Mutter entwickelt Schulranzen für ihre Söhne
31.08.2010 | 20:36 Uhr 2010-08-31T20:36:00+0200
Essen.Die Bredeneyerin Tanja Bendele hat einen Schulranzen-Trolley für die eigenen Söhne produziert. Zwei Jahre Arbeit steckte sie bis zur Serienreife in das Produkt, das den Rücken entlasten soll.
Vor 35 Jahren: An ihrem ersten Schultag trug Tanja Bendele stolz einen orange-blaufarbenen „Scout“-Ranzen auf dem Rücken. „Ja, ich hatte so ein buntes Kastending. Damals war der Ranzen innovativ.“ Für ihren achtjährigen Sohn Tim hat sich die Patent-Anwältin was anderes ausgedacht. Über zwei Jahre lang tüftelte Bendele bis ihr eigener Schulranzen – ein Trolley mit Namen „Sci Bag“ – nun auf den Markt kommt. Ein wenig hat die 41-Jährige so ihre Kindheitsträume verwirklicht.
„Andere gehen an die Börse oder haben einen Oldtimer. Ich wollte in meinem Leben etwas kreieren“, erzählt die zweifache Mutter, „Als Kind wollte ich alles können und am liebsten zugleich Modedesignerin, Maurerin und Architektin werden.“ Beim Familienurlaub am Indischen Ozean kamen ihr immer zig Ideen. An eigene Projekte wagte sich die gebürtige Warsteinerin aber nicht. „Tja, und gut zwei Jahre später ist dann meine Idee meist der Renner“, merkte die Diplom-Chemikerin oft. Also ran an den Traum.
Chinesische Toasterfabrik
„Ich dachte anfangs, das ist ja nur eine Tasche“, sagt Bendele, „dabei war es ein Großprojekt. Gerade wenn man alles nebenbei in den Abendstunden und meist per E-Mail macht.“ Durchgehalten habe sie nur, weil sie beruflich jahrelang Patentanmeldungen betreute und Stolpersteine bei DIN-Verfahren bereits kannte. Dennoch gäbe es den Trolley nicht ohne Bendeles chinesische Bekannte Yanan Wang. „Irgendwann erzählte sie, man könne in China ein Modell umsonst herstellen. Also fuhren wir im Juni 2008 für eine Woche dorthin“, erinnert sich die Bredeneyerin, die damals ihre zweite Babypause machte. Mit einer langen Liste, was der Trolley besser können solle als andere Ranzen und einer 3D-Zeichnung von Folkwang-Designer Christoph Hartmann, ein Bekannter.
„Doch die Taschenhersteller waren technologisch überfordert“, sagt die 41-Jährige. Produzieren ließe sich das nicht, eine derartige 3D-Gußformen für die Polypropylenschale sei überhaupt nicht möglich. „Ob es ginge, konnte nur eine Riesengussform zeigen, die eine höhere fünfstellige Summe gekostet hätte“, weiß Bendele, „Am Ende fanden wir doch einen Hersteller. Der produziert eigentlich Toaster und Autoinnenteile.“
Nun rollt Sohn Tim mit dem Serienmodell zur Schule, inklusive einem von Mama designten Federmäppchen. Die frischgebackene Partnerin der Münchener Anwaltskanzlei „Prinz & Partner“ plant weiter: „Am besten sollte Trolley nur 1400 Gramm wiegen. Mit 1872 Gramm sind wir nah dran.“ Sonst ist sie zufrieden. Der Trolley wurde bereits mit dem red-dot-Award 2010 ausgezeichnet und nominiert für den Deutschen Designpreis. „Für Grundschulkinder sind schon die Schulsachen schwer. Taschen sollten darum leicht sein“, erklärt sie ihre Motivation. Der nach oben zu öffnende Deckel und die stabile Form sollen für Schulhefte ohne Eselsohren sorgen – was bei anderen Trolleyranzen angeblich nicht so ist. Beim Tragen bleibe die Kleidung sauber, weil Rollen und Gestänge auf der körperabgewandten Seite angebracht sind. Die Anfragen für die Trolleys (150 Euro) laufen. Auch Erwachsene haben schon Interesse gezeigt, um den eigenen Rücken zu schonen.
21:57
So ganz verstehe ich den Vorteil der Konstruktion nicht.
Also als Ziehkarre ist es orthopädisch und sicherheitstechnisch bedenklich.
Und warum sollten die Kinder das Teil mit Fahrgestell auf dem Rücken tragen, wenn es fast 2 kilo Leergewicht hat?
Und dann natürlich made in china, aber stolzer Preis von 150.- .. ob sich da viele Dumme finden lassen?
13:27
ich denke mal nicht das dies die gesündeste art und weise ist seine schulsachen zu transportieren. und ich glaube auch nicht das man ein orthopäde sein muß um zu wissen das kinder im wachstum eine gleichmäßige belastung brauchen. und durch das ziehen des trolleys , haltungsschäden schon vorprogrammiert sind. ich dende das der schultornister auf dem rücken gehört (natürlich mit dem richtigen gewicht, nicht zu schwer). so haben die kinder die hände frei und können sich auf dem schulweg auch so vor eventuelle gefahren schützen.
12:56
Räder für den Sommer und Kufen für den Winter , aber so Stabil, dass man sich draufsetzen kann, für den Schulweg bergab natürlich.
11:52
Ziemlich teuer die Dinger.
10:16
http://www.scibag.com/sci-school.html
war nicht schwer zu finden :-)
09:54
Also bei meinem Sohn hatten Kinder in der ersten Klasse auch schon Trolleys. Der ist jetzt in der achten Klasse.
Ist also nicht wirklich eine grundlegend neue Idee. Vielleicht ist er etwas weiter entwickelt und das Design ist vielleicht auch anders. Aber Neu ist die Idee nun wirklich nicht.
08:25
@ 16
Aber wie wollen Sies dann machen? Bin kein Fachmann, aber stelle mir vor, daß das ziehen nicht (so schnell) schädlich ist wie die Kilos auf dem Rücken zu tragen. Außerdem sind Laufräder, Lauflernwagen, Kleinkinderschuhe mit Klettverschluß etc. viel schädlicher für die Knochen und die Haltung. Da sollte man eher mal ansetzen und den Eltern sagen was gut ist und was nicht.
Zusätzlich wären Spinde in der Schule eigentlich ideal, aber das wird wohl an den feuerpolizeilichen und sonstigen bürokratischen Gründen scheitern. Schade, denn das könnte die ideale Kombination sein.
04:36
Diese Schultrolleys gibt es in anderen Ländern - z.B. in Spanien - bereits seit Jahren. Das hätte man leicht nachrecherchieren können. Was soll also diese großspurige Ankündigung?
23:13
Trolleys für Schüler habe ich schon vor über 4 Jahren in Tanger/Marokko gesehen... Also echt nix Neues. Vielleicht eben etwas weiter entwickelt, aber ansonsten.......
22:29
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