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Stadion-Neubau

RWE-Fans fühlen sich bei Stadion außen vor

11.08.2011 | 19:59 Uhr
RWE-Fans fühlen sich bei Stadion außen vor
Ob dem Fan-Projekt im neuen RWE-Stadion Räume zur Verfügung gestellt werden, ist noch unklar. Foto: Hans Blossey

Essen.RWE-Fanbetreuer Roland Sauskat befürchtet, im neuen Stadion nicht berücksichtigt zu werden. "Ehrlich gesagt, wissen wir nicht, ob wir im neuen Stadion überhaupt Räume bekommen", sagt er. Dabei hält er die Nähe zu den Fans für unverzichtbar.

Mit einem Sieg in die Regionalliga-Saison gestartet, Union Berlin aus dem Pokal geworfen, Hertha BSC als nächsten Gegner zugelost bekommen, dazu das neue Stadion an der Hafenstraße im Bau: Für RWE-Fans könnte es derzeit kaum besser laufen. Und dennoch gibt es einige Unruhe bei den Rot-Weissen.

Zunächst die gute Nachricht: Beim Fan-Projekt dürfen sich Roland Sauskat und Claudia Wilhelm freuen. NRW-Sport- und Jugendministerin Ute Schäfer unterstützt in der soeben angelaufenen Saison 13 Fußballprojekte im Land mit jeweils bis zu 47.500 Euro, erstmals einheitlich in allen Ligen. „Fanprojekte, die sozialpädagogisch ausgerichtet sind, haben sich mehr als bewährt“, begründete die Ministerin ihre Entscheidung. „Sie helfen, junge Menschen in ihrer Persönlichkeit zu stabilisieren, extremistische oder rassistische Einstellungen zu bekämpfen und damit letztlich Gewalt in den Stadien zu verhindern.“

Förderung erhöhen

Das Engagement des Fanprojektes in Essen, das seit 2001 in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt läuft, fällt für Düsseldorf in diese Kategorie. Da sich das Land, der DFB und die Kommunen darauf geeinigt haben, die Kosten jeweils zu einem Drittel zu tragen, Essen aber nur 22.500 Euro überweist, stehen unterm Strich 67.500 Euro für das Fan-Projekt. „Wir würden durch Spenden gerne den kommunalen Beitrag erhöhen“, sagt Roland Sauskat. Der DFB und das Land würden dann entsprechend ihre Förderung anheben.

Leser-Klartext
Fan-Projekt im Stadion

Vor noch etwa drei Jahren wurde seitens des Vereins getönt, man werde das fanfreundlichste Stadion Deutschlands bauen. Heute sieht das komplett anders aus.
Damals war sogar eine Fanhalle geplant, welche als Begegnungsstätte verschiedenster RWE-Fans genutzt werden sollte. Auch das Fanprojekt sollte dort untergebracht werden, um direkt mit den Fans arbeiten zu können.
Mir ist klar, dass nach dem Insolvenzverfahren und der Umstrukturierung des Vereins einige Dinge anders laufen (müssen), dass jedoch das einzig konstante Kapital, nämlich die Fans, dabei völlig leer ausgehen soll, ist für mich eine Katastrophe.
Ich persönlich habe in der Vergangenheit viel mit dem Fanprojekt gearbeitet und kann nur positiv über ihre Arbeit berichten. Das Fanprojekt tut alles, was in seiner Macht steht, um aktive Fans zu unterstützen und leistet gleichzeitig einen großen Beitrag zu gesellschaftlichen Themen wie Integration oder Rassismus.
Die soziale Arbeit des Fanprojekts darf nicht unterbewertet werden, denn in den letzten zehn Jahren ist eine stetige positive Entwicklung der Fan-szene zu beobachten, was sicher nicht nur auf das Fanprojekt zurückzuführen ist, aber einen großen Teil davon ausmacht.
Die Vereinsführung ist zur Zeit sehr beliebt, da der Verein in eine professionelle und wirtschaftlich sinnvolle Richtung gelenkt wird, doch leider hat eine solche Umstrukturierung eben auch unangenehme Begleiter. Damit muss man leben, allerdings sollte nicht an der falschen Stelle gespart werden. Für ein RWE-Fanprojekt mit eigenen Räumlichkeiten, auch im neuen Stadion!

