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Trink-Tipps von der Tee-Expertin

20.03.2011 | 18:02 Uhr
Trink-Tipps von der Tee-Expertin
Die Tee-Expertin Janine Krzywitzk berät im Sheraton Hotel jeden, der mehr über das beliebte Aufgussgetränk erfahren will. Foto: Oliver Müller

Essen.Janine Krzywitzki wurde in Sri Lanka zur Tee-Expertin ausgebildet. Was Liebhaber des Aufgussgetränks beachten sollen, zeigt und erklärt die 22-Jährige im Sheraton Hotel. Gefragt sind Ruhe und Geduld - und Genießer.

Teatimer. Foto: Oliver Müller

Abwarten und Tee trinken, das rät ein altes Sprichwort. Kein Wunder, denn das neben Wasser meistgetrunkene Getränk der Welt hilft, sich in Ruhe und Geduld zu üben – und im Ge­nießen. Wie man Tee richtig zu­bereitet, weiß Janine Krzywitzki, ihres Zeichens Tee-Expertin des Sheraton Essen Ho­tel. In der „Tea Academy“ des seit 1823 für seine hohe Qualität bekannten Frankfurter Teehauses Ronnefeldt wurde die 22-jährige Hotelfachfrau in drei Stufen zur „Tea Masterin Gold“ ausgebildet. Am Ende stand eine Prüfung. 25 Sorten galt’s zu erkennen, 100 Fragen richtig zu beantworten. Die letzte Etappe führte sie auf Entdeckungsreise nach Sri Lanka im indischen Ozean, der Heimat des Ceylon-Tees.

Gärten mit Gewürzen

Zehn Stunden Flug entfernt reiht sich eine Plantage an die nächste, am Horizont sind Teefabriken zu sehen und Gärten mit exotischen Gewürzen. In einem Garten kniet Janine Krzywitzki vor einem Teebusch, reißt ein Blatt ab und riecht daran. „Der Geruch ist einmalig. Jede Sorte riecht an­ders.“ Bei Ronnefeldt lernt sie, wie Tee angebaut, ge­hegt, ge­pflückt, verarbeitet und zubereitet wird. Nach der Ernte kommen die Blätter zwölf bis 18 Stunden in Welktröge, da­mit sie weich und geschmeidig werden.

Herstellung
Eine Frage der Methode

Spitzentees erhält man nur durch die orthodoxe, traditionelle Me­thode, bei der durch viel Handarbeit der Tee sehr schonend behandelt wird, was den Aromen zugute kommt. Die verschiedenen Arbeitsschritte dauern insgesamt 20 bis 24 Stunden. Im Gegensatz dazu gibt es in der maschinellen Massenproduktion das CTC-Verfahren, bei dem das Blattgut in acht bis zwölf Stunden zermahlen, gerissen und gerollt wird. Teetrinken fördert das Wohlbefinden, erhöht die Konzentrationsfähigkeit, fördert die Gehirndurchblutung, beschleunigt den Abbau von Alkohol, Medikamenten und Fetten, begünstigt den Stoffwechsel und stärkt die Zähne. Früchtetee wird nicht aus Teeblättern, sondern aus Blüten, Wurzeln, Blättern und exotischen Früchten hergestellt.

Danach werden sie in einer Maschine gerollt und fermentiert. Der Zellsaft oxidiert dabei, die Blätter verfärben sich und das typische Teearoma entsteht. Zuletzt wird der Tee getrocknet und kommt in den weltweiten Handel.

Eine Baumschule für Tee­pflanzen schaut sich die Hotelfachfrau als eine von zwölf Teilnehmern ebenfalls in Sri Lanka an. Tee sei nicht gleich Tee. „Es gibt da riesige Qualitätsunterschiede. Das ist wie beim Wein“, erklärt sie. Ob in der Kräutermischung, als grüner oder schwarzer Tee – Krzywitzki riecht, schlürft und be­wertet mit ihren Kollegen Teevariationen aus Indien, China, Japan und Taiwan. „Uns Teemaster kann man mit Sommeliers vergleichen“, sagt sie. Nur 100 „Teamaster Gold“ gibt es weltweit, unter anderem im Ritz-Carlton Berlin, im Grand Hotel Heiligendamm, im Pa­lais Coburg Wien und im Kempinski Hotel Falkenstein.

Wer Tee trinkt, muss die Ziehzeit beachten, rät Krzywitzki: „Je länger Tee zieht, de­sto beruhigender wirkt er.“ Bis zur zweiten Minute sei er anregend, Koffein werde freigesetzt, ab der zweiten Minute das Tannin. Wer Tee kauft, der sollte auf die Qualität achten: „Blatt-Tee ist der beste, gefolgt von Brokentee. Fannings, das sind größere Blatteilchen, sind okay. Teebeutel enthalten oft nur Teestaub, gemahlene Stängel – al­so Reste“, so die Expertin. Ge­lagert wird Tee gut im Dunkeln und an Orten, an denen es we­nig Feuchtigkeit gibt. Gut verpackt ist er bis zu drei Jahre haltbar. Sogenannte Früchte- und Kräutertees sind übrigens keine echten Tees, da sie keine Teeblätter enthalten.

