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Innovation City: Der Wettbewerb

Rechner allein zu Haus

02.11.2010 | 18:26 Uhr

Bei Möbel Kröger haben die Lichttechnik-Experten des Frillendorfer Unternehmens KS den Stromverbrauch der Leuchten auf weniger als ein Zehntel gesenkt. Und seine Zentrale im Gewerbegebiet Ernestine hat KS konzipiert als Haus, das mitdenkt.

Wenn KS-Geschäftsführerin Elfi Steffen abends abschließt, setzt sie automatisch ein Programm in Gang: Rechner allein zu Haus. Der Computer macht das Licht aus, schließt alle Fenster, fährt die Rollläden runter. Und da er jede Steckdose einzeln ansteuern kann, lässt er die Computer an, legt aber Monitore, Drucker und Drucker stromlos. Die Heizung dreht ab, bis es drinnen kälter wird als 14 Grad oder am Morgen die Mitarbeiter wieder kommen.

In den Fluren und auf den Toiletten geht das Licht überhaupt erst an, wenn sie betreten werden. Präsenzmelder, eine Weiterentwicklung der Bewegungsmelder, reagieren etwa auf Körperwärme. Allein im Flur im ersten Stock, hat Elfi Steffen ausgerechnet, reduziert diese intelligente Beleuchtung den Stromverbrauch auf ein Fünftel.

In den Büros können die Mitarbeiter die Raumtemperatur auf ein Zehntel Grad genau festlegen. Öffnen sie allerdings ein Fenster, geht die Heizung humorlos aus: Der Rechner will nicht hinaus heizen.

Ein Drittel seines Umsatzes macht KS schon mit LED-Technik. Zwei Drittel könnten es in fünf Jahren sein. „Wir haben den Leuten die Angst vor LEDS genommen. Viele glaubten, dass sie ungemütlich sind“, sagt Elfi Steffen. „Die Hersteller sind aber bei warmen Lichtfarben angekommen. Die Energiesparlampe ist nur eine Übergangslösung.“

Zwei Millionen Euro hat das Unternehmen mit 20 Mitarbeitern und zehn Millionen Euro Jahresumsatz in die Zentrale und das Auslieferungslager investiert. Unübersehbar wird das, sollte der Rechner einmal Einbruchsalarm geben. Steffen: „Dann werden wir der Leuchtturm von Frillendorf.“

Kai Süselbeck



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