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Soziales

Neue „Generation Elend“ wächst in Essen heran

27.09.2010 | 11:45 Uhr
Neue „Generation Elend“ wächst in Essen heran
Petra Westermann vom Sozialzentrum Maxstraße. Foto: Katrin Bölstler

Essen.Die Essener Sozialverbände schlagen Alarm: In der Stadt ist eine neue Generation Elend herangewachsen. Wohnungslose werden zusehends jünger.

Wer nur die nackte Not der Menschen in der Schlafstelle an der Lichtstraße sieht, einen Blick wirft auf die 629 Männer und Frauen, die dort und an der Hoffnungstraße im vergangenen Jahr eine vorübergehende Bleibe fanden, könnte ein falsches Bild bekommen: Wo gerade einmal zwölf Obdachlose mehr als im Jahr zuvor gezählt wurden, da mag sich doch auch an der Menge der Menschen in sozialen Schwierigkeiten in dieser Stadt nur wenig verändert haben. Ein allzu trügerischer Rückschluss: Die Bedürftigkeit steigt allerorten, und dabei nistet sich ein neues Phänomen im Netzwerk der breit aufgestellten Hilfen in dieser Stadt ein: Trotz eines entspannten Wohnungsmarktes steht erstmals seit vielen Jahren wieder eine zunehmende Zahl von Menschen ohne eigene vier Wände da. Besonders besorgniserregend dabei ist: Die von Wohnungslosigkeit Betroffenen sind immer jünger.

Es sind längst nicht allein die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise und die damit verbundenen Einschnitte in die sozialen Sicherungssysteme. Es ist viel mehr: Eine neue Generation Elend ist da herangewachsen.

„Vor 20 Jahren schon die Eltern betreut“

Die Essener Sozialverbände haben in ihrem jetzt veröffentlichten Jahresbericht Alarm geschlagen, eine Arbeitsgruppe von Experten der Wohnungslosen- und der Jugendhilfe hat sich erstmals getroffen und sucht bereits nach Lösungen. Mit einem Mal sind ganz neue Ideen gefordert, um diese jungen Menschen nicht dauerhaft in Obdachlosigkeit und Straffälligkeit abrutschen zu lassen, sagt Petra Westermann vom Sozialzentrum in der Maxstraße: „Dabei handelt sich oft um Klienten in der zweiten oder dritten Generation. Vor 20 Jahren habe ich schon deren Eltern betreut.“

Vielfach einer Sucht verfallen, psychisch krank, weil aus völlig desolaten Verhältnissen, sind es bereits nicht einmal Volljährige, die da auf sich gestellt sind, allein aber weder ein noch aus wissen. Es sind junge Menschen aus zerrütteten Familien ohne jede Tagesstruktur, die zum Teil schon seit Jahrzehnten Dauerkunden des Essener Hilfesystems sind. Die nie etwas anderes als die Abhängigkeit ihrer Eltern und Großeltern von staatlichen Leistungen kennengelernt haben. Völlig abgekoppelt von dem Rest der Gesellschaft, ist mit den Jahren eine Form der Hilfebedürftigkeit entstanden, warnen die Experten, bei der es längst nicht mehr genügt, nur eine Wohnung zu vermitteln. „Es sind Menschen“, sagt Petra Westermann, „die sind kaum mehr mietfähig“.

Besucherzahl der Essener Tafel nahezu verdoppelt

Da mag der Wohnungsmarkt noch so entspannt sein: In der zentralen Beratungsstelle für Wohnungslose wurden im vergangenen Jahr 1241 Menschen betreut. Das sind über 100 mehr als im Jahr zuvor. Mehr als jeder Dritte davon war zwischen 18 und 27 Jahre alt, der Anteil der 18- bis 21-Jährigen lag bei 17 Prozent.

Doch auch an anderen Adressen ist die Not zu spüren. Sehr deutlich naturgemäß da, wo Menschen ganz direkt um Hilfe bitten: Bei der Suppenküche etwa oder der Kleiderkammer in der Innenstadt, gemeinsam getragen von Caritasverband, Deutschem Roten Kreuz und Diakoniewerk: 44.458 Kleidungsstücke wurden an Bedürftige verteilt, immer mehr Familien suchen dort nach warmen Jacken und Hosen für ihre Kinder.

