbeiten schreiben dürfen. Vielleicht gibt es demnächst auch Gesamt-Unis, wo neben Master- und Bachelor- auch Pioneer- und Greenhorn-Abschlüsse möglich werden.

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