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Nachwuchs-Talente eröffnen „Essen Original“

05.09.2010 | 19:51 Uhr
Nachwuchs-Talente eröffnen „Essen Original“
Die Rapper (v.l.) Raykoe, Papa TR, Blackjack, ASI und C-one. Foto: Ulrich von Born

Essen.Die 30-köpfige Jugendband „Essens Essenz – Rock Dein’ Block“ eröffnet „Essen Original“ – zusammen mit Rolf Stahlhofen, Gründer der Söhne Mannheims. In dem Projekt treffen junge Persönlichkeiten mit schwierigen Lebensläufen aufeinander.

Für die Show *Rock Dein' Block*, die den Opener des diesjährigen Essen.Original.-Festivals bilden soll, proben Jugendliche am Sonntag, im JZE: Foto: Ulrich von Born

Er trägt Kappe, ein langes blaues T-Shirt, weite Jeans und natürlich Chucks – eben wie ein ty­pische Rapper von der Straße. Was es bedeutet, dem Sprechgesang mit viel Hingabe Ausdruck zu verleihen, er­fährt An­dré Cranne beim Ju­gendprojekt „Es­sens Es­­senz – Rock Dein’ Block“ der „Ge­wobau Stiftung WohnLeben“, denn Rappen ist sein Ding: „Es ist Zeit, was zu ändern, es ist Zeit, zu verstehen. Also packt euch am Kragen, es ist Zeit, um was zu drehen. Es ist Zeit, was zu ändern, also tu’ es auch“, reimt der 17-Jährige im Ju­gendzentrum Papestraße.

Al­leine ist er dort aber nicht: 30 junge Leute im Alter zwischen 12 und 18 Jahren stehen mit ihm bei der Generalprobe auf der Bühne – angespannt, euphorisch und voller Vorfreude auf ihren großen Auftritt am kommenden Freitag: „Dann dürfen wir ,Essen Original’ eröffnen; das ist so krass, einfach genial!“, sagt Raykoe voller Be­geisterung. Raykoe ist sein Künstlername und nach sechs Wochen hartem Training wirkt er so, als könne ihm in Sachen Rap keiner mehr etwas vormachen. Er kriegt jede Strophe.

„Ein ungeschliffener
Rohdiamant“

Ausblick
Ein Projekt mit Folgen

Nach ihrem Auftritt mit Rolf Stahlhofen, Gründer der Söhnen Mannheims, bei „Essen Original“ geht’s für die 30 Ju­gendlichen zu Gastauftritten nach Berlin und Garmisch-Patenkirchen. Dazu kommen weitere Auftritte in der Stadt. Ihr einstudierter Song „Wie Du bist“ von Tom Hagen wird auf CD gepresst und im Handel angeboten. Für das Gesamtprojekt wurde die „Gewobau Stiftung Wohnleben“ mit dem Aareon-Zukunftspreis 2010 für sozial-gesellschaftliche Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

„Er war ein ungeschliffener Rohdiamant, so wie die anderen Jugendlichen auch“, erinnert sich Initiatorin und Organisatorin Corina Averia von der Ge­wobau Wohnungsbaugenossenschaft noch gut. „Du spürst den Groove in Dir und hast den Rhythmus im Blut?“, warb die 29-Jährige vor den großen Ferien für drei Ca­stings in Werden, der Ost- und Innenstadt. 300 junge Leute ka­men zum Vorsingen, -tanzen und -rappen; aber nur 30 konnten die Jury überzeugen.

Natürlich spielt Talent bei „Rock Dein’ Block“ eine wichtige Rolle, ist aber nicht einzige Voraussetzung: „Es war uns sehr wichtig, förderungswillige Jugendliche aus sozial schwachen Familien zu finden, denn nicht jeder hat die finanziellen Mittel für eine Tanz- oder Gesangsausbildung“, so Averia. „Rock Den’ Block“ kostet die Jugendlichen keinen Cent – im Gegenteil: Profis erarbeiten mit ihnen die Choreographien, in denen Elemente aus Hip-Hop, Jazz-, Show- und modernem Tanz enthalten sind. Um aus den feinen Stimmchen der Sänger die verborgenen Ta­lente herauszukitzeln, stehen Atemtechniken und professioneller Gesangsunterricht auf dem Plan: „60 Stunden hat je­der mindestens geprobt“, weiß Gesangslehrer Arno Brechmann (31). Fürs Projekt wurde sogar Rolf Stahlhofen, Gründer der Söhne Mannheims, als Mentor gewonnen.

. Die Breakdancer Leonard Michalas (vorne), Jordan Ostwald (h.lks.) und Niklas Samulnik (h.r.) beim Proben. Foto: Ulrich von Born

Im Projekt treffen junge Persönlichkeiten mit teils schwierigen Lebensläufen aufeinander: „Es sind Kinder aus dem Heim dabei und auch welche, die sich durch das Projekt da­zu entschlossen haben, wieder zur Schule zu gehen oder mit dem Trinken aufzuhören“, er­klärt Corina Averia.

Rap statt Gewalt

Die 16-jährige Céline Bergmann war bereits im vergangenen Jahr bei der ersten Auflage von „Rock Dein’ Block“ dabei – und rappt noch immer: „Es ist für mich eine Selbsttherapie, meine Probleme in Worte zu fassen, anstatt sie in Gewalt ausarten zu lassen.“ Der Kontakt zu anderen Jugendlichen, die so wie sie kreativ sind, hilft ihr sehr: „Es gibt hier keinen Neid; wir helfen uns gegenseitig bei Problemen und wenn je­mand mal nicht weiter weiß.“

Alisson Bonnefoy aus Ka­ternberg steht mit einem Solo auf der Bühne – stimmgewaltig und talentiert. Für sie haben sich die vielen Proben, das Ge­sangs- und Atemtraining ge­lohnt: „Vor wenigen Tagen war ich in der Folkwang Musikschule zum Vorsingen und ha­be die Aufnahmeprüfung ge­schafft. Jetzt wird mein Traum wahr“, sagt die 17-Jährige be­geistert, die nur ein Ziel kennt: Musical-Darstellerin werden.

Pascal Hesse

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Kommentare
08.09.2010
19:48
Blockierter Kommentar.
von hoppala | #1

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