Rote Karte für Rotlichtsünder
14.04.2009 | 18:44 Uhr 2009-04-14T18:44:00+0200Polizei will gegen einen gefährlichen Trend mobil machen: Ampeln werden zunehmend missachtet.
Bei „Blutorange” schnellt der Blick in den Rückspiegel. Ist keine Streife zu sehen, wird aufs Gas gedrückt – ohne Rücksicht auf Verluste und Verkehrsteilnehmer. Gegen rote Ampeln treten Autofahrer immer häufiger mit dem Gasfuß an, klagt die Polizei und ist sicher: Die Zahl der Verstöße an den Lichtsignalanlagen nimmt zu, um die Anhaltemoral vieler Verkehrsteilnehmer ist's schlecht bestellt.
Gegen diesen gefährlichen Trend wollen die Behörden jetzt erstmals mobil machen. Mit richterlichem Segen droht Rotlichtsündern die rote Karte: Schon bald werden Polizisten das Geschehen an Ampeln verstärkt kontrollieren und mit der Kamera dokumentieren. Zusammen mit der Aussage eines Beamten sollen die Bildsequenzen als zulässiges Beweismittel gegen die Bremsmuffel dienen. Dieses Vorgehen sei mit der Justiz abgestimmt worden und nun auf dem besten Weg, auf den Straßen angewandt zu werden, sagte Hans-Georg Grosicar von der Verkehrsdirektion der Polizei Essen/Mülheim jetzt auf NRZ-Anfrage. Längst ist das Phänomen zunehmender Rotlichtverstöße ein Thema für die Unfallkommission, bei der mehrere Institutionen an einem Tisch sitzen. Da es sich bei diesem Verkehrsvergehen um ein typisches Kontrolldelikt handelt, ist die Dunkelziffer der Verstöße weitaus größer als das, was den Behörden bekannt wird, nachdem es immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen im „Rotlicht-Milieu” gekommen ist – auffällig häufig etwa auf der Ruhrallee/Töpferstraße oder an der Schützenbahn/Viehofer Straße. Die beiden einzigen stationären Ampel-Blitzer der Stadt sind am Varnhorstkreisel und an der Bismarckstraße im Einsatz und dokumentieren mit einem kleinen Ausschnitt des Geschehens einen stadtweiten Trend: Binnen eines Jahres hat die Zahl der dort registrierten Verstöße um über 100 Prozent zugenommen. Lösten die Kameras in 2007 noch 327 Mal aus, wurden im vergangenen Jahr 666 Rotlichtsünder ertappt, weiß Rüdiger Wittkat vom Ordnungsamt.
Weitere dieser Geräte zu installieren wäre für die Polizei wünschenswert, doch für die Stadt zu teuer, heißt's: Die Technik kostet pro Ampel 160 000 Euro. Dass vielerorts gesündigt wird, weiß auch der Auto Club Europa (ACE), der jetzt im Rahmen einer bundesweiten Verkehrsaktion seinen Essener Vorstand mit Zählwerk auf die Straße schickte: An der Kreuzung Steeler Straße/Krayer Straße wurden in nur einer halben Stunde 41 Verstöße registriert: Sieben Verkehrsteilnehmer fuhren bei Rot, 34 bei Gelb oder „Blutorange”.
09:13
@#22
Die rationale Entschiedung der Gesellschaft ist nicht jedem Individualisten die Entscheidung über Sinn und Unsinn von Regel zu überlassen.
Wenn nachts Ampeln ausgeschaltet würden, wäre für viele Autofaherer auf Vorfahrtsstraßen die Durchschnittsgeschwindigkeit nahe 100 km/h.
Deshalb sind die Ampeln auch nachts in Betrieb.
20:39
Problem in Düsseldorf sind sicherlich u.a. die Fußgängerampeln mit Gelbphase, die noch Gelb zeigen, während die Autos schon Rot/Gelb für das darauf folgende Grün sehen. Wozu braucht ein Fußgänger Gelb, wenn er keine Chance mehr hat, die Straße zu überqueren bevor die Autos Grün haben? Hinzu kommt, dass es dort sehr viel drei- und mehrspurige Bereiche gibt, die entsprechend unübersichtlich sind. Ich möchte dort nicht zu Fuß unterwegs sein müssen... Fahre täglich, seit über 2 Jahren, von Essen/Kray nach Neuss. Wird Zeit, dass die A40 Richtung Bochum wieder durchlässiger wird, dann fließt hoffentlich auch nicht mehr so viel Verkehr durch Steele, um das Stop & Go zu umgehen.
Nebenbei, die Umweltzonen-Schilder auf der Krayer-Straße sind Real-Satire.
