Nur noch „Milch natur“ für alle bitte
02.09.2010 | 19:13 Uhr 2010-09-02T19:13:00+0200
Essen.Schulverwaltung, CDU und Grüne appellieren an die Leiter der Grund- und Förderschulen, nur noch Natur-Milch auszugeben. Denn nur Kinder, deren Eltern die Milch selbst zahlen, dürfen zwischen Geschmacksrichtungen wählen.
Mit der Ankündigung, außer naturbelassener Milch werde es ab dem Schuljahr 2010/11 „etwas anderes nicht mehr geben“, hat die Stadt sich im März allzu weit aus dem Fenster gelehnt: Auch künftig, so wurde gestern klar, wird es bei der seit 1953 geübten Praxis bleiben, dass die Schulen „im Benehmen mit dem Schulträger“ die Milchbestellungen allein verantworten. Mit der Folge, dass es womöglich Schulen gibt, an denen ärmere Kinder von der Stadt nur naturbelassene Sozialmilch erhalten – und die Kinder von Selbstzahlern weiter gesüßte Varianten bekommen.
Genau diesen „Klassenunterschied“ hatte die Stadt vermeiden wollen, als sie im Zuge des Sparkonzepts im Juni 34.000 Euro aus dem Sozialmilch-Budget strich, aus gesundheitlichen Gründen, wie es damals hieß. Sozial- und Schuldezernent Peter Renzel nahm den NRZ-Bericht gestern zum Anlass, zu einem Appell an die Leiter der Grund- und Förderschulen, ausschließlich noch naturbelassene Milch auszugeben. Die gewählten Formulierungen („...werden Sie sicher mit mir einer Meinung sein...“) zeigen aber das Dilemma, die Ankündigung von einst faktisch nicht durchsetzen zu können.
Auch die schulpolitischen Sprecher von CDU und Grünen stützten gestern den Appell, der sich nicht zuletzt an die Schulkonferenzen richtet. In viele Leser-Kommentaren wurde gleichwohl deutlich, dass eine große Mehrheit offenbar nicht zugunsten einer einheitlichen Linie auf gesüßte Milch verzichten will.
09:37
und das wo die gesüsste milch doch wirklich einen ganzen cent teurer im einkauf ist....
diese pfennigfuchserei ist echt unerträglich....
22:20
Naturbelassene Milch für alle und umsonst!
Dann habt Ihr alles richtig gemacht, Ihr Frauen und Herren der Politik!
16:18
Zu meiner Zeit gab es nur Wasser aus dem Hahn und nee Stulle mit Zucker drauf.
Da es 99 % so ging waren die restlichen 1% mit Wurststulle und Sunkist die Aussenseiter.
13:20
Schade, dass Leute von der CDU auf kommunaler Ebene genau das fordern, was sie der rot-grünen Minderheitsregierung auf Landesebene vorwerfen: schulpolitische Gleichmacherei.
Es gibt genug Kinder, die freiwillig (oder auf Bestreben der Eltern) Naturmilch trinken, obwohl die Eltern diese bezahlen. Die Sozialmilch unterscheidet sich meines Wissens nach nicht von der freiwilligen Naturmilch.
Viel diskriminierender ist es doch, dass das Milchgeld zum Teil in den Klassen eingesammelt wird (war bei mir in den 90ern zumindest so). Daran ist viel eher zu erkennen, wer bedürftig ist und wer nicht als an der Milch, die getrunken wird.
12:36
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12:24
Super, gestern Duisburg heute Essen. Haben die Herrschaften in der Verwaltung auch mal eigene, vielleicht gute Ideen?
Wenn sie schon Naturmilch fordern, dann sollen sie gefälligst auch für alle bezahlen und nicht nur für die armen!
Was kommt als nächstes? Einheitsstullen, Einheitstoni oder Einheitshandy auf Staatskosten?
Der Regulierungswahn der Eu ist anscheinend auch in deutschen Amtsstuben mittlerweile sehr verbeitet!
12:20
Ein sehr gutes Beispiel, wohin die öffentlichen Bemühungen führen.
1. Bedürftige erhalten Transferleistungen. (völlig ok, davon kann man z.B. Milch kaufen oder eben was man will. Das bekommen Menschen i.d.R. hin)
2. Gut gemeinte Ergänzung: Obendrein gibt es Schulmilch umsonst (ab hier reine Willkür, warum nicht O-Saft? Bücher? Hefte? Obst? Butterbrote?)
3. Absurde Bemühungen, selbst erzeugte Paradoxien über Gleichmachereiversucher wieder einzufangen.
Vorschlag: Den ganzen Kram ins Sommerloch kippen!
12:20
Es gibt Land auf Land ab Probleme, da brennt wie man sagt, der Kittel und hier wird darüber gestritten ob der Verzehr von süßer oder naturbelassen Milch, den Sozialstatus eines Kindes wiederspiegelt. Was für einen Knall muss man eigentlich haben, um sich ernsthaft mit diesem Thema zu beschäftigen, ich meine jetzt nicht die Leser, sondern die Politiker, die scheinbar nicht ausgelastet sind? Für solch einen Schmarren habe ich diese nicht gewählt. Wie gesagt es gibt wirklich wichtige Dinge und Herausforderungen, insbesondere im Bereich der Bildungspolitik die auf Lösungen warten und unsere Politiker beschäftigen sich mit süßer Milch, unglaublich.
12:07
Darf ab jetzt auch kein Getränk mehr von zu Hause mitgenommen werden? Wie sieht es mit Butterbrote aus? Darf nur noch die billige Hartzi Wurst genommen werden anstatt die teure Bio Wurst?
12:03
Ich kenne Kuhmilch, Ziegenmilch, Schafsmilch, Stutenmilch, aber was ist Sozialmilch. Zur Zeiten der DDR hätte ich vermutet, Sozialmilch kommt von LPG -Kühen. Aber jetzt?