Nahezu verdoppelt hat sich die Kundschaft der Essener Tafel, die mit 107 ehrenamtlichen Helfern inzwischen 11.000 Menschen einmal pro Woche mit Frühstück, Obst und anderen Nahrungsmitteln versorgt. Dazu kommen 1800 Familien, 200 mehr als im Vorjahr, die sich regelmäßig an den 13 Verteilstellen das Nötigste fürs Leben abholen.

Ebenfalls einen neuen Rekord meldet das Arzt-Mobil, das 916 Patienten versorgte, die durch andere Angebote der Gesundheitsversorgung nicht mehr zu erreichen sind. Der älteste Patient war 71, der jüngste war 13 Jahre alt.

Jörg Maibaum

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Kommentare
17.10.2010
20:54
Neue „Generation Elend“ wächst in Essen heran
von Linker-Genosse | #50

Ich wünsche keinem der hier hetzenden Kommentatoren in diesen Strudel des Netzwerkes zu geraten.
Obwohl....... einige sollten diese Erfahrungen einfach einmal machen, damit sie überhaupt mitreden und anschließend auch anders denken können.
Für mich sind diese Hetzkampagnen ******* hoch fünf!
Liebe Hetzer......
nehmt Euch nicht so wichtig, denn so wichtig wie Ihr meint, seid Ihr nicht!

28.09.2010
13:17
Neue „Generation Elend“ wächst in Essen heran
von Herold Schincke | #49

Zu Kommentar 46 von feuerundflamme , am 28.09.2010 um 00:54

5. Alleinerziehende
.
,
-

28.09.2010
10:43
Neue „Generation Elend“ wächst in Essen heran
von kleinesg | #48

#46 feuerundflamme: 1 Million arbeitsunwillige Russen pro Jahr klingt für mich nach NPD-Propaganda. Haben Sie irgendwelche seriösen Belege?

28.09.2010
05:29
Blockierter Kommentar.
von Herold Schincke | #47

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.09.2010
00:54
Neue „Generation Elend“ wächst in Essen heran
von feuerundflamme | #46

Schon mal überlegt, woraus sich der HarzIV- Empfängerkreis rekrutiert?
1. Der geringste Teil besteht aus Faulpelzen, Alkohol- und Drogenabhängigen.
2. Danach kommen die Menschen mit einer geringen schulischen und beruflichen Qualifikation.
3. Der nächste, schon recht große Teil, besteht aus Menschen, die ungewollt (altersbedingt, alleinerziehend, behindert oder wegen schwerer Krankheit) keine Arbeit aufnehmen können.
4. Der überwiegende Teil besteht jedoch aus bildungsmäßig unqualifizierten Menschen, die aus der ganzen Welt in unser Land strömen und hier vermutlich auf Dauer keine Arbeit finden werden (bzw. wollen). Diese Menge erhöht sich jedes Jahr um fast 1 Million Menschen, die alleine aus Russland übersiedeln und die unserer Sprache kaum mächtig sind. Es wird Zeit, dass der entsprechende Vertrag (der damalige Kanzler Kohl hatte Russland vertraglich zugesichert, jährlich 2 Mio Menschen nach Deutschland umzusiedeln) gekündigt und ersatzlos gestrichen wird.
Wir haben gegenwärtig einen unfähigen und sich teils selbst bereichernden Trümmerhaufen in Berlin, der sich irrtümlich Regierung nennt. Diese schert sich um echte Not einen feuchten Kehricht, sondern eher alle über einen Kamm. Das führt zu einer Hassentwicklung gegen diese Schießbudenfiguren, gegen Parteien und gegen unsere Gesellschaftsform. Und das vor allem bei den Menschen, die schuldlos in das Dilemma gefallen sind.
Sofern mal jemand in Berlin einen lichten Moment haben sollte, sollte er sich der Menschen annehmen, die oben die Stufen 2 – 3 belegen und darauf die finanziellen und sozialen Mittel konzentrieren. Die der Stufe 1 müssen geheilt und resozialisiert werden.
Zugegebener Maßen wird Punkt 4. schwierig abzuarbeiten sein.