Die genannten Kreuzungen sind mir wohlbekannt. Kann dort aber keine Unfall-Häufung erkennen.
Die meisten Unfälle passieren den Leuten nach meinem subjektiven Empfinden immer noch beim monotonen Gerade-Aus-Fahren auf der Autobahn.
20:32
Liebe Polizei, haltet ihr denn immer bei gelb?
Hab das heute noch anders gesehen.
20:30
Regeln werden eingehalten , wenn sie schlüssig sind...
Nachts an einer menschenleeren Kreuzung anhalten müssen und 2 min warten, obwohl niemand weit und breit zu sehen ist... ist nicht schlüssig, das hat nix mit regeln zu tun das hat was mit Reglementierung und abzocke zu tun, vorallem wenn es Alternativen gibt!
Ich hab da oben auf dem Hals son Ding sitzen.. das gibt mir die Möglichkeit rationale Entscheidungen zu trefffen... Dumm Rumsstehen udn andere Leute sinnlos mit meinem Motorengebrumm zu nerven, gehört nicht dazu....
Warum werden Regeln aus dem vorigen Jahrhundert nicht einfach mal überarbeitet und der neuzeit angepasst?? (Siehe auch Radfahrerbeleuchtung: Keine LED Greller....)
18:27
Oh die grüne welle gibnt es tatsächlich, auf der Alfredstraße zum Beispiel. Wenn man mit Tempo 50 richtung Bredeney fährt, aber nö ihr Autofahrer müßt ja mit fast 70 fahren. Dann funktioniert auch keine grüne Welle mehr. Und mann sieht anhand der Fußgängeramplen häufig wann man gelb bekommt. die schalten wenige Sekunden vorher schon um auf Rot. Also hört auf son mist zu schreiben und haltet euch an die Regeln.
17:34
Immer das Gequatsche von Grüner Welle. Die gibt es vielleicht für eine Einbahnstraße, bei 2 Fahrtrichtungen, Kreuzungen, Stau etc wird dies quasi unmöglich. Zusammenfassen kann man
Bitte bei den anderen kontrollieren, aber nicht bei mir, dass ist nur Abzocke.
15:58
Wie wärs denn, wenn einfach alle Anderen bei grün stehenbeliben würden? Problem gelöst!
12:38
Selbst ich als Autofahrer kann die Vielzahl an Rotlichtsündern bestätigen, die mir tagtäglich - nicht nur in Essen - auffallen. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Wer ahndet dei Rotlichtverstöße der Fußgänger und Radfahrer die mal eben bei Rotlicht spontan auf den Gehweg wechseln und weiterfahren? Allein am Fußgängerübergang Bahnhof Steele / Krayer Str. könnte ein Mitarbeiter der Polizei oder der Verkehrsaufsicht binnen einer Woche sein Gehalt einspielen. Wenn man aber lieber auf Parkplätzen im Kreis läuft um darauf zu warten, daß eine Parkuhr abläuft entgehen einem diese Vergehen natürlich ;-). Wieso kostet eine Kamera fast soviel wie ein Einfamilienhaus? Da gibt es bestimmt günstigere Methoden wie z. B. Scanner. Aber wenn die Stadt soviele schöne metallicblaue Autos kaufen muß um ihre Parkuhrhostessen durch die Gegend zu fahren (Ticket 2000 reicht doch oder?) bleibt natürlich für Kameras kein Geld mehr übrig. Ansonsten bin ich der selben Meinung wie meine Vorredner: grüne Wellen und Kreisverkehre könnten hier weiterhelfen.
12:29
Wenn jeder bei Gelb ne Vollbremsung einlegen würde, würde die Zahl der Auffahrunfälle an Ampeln sicherlich steigen.
Wenn man zum Feierabend von Kupferdreh nach Borbeck muss und dann die Strassen knüppelvoll sind, manche Leute sich nicht checken, die Halsschlagader immer weiter anschwillt vor Hass, dann ist doch klar, dass ich versuche die verlorene Zeit wieder aufzuholen, indem ich noch bei Gelb rüberhusche
10:58
Wenn ich Kommentare höre, wie: Man muss so auf eine Ampel zufahren, dass man jederzeit zum stehen kommt wenn die Anlage von grün nach gelb wechselt. würde ich am liebsten fragen: Muss ich dann die letzten 15 meter bis zum Haltebalken im Schritttempo fahren?.
Jetzt mal ehrlich, diese Rotlichtfahrten sind nicht so hinzunehmen. Jedoch kann man nicht alle Gelblichtfahrer mit in den großen Topf der Verkehrsrüpel stecken.