Das aktuelle Wetter Essen 17°C
Schule

Schulleiter zweifeln am Verbot von Abi-Scherzen

05.07.2012 | 19:17 Uhr
Schulleiter zweifeln am Verbot von Abi-Scherzen
Auch bei den Schulleitern gibt es Zweifel, ob der Beschluss der Direktoren der Essener Gymnasien und der Gesamtschulen, im kommenden Schuljahr die Mottowochen, den Abi-Scherz und die Party am letzten Schultag in den Schulen zu verbieten, vernünftig ist. Foto: IKZ

Essen.   Der Beschluss der Direktoren der Essener Gymnasien und der Gesamtschulen, den Abi-Scherz und die Party am letzten Schultag in den Schulen zu verbieten, hat zu Diskussionen geführt. Schuldirektoren suchen Gespräch mit Schülern. Nicht alle Schulleiter sind von dem Feier-Verbot überzeugt.

Der Beschluss der Direktoren der Essener Gymnasien und der Gesamtschulen, im kommenden Schuljahr die Mottowochen, den Abi-Scherz und die Party am letzten Schultag in den Schulen zu verbieten (die NRZ berichtete), hat zu vehementen Diskussionen geführt. Vor allem die angehenden Abiturienten an den Schulen, deren Mottowoche lustig, friedlich, störungsfrei verlief, fühlen sich benachteiligt: „Das darf nicht wahr sein.“ Auch die Essener Bezirksschülervertretung will den Beschluss nicht akzeptieren.

Doch auch bei den Schulleitern gibt es Zweifel. Für Gabriele von Heymann, Direktorin des Gymnasiums Überruhr, ist der Beschluss „nur schwer zu vermitteln“. In Überruhr habe es nie Probleme gegeben, „hier haben sich alle an die Regeln gehalten, und oft war es einfach nur lustig“. Nun werde man nach neuen Wegen suchen, schweren Herzens.

Für Klaus Wilting, den Direktor des Viktoria-Gymnasiums am Kurfürstenplatz, steht zunächst das Gespräch mit den Schülern im Vordergrund: „Wir hatten wirklich keine Probleme.“ Sicher werde man über neue Formen reden, dass aber nichts gemacht werden dürfe, davon könne keine Rede sein. „Andererseits fühlen wir uns auch an den Beschluss gebunden.“

Schulleiter mit gemischten Gefühlen

Das beurteilt Ursula Alsleben, die Direktorin des Gymnasiums Borbeck, nicht anders: „Es ist nun einmal so beschlossen.“ Andererseits: „Bevor die Schüler auf der anderen Straßenseite stehen, um zu feiern, hole ich sie lieber auf den Schulhof.“ Wie man nun im Detail verfährt, das will sie mit dem Mädchengymnasi­um Borbeck besprechen: „Wir werden auch da die Kooperation suchen.“ Und natürlich werden sich beide Direktorinnen mit den Schülern zusammensetzen.

Für Holger Ellwanger, den stellvertretenden Direktor des Alfred-Krupp-Gymnasiums in Frohnhausen, ist der Beschluss erstmal ein „Anstoß“ für eine schulinterne Diskussion: „Wir hatten hier keine Probleme, natürlich werden wir mit den Schülern reden.“

Quell der Freude?

Auf Gespräche setzt auch Martin Tenhaven am Leibniz-Gymnasium in Altenessen. Andererseits sieht der Direktor auch die bindende Wirkung: „Die Mottowoche ist nun auch nicht immer ein Quell der Freude. Da kommt man sicher auch zu anderen Ideen.“ Dass etwas stattfinden werde, stehe aber fest.

An der Goetheschule in Bredeney hat sich Vera Bittner dazu Gedanken gemacht: „Ich sehe mehr Sinn darin, nach den Prüfungen zu feiern“, sagt die Direktorin. „Dies dann in Projektwochen aufzufangen und in einem großen Schulfest enden zu lassen, etwa mit einer großen Party, das hielte ich für angemessen.“ Dazu wird es Gespräche geben, sagt Vera Bittner, „wir werden das im Konsens lösen“. Klar sei für sie aber: „Eine Mottowoche mit 210 Abiturienten wird es sicher nicht geben. Ich denke, wir werden einen vernünftigen Weg finden.“

Auch am Mariengymnasium in Werden will sich die Direktorin Christiane Schmidt mit den Schülern und den Jahrgangsstufen-Leitern zusammensetzen, um zu sehen, „was machbar ist, und was nicht. Wir haben damit immer sehr gute Erfahrungen gemacht“.

Hans-Karl Reintjens



Kommentare
07.07.2012
20:46
Schulleiter zweifeln am Verbot von Abi-Scherzen
von drasos | #7

Sollen eigentlich so nach und nach alle Traditionen abgeschafft werden?

Dann schlage ich vor möglichst zeitnah auch "Wahlen" abzuschaffen,da man erstens sowieso keine "Wahl" hat da alle "Parteien" eh dassselbe machen/wollen(ihre Diätem möglichst lange kassieren) und alles das was der 2wähler NICHT will sowieso mit dem Schlagwort "alternativlos" durchgeboxt wird....

06.07.2012
19:14
Schulleiter zweifeln am Verbot von Abi-Scherzen
von Williger.Steuerzahler | #6

Dieses Land Wird langsam zur Diktatur.
Hauptschuldige: die Grünen
Nebenschuldige: duckmäuserische Jugend

Wir hätten in den 70ern bei einem Verbot die Hütte auf links gedreht!

