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Schlammschlacht nach der Chihuahua-Suche

10.04.2013 | 20:00 Uhr
Schlammschlacht nach der Chihuahua-Suche
Foto: ANC-NEWS

Essen.  Ein auf dem Parkfriedhof entlaufener Chihuahua-Hund hat in Essen einen Rettungseinsatz ausgelöst. Der Hund war beim Spazierengehen plötzlich in einem Erdlloch verschwunden. Die Besitzerin hatte den Verein "Tierrettung Essen" alarmiert. Jetzt gibt’s Streit über die Kosten.

Wie im siebten Himmel fühlt sich Petra Suhr nicht gerade, auch wenn sie allen Grund zur Freude hätte: Die Huttroperin hat ihren Chihuahua „Sky“ wieder. Der vier Jahre alte Vierbeiner war ihr Montagabend beim Spazierengehen von der Hundewiese am Parkfriedhof weggelaufen und vermutlich in einem Erdloch verschwunden . Am Dienstagabend tauchte er wieder auf. Ein Happy-End also?

Nicht ganz! Suhr hatte den Verein „Tierrettung Essen“ am Dienstag hinzugezogen, und über die Kosten für dessen Einsatz ist nun ein heftiger Streit entbrannt, der im Internet einer regelrechten Schlammschlacht gleicht. Auf der einen Seite die Hundehalterin und der als Blaulichtreporter bekannte Wolfgang Wiebold, der am Einsatzort war. Beide sollen den ehrenamtlichen Rettern Untätigkeit und Geldmacherei vorgeworfen haben. Auf der anderen Seite der Verein um den Vorsitzenden Stephan Witte, der die Vorwürfe zurückweist und Strafanzeige wegen übler Nachrede stellen will.

"Tierrettung Essen" eingeschaltet

„Sky hat mit anderen Hunden gespielt, dann sind sie alle hinter einem Hasen her und bis auf ihn kamen alle wieder zurück“, erzählt Petra Suhr. Verwandte und Freunde hätten ihr --auch nachts – bei der Suche geholfen – jedoch keine Spur von ihrem Liebling gefunden. Am Dienstag schaltete sie die „Tierrettung Essen“ ein.

„Wir haben vorher über die möglichen Kosten informiert“, erklärt Stephan Witte. Der Verein mache auch auf seiner Homepage und bei Anruf eines Tierliebhabers darauf aufmerksam, wie teuer ein Einsatz ist. Petra Suhr unterschrieb den Auftrag über 375 Euro – „in meiner Verzweiflung“, wie sie sagt – und bezahlte, damit die Helfer ihre Arbeit aufnahmen.

Ihren „Sky“ vermutete die Halterin in einem Kaninchenbau auf dem Friedhof, weil ihr anderer Hund an dieser Stelle angeschlagen hatte. Schlimm genug, dass sie dort ein Stückchen Chihuahua-Fell fand.

Tier gefunden - was tun?

Neben der Feuerwehr, die bei der Rettung von Haustieren hilft, gibt es noch andere Wege: Die Stadtverwaltung empfiehlt etwa an Werktagen tagsüber das Ordnungsamt unter 88-31109 anzurufen, wenn man ein herrenloses oder verletztes Haustier gefunden hat. Im Zeitraum von 22 bis 8 Uhr rät die Stadt in diesem Fall, die Polizei über den Notruf 110 zu kontaktieren.

Bei toten Tiere auf Straßen und Wegen kommt es laut Stadt auf die Größe des Tieres an. Kleine Tierkadaver solle man mit Einmal-Handschuhen anfassen und könne man in eine Mülltonne werfen. Bei größeren toten Tieren (etwa einem Fuchs) sind tagsüber an Werktagen die Entsorgungsbetriebe unter 854-2897 erreichbar; nachts und am Wochenende die Feuerwehr: 112.

Die ehrenamtlichen Tierretter alarmierten gegen 14 Uhr die Feuerwehr. Doch die Blauröcke zogen nach einigen Stunden erfolglos wieder ab. Daraufhin übernahm der Verein mit seinen vier Helfern wieder das Zepter. „Mitarbeiter einer mit dem Verein befreundeten Gartenbaufirma halfen uns unentgeltlich dabei, weitere Gänge des Baus mit Spaten freizuschaufeln“, erzählt Witte.

Das sieht Suhr anders: „Die von der Tierrettung standen nur rum und haben nicht selber zum Spaten gegriffen.“ „Sky“ förderten sie jedenfalls nicht zu Tage. Gegen 20.30 Uhr sei ihr Hund plötzlich von ganz alleine wieder aufgetaucht.