Marvin Sablonsky, RWE-Fan und Laiendarsteller beim Theater-Projekt „Balls - Fussball ist unser Leben“ des Essener Schauspiels

Das war’s dann aber auch mit den positiven Fakten. Ansonsten sieht Roland Sauskat das Fan-Projekt in eher unsicheren Gewässern: „Wir haben hier im alten Stadion bald keine Räume mehr, der sowieso schon nicht üppige Fan-Container geht nach drei Umzügen mit dem Kran aus dem Leim.“ Was Sauskat, Wilhelm und auch den Fanbeauftragten Lothar Dohr, den „Schreck vom Niederrhein“, am meisten auf der Seele liegt, ist die ungewisse Situation rund ums neue Haus: „Ehrlich gesagt, wissen wir nicht, ob wir im neuen Stadion überhaupt Räume für das Fan-Projekt bekommen.“

Warum die Zweifel? Sauskat liegt immerhin ein Schreiben der Grundstücksverwaltung Essen (GVE) vor, in deren Auftrag das Stadion gebaut wird. Darin betont GVE-Geschäftsführer Andreas Hillebrand, dass man nach Fertigstellung das Stadion an RWE vermieten werde und man davon ausgehe, dass dabei auch Büros für das Fanprojekt berücksichtigt werden. Nur: „Ich bekomme dazu von RWE lediglich ausweichende Antworten.“ Die Fans, klagt Sauskat, fühlten sich nicht mehr eingebunden in die RWE-Zukunft und das Stadion-Projekt: „Früher saßen wir mit am Tisch – das hat sich alles geändert.“ Die Sorge, es zähle zunehmend der „VIP-Bereich“ und immer weniger das breite Fan-Publikum, treibt Sauskat um: „Und da müssen sie jetzt gar nicht bei den Ultras anfangen.“

In der Innenstadt?

Vielleicht beruht die Unruhe auch auf Kenntnis der Situation in anderen Fußballvereinen im Westen: Beim Klassenprimus BVB beispielsweise liegen die Fanprojekt-Büros in der City. Dies ist beileibe kein Einzelfall. In Mönchengladbach dagegen haben „selbst die Gäste-Fans ihren eigenen Treff.“ Sauskat hält die Nähe zu den Fans bei RWE ebenfalls für „unverzichtbar“, was von den Anhängern so auch geteilt wird (siehe Leserbrief): „Es ist die Voraussetzung für unsere Arbeit.“

Für eine „gute Arbeit“, wie Michael Welling betont. Der RWE-Geschäftsführer sieht den Konflikt so nicht und ist um Ausgleich bemüht: „Es gibt da die verschiedensten Überlegungen, wie wir das im neuen Stadion gestalten werden. Wir stehen dabei im intensiven Austausch mit der Awo und werden sicher eine tragfähige Lösung für das Fan-Projekt finden.“ Welling gibt jedoch zu bedenken, dass auch die Interessen Anderer zu berücksichtigen seien, beispielsweise der Schönebecker Bundesliga-Mannschaft: „Wir sind im Stadion nicht alleine.“ Deshalb gibt es bereits Überlegungen, die Jugendabteilung komplett an die Trainingsplätze an der Seumannstraße zu verlegen: „Sicher ist, die 1.Mannschaft und die Geschäftsstelle werden an der Hafenstraße bleiben. Für alles andere werden wir eine Lösung finden.“ Die Fans, betont Welling, seien das wichtigste Kapital des Vereins, daran werde sich nichts ändern: „Welcher andere Verein in der 3., 4. oder 5. Liga kommt denn auf unsere Zuschauerzahlen?“

Hans-Karl Reintjens

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Kommentare
15.08.2011
14:15
RWE-Fans fühlen sich bei Stadion außen vor
von 1980yann | #14

@10
Es gibt städtische Kultur in fast allen deutschen Städten (in Essen durch die 100% stadteigene TuP GmbH), städtische Sportmannschaften gibt es nirgendwo. Die befinden sich alle in der Trägerschaft von Vereinen (städtisches Stimmrecht 0%).

Sie haben also Äpfel mit Birnen verglichen.

15.08.2011
14:02
RWE-Fans fühlen sich bei Stadion außen vor
von schwalbenalfred | #13

Für mich ist das Fanprojekt so etwas wie die gute Seele des Stadions. Die Arbeit, die dort geleistet wird, passiert leider im Hintergrund und hat nie viel Medienpäsenz erhalten. Umso wichtiger wäre es, würde man mal differenziert hinter die Kulissen dieser Arbeit schauen, um zu verstehen, dass dieses Projekt mehr ist, als (wie hier vorher beschrieben) ein Anlaufpunkt für saufende Radaubrüder- und Schwestern.