27.09.2010
21:55
Neue „Generation Elend“ wächst in Essen heran
von Thomas75NRW | #45

Mal allen Ernstes: Wenn diesen jungen Obdachlosen die Motivation für ein geregeltes Leben fehlt, muss es doch Gründe haben.
Zum Einen kann es daran liegen, dass diese jungen Leute garnicht die Möglichkeit bekommen haben, sich zu verwirklichen.
Zum Zweiten einfach der Drang nach dem Ausbruch aus familiärem Druck. Es gibt Familien, da klappt es mit der Ausbildungsstele für den jungen Menschen nicht. Da hackt man gleich drauf rum:Aus dir wird nie was, wirst immer ein Schmarotzer bleiben. Welche Motivation soll ein junger Mensch bei solchen Hetzereien noch haben ?
Ich kenne da Einen, der hat solche Nummern hinter sich. Er ist 230 km von der Heimat entfernt, hat aber eine Wohnung, Arbeit und eine Freundin....die Beiden führen ein super Leben.
Dafür muss man aber auch die Motivation haben, sein Leben in die Hand zu nehmen und den Widersachern zeigen: Seht her, ich kann es doch und bin auf euch nicht angewiesen. Schenkt euch eure schlauen Sprüche.
Leider ist es in einigen Familien so, dass man Wege vorgibt, die die Kinder teilweise nicht gehen wollen. Wird´s erkannt, werden Einem Steine in den Weg geschmissen.

27.09.2010
21:18
Neue „Generation Elend“ wächst in Essen heran
von Herold Schincke | #44

9 von Auch mal denken beim Schreiben! , am 27.09.2010 um 12:27

Was passiert mit Tieren in der freien Natur mit einer Null-Bock-Einstellung?

Ja Sie haben vielleicht ein komisches Weltbild !!!

Aber die schreiben auf alle Fälle nicht so eigenartige Kommentare wie Sie !!!

denn,

die denken nach !!!
.
,
-

27.09.2010
19:29
Neue „Generation Elend“ wächst in Essen heran
von moin | #43

# 42
Ok, Sie haben recht, dann ist dieser Weg der Erfassung nicht mehr möglich!
Wie aber ist es möglich, daß diese Leute sich soviel Alkohol leisten können? Da stimmt doch was nicht, oder erbetteln sie sich das Geld dafür, wahrscheinlich!
Dann hilft evtl. nur das drastische Erhöhen der Preise für Alkoholika!

27.09.2010
19:05
Neue „Generation Elend“ wächst in Essen heran
von upupintothebluesky | #42

Die Clemetsche-SPD-Hartz-IV-Gesetzgebung zur Behandlung von jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, die diese jungen Menschen dazu zwingt sich weiter in Bedarfsgemeinschaften mit ihren Eltern rumzudrücken hat dazu geführt, dass der Ausstieg aus zum Teil katastrophlen Lebensbedingungen für die Betroffenen den sofortigen Entzug ALLER Hartz-IV-Leistungen einschliesslich der Krankenversorgung zur Folge hat.

Viele von den jungen Leuten, die Sie im Strassenbild unserer Städte sehen bekommen absolut nix mehr!

Das Leben auf der Strasse ist natürlich knallhart,
aber der Staat hat nunmehr KEINERLEI Druckmittel mehr ihnen irgendwas zu kürzen oder zu entziehen.

27.09.2010
18:55
Neue „Generation Elend“ wächst in Essen heran
von moin | #41

Die Diskussion hier geht teilweise am Thema des Artikels vorbei! Die angesprochenen verwahrlosten Menschen sind in der Regel suchtkrank, meistens durch Alkohol.
Hier muß ein Ansatz gefunden werden! Der Verkauf von Alkohol könnte verändert werden. Kein Verkauf an Buden (Trinkhallen) und Tankstellen! Den Alkohol durch hohe Steuern stark verteuern! Die Süchtigen über Sozialzahlungen bei Ämtern erfassen und zu Therapien zwingen (sonst weniger Geld!) Sie vorallem sozialisieren und inarbeitbringen, egal wie! Das Nichtmehrgebrauchtwerden muß psychologisch abgebaut werden! Diesen Menschen muß man helfen, auch durch fordern!

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