06.07.2012
18:55
Schulleiter zweifeln am Verbot von Abi-Scherzen
von Malakostraka | #5

Das sind doch die besten Bedingungen für Abi-Scherze:
Sie sind verboten und machen noch mehr Spaß!

06.07.2012
16:57
Schulleiter zweifeln am Verbot von Abi-Scherzen
von hajori | #4

Dieses Land entwickelt sich immer mehr zur Verbotsrepublik!
Vielleicht sollten sich die jungen Leute doch mal mehr ein Beispiel an den 68ern nehmen!
Aber leider ist das Karrieredenken - und Proteste könnten der Karriere schaden - schon viel zu früh in den Köpfen verankert!

06.07.2012
14:29
Schulleiter zweifeln am Verbot von Abi-Scherzen
von ichweisswie | #3

Was ist denn eigentlich der Grund für dieses Verbot? Gibts da Angaben?

06.07.2012
14:19
Schulleiter zweifeln am Verbot von Abi-Scherzen
von Fluse75 | #2

Sicher werden die Schüler die letzte Woche auch so überstehen- wir haben es auch wunderbar überlebt. Es wurde heftig in den letzten Schultag gefeiert, wir hatten Spaß und freuten uns auf den letzten Schultag- was ja auch berechtigt ist! Vielleicht schaffen die zukünftigen Abiturienten, sich etwas neues zu überlegen, was zur Tradition werden könnte-eine Herausforderung! Vielleicht könnten sich die Schulen ja auch mal etwas nettes für die Abiturienten ausdenken- eben weil sie den letzten Schultag haben, und sich dann auf einen besondere Art und Weise verabschieden! Grundsätzlich kann man die Mottowochen ja nicht verbieten- wer will was sagen, wenn sie alle gleich verkleidet in die Schule kommen und sich dabei noch ordentlich benehmen- wenn es so wäre, wäre es ja sicher auch kein Problem!Schon schwierig alles. Lehrer gegen Schüler, Schüler gegen Lehrer-arbeitet doch mal alle zusammen, dann wird es schöner!

05.07.2012
22:44
Schulleiter zweifeln am Verbot von Abi-Scherzen
von Lubby100 | #1

Wieso kommen Sie zu dieser Überschrift?Schulleiter zweifeln an Verbot von Abischerzen". Nachdem alle Schulleiter von Essen so beschlossen haben, lese ich in Ihrem Artikel nur, wie die einzelnen Schulleiter im Gespräch mit den Abiturienten mit dieser Lage vernünftig umgehen. Sie sollten Ihren eigenen Artikel mal sorgfältig lesen, dann kämen Sie nie auf diese Überschrift. Aber Hauptsache etwas reißerisches aufmachen, egal ob der Inhalt das wiedergibt. Unglaublicher, diletantischer Journalismus? nein , mit Journalismus hat das nichts zu tun, nur allenfalls mit dümmlicher Schreiberei.

Aus dem Ressort
Jeder fünfte Essener ist auf Hartz IV angewiesen
Hartz IV
19 Prozent der Essener unter 65 Jahren sind monatlich auf Hartz IV angewiesen. Das teilte das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg mit. Essen liegt damit sowohl deutlich über dem landes- als auch dem bundesweiten Schnitt.
Drei Essener Fußball-Karrieren bei RWE
Fußball
Jürgen Wegmann, Frank Mill und Roman Geschlecht spielten früher für Rot-Weiss Essen, gingen dann ganz unterschiedliche Wege. Zum Bundesliga-Start: Idole von einst und ihr Leben nach dem Profi-Fußball.
Kontaktsperre für 21 Tage
Ebola
Der Essener Kinderarzt Werner Strahl behandelt mit seinem Verein Cap Anamur im einzigen Kinderkrankenhaus von Sierra Leone todkranke Kinder. Doch das Krankenhaus ist von der Schließung bedroht, weil dort zurzeit die Ebola grassiert.
Evag stellt Zukunft von „Via“ in Frage
Nahverkehr
Bleibt die gemeinsame Verkehrsgesellschaft der Städte Essen, Mülheim und Duisburg auf halber Strecke liegen? Die Essener Verkehrs-AG stellt „Via“ auf den Prüfstand.
Familie nächtigte mit Baby in leer stehendem Ladenlokal
Polizei
Eine Familie samt Kind hat sich an der Steeler Straße Zugang zu einem leerstehenden Ladenlokal verschafft und dort ihr Nachtlager aufgeschlagen. Ob sie dort eine Nacht verbracht haben oder bereits länger in dem Gebäude gewohnt haben, ist nicht bekannt. Die Polizei ermittelt wegen Hausfriedensbruchs.
Umfrage
Die Evag unterhält 250 Überwachungskameras an ihren Bahnsteigen. Ncht alle zeichnen dauerhaft auf. Bis 2015 sollen alle Kameras rund um die Uhr filmen, die Daten für 72 Stunden gespeichert werden. Wie finden Sie das? 

Die Evag unterhält 250 Überwachungskameras an ihren Bahnsteigen. Ncht alle zeichnen dauerhaft auf. Bis 2015 sollen alle Kameras rund um die Uhr filmen, die Daten für 72 Stunden gespeichert werden. Wie finden Sie das? 

 
Fotos und Videos
Erinnerungen an den ersten Schultag
Bildgalerie
i-Dötzchen
Krayer Kinderfest
Bildgalerie
Großes Kinderfest