Meine Meinung: Das Fanprojekt sollte im neuen Stadion sogar noch viel mehr Möglichkeiten bekommen, um ihre gute und notwendige Arbeit ausbauen zu können!

13.08.2011
11:34
RWE-Fans fühlen sich bei Stadion außen vor
von ZweckelerMarkt | #12

Kaum die Insolvenz überstanden, zu Lasten der
Gläubiger werden Ansprüche angemeldet ! ??

Dieses Stadion entsteht u.a.
durch - Gelder -:
hauptsächlich Steuern u. Sponsoren !

Richtig wäre sicher, wenn man sich, bereits vorher, mit dem echten FanBetreuer zusammen setzt.

Aber anscheinend sieht man ja keinen Bedarf.
Warum ?
nun muss der Erfolg, auf Dauer her,

damit man außerhalb NRW überhaupt weiß,
dass es diesen Verein gibt !

Glückauf

13.08.2011
11:30
(K)ein Platz fürs Fan-Projekt?
von Ruhrpottfortune | #11

Das gibt´s ja wohl nicht.Seit wann läuft ein
Fanprojekt unter der Trägerschaft eines Wohlfahrtsverbands..Zu blöd das selber zu organisieren.
Saufen die sich Ihr Pilsken in diesen sog. Fanprojekten und die Steuerzahler dürfen das
zahlen. Und dann wollen die noch ein Häusken
für sowas direkt am neuen Stadion haben.

12.08.2011
19:20
RWE-Fans fühlen sich bei Stadion außen vor
von adiole | #10

Zitat #8 Wenn der Verein mitreden will, soll er sich doch ein Stadion bauen.

Das ist ungefähr so logisch wie Wenn die Opernfans Opern sehen wollen, sollen sie sich doch eine Oper bauen und die Stars engagieren anstatt im Jahr mit 50 Mio vom Steuerzahler subventioniert zu werden.

12.08.2011
15:17
RWE-Fans fühlen sich bei Stadion außen vor
von Ente | #9

Das über die AWO installierte Fan-Projekt ist eines der wenigen Überbleibsel des ehemaligen SPD-Präsidenten des RWE. Der hat ja seinerzeit sehr vollmundig einen anderen Stadion-Neubau angekündigt. Gott sei Dank haben nun andere Leute das Sagen.

12.08.2011
14:56
RWE-Fans fühlen sich bei Stadion außen vor
von 1980yann | #8

Vielleicht sollte man erst einmal die Mieten so festsetzen, dass die Bau- und Unterhaltskosten gedeckt werden.
Wenn der Verein mitreden will, soll er sich doch ein Stadion bauen.

12.08.2011
14:39
(K)ein Platz fürs Fan-Projekt?
von Ruhr2010bis2011 | #7

Herr Sauskat spricht nicht für die Fans sondern für sich und seinen Arbeitgeber!
Mit mir (und ich kenne sonst auch niemanden) hat er jedenfalls nicht gesprochen bzw. sich abgestimmt!
Sich auf diese Weise hier zu äußern und den Verein öffentlich zu diskreditieren ist für mich nicht hinnehmbar!
Wir Fans halten alle für unseren RWE zusammen. Das sollte auch Herr Sauskat tun und seinen Egotrip beenden!

Und was das alles mit einer Vereinskneipe zu tun haben soll, weiß ich auch nicht lieber @awrob


Ansonsten siehe @6 Amki

12.08.2011
14:29
RWE-Fans fühlen sich bei Stadion außen vor
von amki | #6

Um es mal klar zu stellen, Herr Sauskat ist nicht Fan-Betreuer sondern Betreuer des AWO-Fan-Projektes!

Darüber hinaus bin ich überzeugt, dass Dr. Welling sich schon rechtzeitig für, wie er immer sagt unverzichtbare Fans, einsetzen und die passenden Räumlichkeiten zur Verfügung stellen.

12.08.2011
13:25
RWE-Fans fühlen sich bei Stadion außen vor
von adiole | #5

@ 4

Sie vergessen, dass auch die Fans Steuern zahlen. Bislang zwar eher für den ach so wichtigen Bereich Hochkultur oder Hartz IV und für was die Stadt sonst noch Geld hat. Jetzt, nach Jahrzehnten, sollte auch mal was für diesen Bereich drin sein.

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