Für Feuerwehr sind Tierrettungseinsätze Alltag

Für die Essener Feuerwehr sind solche Tierrettungseinsätze Alltag. „Das ist etwa die klassische Katze im Baum“, sagt Sprecher Mike Filzen. Und wenn die Wehr mit der Leiter komme, haue die meist ab und krabbele wieder runter. Für solche Einsätze gebe es von den hauptamtlichen Rettern keinen Gebührenbescheid – auch nicht, wenn ein Pferd aus einem Swimmingpool gerettet werden muss, so wie 2010 in Byfang geschehen.

„Wir werden über Steuern finanziert und es ist Teil unserer Rettungsaufgabe, egal, ob es sich um Menschen, Tiere oder Sachwerte handelt“, erklärt Filzen. Es gehe darum, das Tier zu retten, und nicht mit dem Quittungsblock parat zu stehen. Im aktuellen Fall habe man auch gratis geholfen. In den Streit will er sich allerdings nicht einmischen: „Das spielt auf anderen Schauplätzen.“

Tim Walther



Kommentare
12.04.2013
19:36
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Name von Moderation entfernt | #22

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1 Antwort
Schlammschlacht nach der Chihuahua-Suche
von kalle01 | #22-1

Unheimlich dämlicher Kommentar und zudem noch beleidigend.

12.04.2013
17:53
Schlammschlacht nach der Chihuahua-Suche
von r.kante | #21

Die von manchen Zeitgenossen an den Tag gelegte Tierliebe nimmt pathogene Züge an.

12.04.2013
17:06
Schlammschlacht nach der Chihuahua-Suche
von Brandy2 | #20

Wer die Musik bestellt, bezahlt!
Ein Skandal ist, dass die Feuerwehr bei Menschenrettung eine Rechnung stellt und hier kostenlos tätig ist.
Wo leben wir eigentlich?

12.04.2013
10:57
den stress hätte madame sich spraren können
von oderfla | #19

für 400 € gibts bei zajak schon was vergleichbares bei der wsv aktion.....

12.04.2013
05:46
Schlammschlacht nach der Chihuahua-Suche
von ditku | #18

Die Dame sollte besser auf ihren Hund aufpassen und hier nicht die Welle machen. Ein unglaublich dreistes Verhalten.

2 Antworten
Schlammschlacht nach der Chihuahua-Suche
von sfpro | #18-1

Dreist verhält sich der e.V ...

Schlammschlacht nach der Chihuahua-Suche
von ditku | #18-2

Dummheit muss bestraft werden...

11.04.2013
21:59
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #17

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

11.04.2013
16:42
Tierrettung zensiert!
von sfpro | #16

Die Verantwortlichen des Tierretung Essen e.V. sind an keiner Diskussion interessiert. Es wird bei Facebook zensiert, gelöscht und gesperrt (sogar mit Ankündigung!), sobald man Kritik an dem o.g. Fall oder sogar Allgemien Krirtik an dem Umgang mit Kritik rügt.

Dort sollte mal das Finanzamt die Gemeinnützigkeit überprüfen ... denn ein *gemeinnütziger* Verein, der anscheinend egozentrisch und nicht professionalisiert geführt wird, in facebook sich nicht an die rechliche Impressumpflicht hält und auf der eigenen Homepage zwar um Mitglider wirbt aber dennoch noch nicht mal die Vereinssatzung bereit hält ... was soll man davon halten?

11.04.2013
15:17
Schlammschlacht nach der Chihuahua-Suche
von ghostman | #15

Ich hoffe die Feuerwehr stellt ihren Einsatz auch in Rechnung. Schon beim Krakentransport kommt diese umgehend! Ebenso beim Einsatz der Rettungswagen!

3 Antworten
Also neee....
von sfpro | #15-1

... wieso soll die Suche nach einem Hund kostenpflichtig sein und der Transport eines Kraken kostenfrei?

Im Ernst: eine generelle Gebühr wäre sicher okay. Und dann abhängig von Notfall oder Nicht-Notfall ein weitere Betrag in Rechnung gestellt werden oder nicht. Das aber in Bezug auf alle Fälle.

Antwort auf ghostman
von cakemedia | #15-2

Dies wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht geschehen. Da der Rettungsdienst im medizinischen Bereich tätig ist, wird dort die Rechnung von der Krankenkasse übernommen.

@cakemedia
von Jorgel | #15-3

Nur dann, wenn ein Arzt die medizinische Notwendigkeit für den Rettungs-bzw. Krankentransport bescheinigt, bezahlt die Krankenkasse. Es kommt immer wieder vor, das Ärzte die Unterschrift dazu verweigern, weil Patienten auf einem Transport bestanden haben, obwohl der medizinisch nicht notwendig war. Die bekommen dann eine Privatrechnung...

11.04.2013
14:52
Schlammschlacht nach der Chihuahua-Suche
von Jorgel | #14

Was gibt es da überhaupt für Diskussionen? Die Hundehalterin hat einen Auftrag zu einem vereinbarten Preis unterschrieben, der Verein ist tätig geworden, fertig. Ob der Einsatz erfolgreich war und wie er abgelaufen ist, spielt juristisch keine Rolle. Natürlich muss sie die vereinbarte Summe zahlen, ansonsten wird ihr das sicherlich noch ein Richter erzählen - gegen zusätzliche Gerichtskosten...

