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Hecken-Wildwuchs

Grüner Moloch nervt Fußgänger

28.06.2012 | 19:04 Uhr
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Grüner Moloch nervt Fußgänger

Altenessen. Manchmal dauert es wohl etwas länger – dieser Gedanke schoss Franz-Josef Langkau nicht nur einmal durch den Kopf, wenn er mit seinem Auto auf der Köln-Mindener-Straße von Katernberg in Richtung Altenessen unterwegs war. Immer wieder fällt sein verärgerter Blick auf die mächtige Hecke, die parallel zur S-Bahn-Trasse auf Höhe der Josef-Hoeren-Straße und bis hinab zur Bruchstraße im satten Grün vor sich hin wuchert. „Der Bürgersteig ist auf einer Länge von mehr als einem Kilometer für Fußgänger nicht mehr zu benutzen“, klagt er und fragt: „Sollen die Leute etwa auf der Straße laufen?“

Natürlich nicht: Diese Meinung teilt auch die Bezirksvertretung (BV) V, an die sich Franz-Josef Langkau bereits im Jahr 2008 erstmals wandte, um dem grünen Moloch Einhalt zu gebieten. Verwaltungsbeauftragter Rolf Brochhagen informierte die Bezirksvertreter, die auch prompt reagierten und sich persönlich ein Bild vor Ort machten, wie sich Langkau erinnert. Eine Nachfrage bei Grün & Gruga ergab, dass die Bahn AG für die Hege und Pflege der Hecke zuständig sei. „Auf das Anschreiben der BV hat die Bahn jedoch nie reagiert“, wundert sich Langkau.

Beinahe drohte die Sache in Vergessenheit zu geraten, wenn nicht Langkau, der an der Köln-Mindener-Straße aufwuchs, nun aber in Katernberg wohnt, am Ball geblieben wäre. In seiner Verzweiflung wandte er sich an unsere Zeitung. Binnen von Stunden nahm Franz Heumüller von der Bahn AG Stellung, schickte eine E-Mail, die Franz-Josef Langkau nach all den Jahren wie eine Erlösung vorkommen muss: Die Bürgersteige werden im Laufe des Monats Juli freigeschnitten. Langkaus zufriedener Kommentar: „Endlich kommt Bewegung in die Sache. Ich werde die Hecke natürlich im Auge behalten, schließlich komme ich ja regelmäßig an der Stelle vorbei.“

Von Michael Heiße

Kommentare
03.07.2012
10:00
Grüner Moloch nervt Fußgänger
von Westwind | #2

Das sind die Auswüchse der pseudoprivatisierten Bahn. Die Herren Vorstandsvorsitzenden Dürr und Mehdorn haben die einst funktionierende Deutsche Bundesbahn -da hätte es Vorkommnisse, wie die hier beklagten nicht gegeben- in zahlreiche Einzelunternehmen mit Subunternehmen zerschlagen, wo die linke Hand nicht mehr weiß, was die rechte tut und niemand für etwas zuständig ist. War zu erwarten. Aber die Kanzler/in Kohl, Schröder und Merkel interessiert der Niedergang des deutschen Eisenbahnwesens nicht, der Autolobby wird´s recht sein...

29.06.2012
07:40
„Auf das Anschreiben der BV hat die Bahn jedoch nie reagiert“
von ruhry | #1

Wird bei bestimmten Behörden oder "volkseigenen Betrieben" eigentlich nur noch reagiert oder gearbeitet wenn die Medien eingeschaltet worden sind?

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