RWE AG baut Betriebskindergarten in Essen
17.01.2011 | 19:52 Uhr 2011-01-17T19:52:00+0100
Essen.Die RWE AG hat den ersten Spatenstich für ihren Betriebskindergarten an der Grillostraße gesetzt. Dafür investiert das Unternehmen 3,2 Millionen Euro. Auch Thyssen-Krupp zieht 2012 mit einer eigenen Kita nach.
Die Idee ist zwar über Jahre beständig gewachsen, aus den Kinderschuhen kam sie jedoch lange Zeit nicht wirklich heraus: Wenn Vertreter des Jugendamtes in der Vergangenheit in Unternehmen für Betriebskindergärten warben, wurde ihnen zwar freundlich Interesse signalisiert, doch meistens scheiterte die Investition in Bildung und Betreuung dann doch auf höchster Firmenebene.
Der finanzielle Aufwand von bis zu 10.000 Euro pro Platz war vielen Chefs einfach zu teuer und wer was zu bezahlen hatte überdies gesetzlich streng geregelt in der Vergangenheit. Da gab es kaum eine Ausnahme von der Landes-Regel.
Abgestimmte Lösungen
Seitdem aber das Kinderbildungsgesetz (Kibiz) auf allzu strenge Vorschriften zur Finanzierung der Einrichtungen verzichtet und vor Ort abgestimmte Lösungen erlaubt, beginnt sich das Engagement der städtischen Mitarbeiter zusehends auszuzahlen. Inzwischen gilt das beständige Bohren dicker Bretter in den Betrieben als „ein kleiner Beitrag der Jugendhilfe zur örtlichen Wirtschaftsförderung“, sagt Reinhard Harms, stellvertretender Jugendamtsleiter: Zumindest Großunternehmen wie Eon-Ruhrgas, Thyssen-Krupp oder RWE haben bereits Einrichtungen mit zum Teil über 100 Plätzen für die Kinder ihrer Mitarbeiter und den Nachwuchs in ihrer Nachbarschaft geschaffen oder werden sie noch bauen. Binnen kürzester Zeit wird sich die Zahl der von Unternehmen geschaffenen Betreuungsplätze so auf etwa 400 in Essen verdoppelt haben.
Mit einem wünschenswerten Effekt für die Versorgungsquote in der Stadt, dort, wo sie besonders zu wünschen übrig lässt: Überdurchschnittlich viele der neuen Plätze sind für unter Dreijährige vorgesehen, die nach wie vor zu den Sorgenkindern in der Kita-Landschaft zählen, um jungen Eltern möglichst schnell einen Wiedereinstieg in ihren Beruf zu ermöglichen. Neben den Neuerungen des Kibiz steckt dahinter vor allem die gereifte Erkenntnis: Wer qualifizierte Arbeitskräfte gewinnen und halten möchte, muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Familie und Beruf gut unter einen Hut passen.
Gestern holte die RWE AG zum Spatenstich aus: Auf dem Gelände des früheren Meteoriten baut das Unternehmen den Betriebskindergarten „Lumiland“ mit 105 Plätzen, 700 Quadratmetern Indoor-Spielflächen und einem Außenspielplatz von rund 3600 Quadratmetern. Das Angebot richtet sich an Kinder der Beschäftigten aber auch an Familien aus dem Stadtteil. 20 der Plätze sind für Nachbarn reserviert. Vier der insgesamt sieben Gruppen werden sich um die Kleinsten – um die Krippenkinder – kümmern.
Verlässliche Betreuung
„Wir wissen, dass eine qualitativ hochwertige und verlässliche Kinderbetreuung für die Eltern die Grundlage ist, um erfolgreich berufstätig zu sein,“ sagte gestern Alwin Fitting, Personalvorstand der RWE AG. Dafür investiert der Konzern nach eigenen Angaben 3,2 Millionen Euro. Im Frühsommer, spätestens zum kommenden Kindergartenjahr sollen im „Lumiland“ die Lichter angehen. Es ist nicht die allererste RWE-Einrichtung ihrer Art: Seit vier Jahren bereits kann das Unternehmen mit seinem Betriebskindergarten „Krokofant“ in Holsterhausen um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werben.
Ein Jahr nach der RWE-Kita will Thyssen-Krupp mit seinem Betriebskindergarten an den Start gehen. Noch befinde man sich in der Entwurfsplanung, sagte Unternehmenssprecherin Cosima Rauner auf Nachfrage. Zum Start des Kindergartenjahres 2012/13 soll die Einrichtung aber ihre Arbeit aufnehmen. Rund 100 Betreuungs-Plätze sind vorgesehen.
19:10
Da 20 Plätze für die Nachbarschaft reserviert sind, gucken 20 Mütter bei RWE in die Röhre. Die Warteliste im Unternehmen ist sogar noch viel länger.
Die 20 Kinder aus der Nachbarschaft dürften jedenfalls davon profitieren, dass sie mit Kindern von sogenannten Bildungsbürgern zusammen kommen. In der Ecke sieht man kaum noch Frauen ohne Kopftücher, und viele Mädchen im Grundschulalter, die schon verschleiert werden.
11:25
Immer was zu nörgeln wie.
Aber ich kläre Dich mal auf, Du musst Deinen Strom nicht bei RWE kaufen.
10:58
und die nächste stromerhöhung heisst dann:betriebskindergarten.