Zu klären wäre allerdings, ob die Frau nicht eine Ordnungswidrigkeit begangen hat, als sie ihren Hund auf einem öffentlichen Gelände mit Leinenzwang für Hunde, einfach frei hat herumlaufen lassen. Soll sie froh sein, wenn da nicht noch was auf sie zukommt. Wenn sie schon meint den Vorgang in der Presse öffentlich machen zu müssen...

4 Antworten
Schlammschlacht nach der Chihuahua-Suche
von jessiesrevenge | #14-1

also Leinenzwang auf einer Hundewiese, würde sowas ans Absurdum führen...der Hund durfte dort frei laufen, allerdings hätte der Halter auch hier aufpassen müßen, das sowas nicht passiert. Man darf dort ja auch keine aggressiven Hunde freilaufen lassen, genausowenig wie man unerzogene Hunde dort ableinen sollte, denn das Risiko trägt man immer selbst und das versteht die Dame wohl nicht.

Schlammschlacht nach der Chihuahua-Suche
von Jorgel | #14-2

"von der Hundewiese am Parkfriedhof weggelaufen"

Nix Hundewiese, sondern von dort weggelaufen. Hundehalter haben darauf zu achten, dass ihre Hunde auf der Hundewiese bleiben.

Außerhalb herrscht Leinenzwang, u.a. aus genau dem Grund, der hier vorliegt. Nämlich weil der Hund hinter einem Wildtier her war und dieses bis in seinen Bau verfolgt hat...

Antowrt auf Jorgel
von cakemedia | #14-3

Der Verein hat mehrmals einen Suchhund versprochen oder angekündigt, der jedoch nie an der Einsatzstelle ankam. Freiwillige Helfer wurden vom Einsatzort abgewiesen. Ausserdem wurde keine Quittung ausgestellt, was einen Verdacht auf Steuerhinterziehung oder versuchter Steuerhinterziehung näher bringt.

Die Halterin des Tieres hat den Vorgang keinesfalls "in der Presse öffentlich gemacht". Die Presse ist selbstständig zum Einsatzort gekommen und hat gedreht.

@cakemedia
von Jorgel | #14-4

Ein anderer Hund war offenbar vor Ort: "...weil ihr anderer Hund an dieser Stelle angeschlagen hatte."

Ebenso freiwillige Helfer die tätig wurden: "Mitarbeiter einer mit dem Verein befreundeten Gartenbaufirma halfen uns unentgeltlich dabei, weitere Gänge des Baus mit Spaten freizuschaufeln“.

Und natürlich die von den Tierrettern gerufene Feuerwehr nicht zu vergessen. Auch noch mehr Helfer hätten also zum Einen keinen Erfolg gehabt, zum Anderen taucht dabei die Frage nach dem Versicherungsschutz ungeübter und unbeteiligter Personen auf...

Wobei "die Presse" nicht nur der Herr Wiebold ist, der am Einsatzort war. Der verfügt offenbar über Quellen, die ihm das aktuelle Einsatzgeschehen von Polizei und Feuerwehr aufzeigen. Im Gegensatz zur WAZ die hier aus zweiter Hand berichtet...

Übrigens, wenn die Hundehaltern über keine Quittung verfügt, aus welchem Grund auch immer, stellt sich nicht die juristische Frage nach Steuerhinterziehung, sondern eher ob sie überhaupt bezahlt hat...

11.04.2013
13:37
Schlammschlacht nach der Chihuahua-Suche
von jessiesrevenge | #13

Tja, so ist das, wer nicht aufpasst muss zahlen, willkommen in DE.....
Und entschuldigung, hätte die auf ihren Hund aufgepasst und erzogen (Jagdtrieb is beim Chi, sehr leicht unter Kontrolle zu kriegen!) wäre der Hund nicht weggerannt. Also hätte der Einsatztrupp mitsamt Trailerdog gar nicht erst anrücken müßen. Und keine Rettungsaktion der Welt kann einen Erfogl garantieren. Oder meinen die etwa nur weil die ihren Mini nicht im Griff haben das nun die ganze Welt kostenlos den bei ihrer Suche helfen muss?

2 Antworten
Antwort auf jessiesrevenge
von cakemedia | #13-1

Wäre denn der angekündigte Rettungshund überhaupt an der Einsatzstelle eingetroffen.

Schlammschlacht nach der Chihuahua-Suche
von jessiesrevenge | #13-2

also lt den ersten Artikel war der Trailerdog da: http://www.derwesten.de/staedte/essen/chihuahua-in-kaninchenbau-vermutet-feuerwehr-essen-rueckte-zur-tierrettung-aus-id7821009.html er soll ja vorm Kaninchenbau angeschlagen haben....

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