Die Tee-Expertin Janine Krzywitzki präsentiert ihren Musterkoffer mit exotischen Teesorten. Foto: Oliver Müller

Ein Blick nach Essen: 128 verschiedene Teesorten und 40 Kräuter bietet „Die Tee Oa­se“ von Birgit Feldmann an. Seit knapp fünf Jahren führt sie den Steeler Laden. „Durch den beliebten Chai Tee ist das Interesse hierzulande gewachsen, auch unter Nicht-Teekennern“, sagt Jens Feldmann, zu­ständig für die Logistik in der Tee Oase. Gefragt sei derzeit der „Morgentau“ von Ronnefeldt, ein aromatisierter Grüntee aus China. Earl Gray Tee würde auch gerne gekauft. Tee sollte man genießen und dazu gehöre das passende Zubehör, wie das Tee-Ei und Porzellan.

Die Tee-Expertin Janine Krzywitzki und ihr Lieblingstee. Foto: Oliver Müller

Vom Namen her hat die „Kaffeerösterei Ru­bens“ in Rüttenscheid nichts mit Tee zu tun – „aber die Nachfrage ist da; deshalb haben wir vor einiger Zeit ein kleines Teesegment eingeführt“, sagt Nicole Strelow, die mit ihrem Mann Marcus das Geschäft führt. 40 Sorten Tee und acht Biosorten halten sie für ihre Kundschaft parat. „Gelagert wird der ge­trocknete Tee in Aluminiumdosen, da er gerne Fremdgerüche annimmt. Das ist für zu Hause ratsamer, als ihn in Plastiktüten oder Folie zu la­gern“, so Strelow. Licht habe ebenfalls einen negativen Einfluss auf den Geschmack. Tee-Neulingen rät die Expertin, nicht mit zu kräftigem aber hochwertigem Tee zu beginnen: „Sikkem-Teni ist eine mittelkräftige Sorte, die ich selbst gerne trinke und für Einsteiger empfehlen kann.“ Darjeeling sei eher leicht und biete sich daher auch für Tee-Neulinge an. Wer allerdings viel Kaffee trinkt, benötige etwas Kräftiges, da der Geschmack bei ihm meist schon abgestumpft ist. Auch bei den Strelows ist der Morgentau Grüntee von Ronnefeldt stark nachgefragt.

In Sorge um Japan

Mit Sorge schaut Jens Feldmann von der „Tee Oase“ allerdings auf die Situation im Kernkraftwerk Fukushima, denn aus Japan kommen viele Teesorten. „Ich rechne damit, dass die Nachfrage nach Tee wegen der Katastrophe in Ja­pan stark zurückgehen wird“, sagt er. Als regionale Alternative zum Tee aus Fernost bieten sich getrocknete Hibiskusblüten aus dem Grugapark an. Sie sind für kleines Geld im Pflanzenschauhaus erhältlich, so­lange der Vorrat reicht. Als Hi­biskusblütenaufguss sind die Gewächse heiß und kalt ein echter Genuss, von dem man weiß, woher er kommt.

Pascal Hesse

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Kommentare
23.03.2011
10:50
Trink-Tipps von der Tee-Expertin
von c2c2d | #3

@ #1 von holmark ,
eigentlich haben Sie Recht und doch wieder nicht.

Gewisse Pflanzen haben eine Gesundheitsfördernde Wirkung und ist unerlässlicher Bestandteil unseres Daseins.

So bevorzuge ich für mein Gesundheitliches Wohlbefinden ausschließlich heimische Kräuter, die ich teilweise selber im Garten anbaue um mir mal ein genüsslichen Aufguss zu bereiten.

Aber ich denke es sollte jedem selbst überlasen bleiben, woher Er/Sie ihren Tee beziehen.

Doch eines ist unumstößlich wer Tee trinkt findet innere Ruhe.
Denn der Glaube versetzt Berge.

21.03.2011
11:22
Trink-Tipps von der Tee-Expertin
von Captain_Obvious | #2

Sri Lanka im pazifischen Ozean?
Adjektive in Namenbezeichnungen schreibt man groß. Und Sri Lanka liegt im Indischen Ozean :)

21.03.2011
09:09
Trink-Tipps von der Tee-Expertin
von holmark | #1

Braucht man wirklich Trinktipps, um aromatisiertes heißes Wasser zu trinken?

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