Kommunalaufsicht stoppt „Bäderkonzept“
29.07.2010 | 02:32 Uhr 2010-07-29T02:32:00+0200
Essen. Der Erhalt des Freibades „Hesse“ bringt die Stadt in Erklärungsnöte. Die Kommunalaufsicht will wissen, wo die Stadt an anderer Stelle sparen will - und legt geplante Millionen-Investitionen erst einmal auf Eis.
Als der Stadtrat im November das „Aus“ für das Dellwiger Freibad „Hesse“ wieder zurücknahm, da fiel Klaus Görtz oben auf der Zuschauertribüne ein Stein vom Herzen. „Hesse“ gerettet - wenn auch unter Vorbehalt. Dafür hatte sich der Chef des Badbetreibers RuWa Dellwig ins Zeug gelegt. Und fürwahr, es war eine Entscheidung von politischem Gewicht , die das neu gewählte Stadtparlament da auf seiner ersten Sitzung nach der Kommunalwahl in geheimer Abstimmung fällte. Aber so ist das eben, wenn ein dicker Stein ins Wasser plumpst: Er löst eine mächtige Welle aus. Gestern schwappte sie in Form einer Stellungnahme der Bezirksregierung Düsseldorf in den Sportausschuss und riss einem Tsunami gleich die Hoffnung all jener mit sich, die meinen, „Hesse“ könnte schon bald komplett in trockenen Tüchern sein. Das Gegenteil ist der Fall. Mehr noch: So lange die Stadt gegenüber der Kommunalaufsicht nicht überzeugend darlegt, woher sie das Geld für „Hesse“ nehmen will, so lange liegt das gesamte „Bäderkonzept“ auf Eis - und damit 15 Millionen Euro, die die Stadt in den kommenden drei Jahren in die Sportlandschaft investieren wollte.
„Hesse ist überall.“ So hatte es die SPD im Wahlkampf formuliert. Der Spruch scheint die Mehrheitsfraktion schneller einzuholen, als es ihr lieb sein dürfte. Denn mit einem Schlag geht es nicht mehr allein um die Zukunft des Freibads am Rhein-Herne-Kanal. „Hesse ist zum Maßstab für den Essener Sport geworden“ , sagt Mehrdad Mostofizadeh, Fraktionssprecher der Grünen und fügt hinzu. „Das ist das, was wir nie gewollt haben.“
Die Bezirksregierung verlangt für „Hesse“ eine „adäquate Kompensation“. Rund 300 000 Euro steckt die Stadt nach Angaben der Verwaltung jedes Jahr an Betriebskosten in das Bad. Dieser Betrag ist einzusparen. „Das kann man nur machen, wenn ein anderes Bad geschlossen wird“, sagt Stadtdirektor Christian Hülsmann. Welches es sein könnte - dafür fehlt auch Hülsmann die Phantasie. Fest steht: Die „Oase“ wie auch das „Bad am Südpark“ in Kray sind Bestandteil des Bäderkonzepts, beide stehen also bereits auf der Streichliste. Den Schließungsbeschluss für das chronisch defizitäre Spaßbad in Frohnhausen soll der Rat der Stadt nach dem Willen der Verwaltung bereits im Januar fassen.
So bliebe der Politik wohl nur eine Wahl: „Es muss ein Hallenbad sein“, sagt Hülsmann. Nur so ließe sich eine „adäquate“ Summe überhaupt einsparen. Ein Hallenbad schließen? Das ist heikel. Leidtragende wären nicht nur Schwimmvereine, sondern auch Schulen. Sind sie doch angewiesen auf kurze Wege zum Schwimmunterricht.
Für die SPD kündigte Ratsherr Rudi Jelinek an, seine Fraktion werde im Januar Sparvorschläge vorlegen.
18:03
Wenn man Hesse schließt !! Ist ein Teil von Essen Dellwig weg !! Die sollen mal gucken wie viele jedes Jahr bei Hesse Schwimmen gehen !!
09:39
Wurde bei dieser vermeintlich aktuellen Berichterstattung ähnlich der Vorgehensweise beim Lokalsport einfach einem alten Artikel lediglich ein neues Datum zugeordnet???
Was geht nur in den Redaktionen unserer Monopoljournaille ab?
09:36
Gerade Herr Hülsmann muss sich äussern. Hat er nicht eine Spatenstich vor der Wahl beim Stadion inszeniert? Hat aber Herrn Britz nichts genutzt. Wer war denn in den letzten Sommertagen im Hesse??
Brechend voll!! Vor lauter Leuten war keine Wiese mehr zu sehen. Der Erhalt war und ist notwendig.
Fragt doch ´mal die CDU warum sie in den letzten 10 Jahren soviel in die Kultur gesteckt hat. Damit die Ruhrbarone preiswert ins Theater gehen können und der nornmalen Bevölkerung hat sie ein Bäderkonzept um die Ohren gehauen, dass den Namen nicht verdient. Die CDU freundliche Presse hat schön Stimmung gemacht und die kritischen Stimmen einfach nicht veröffentlicht. Einfach den Mehraufwand, den die Kommunal bezahlen muss, beim Folgwang Museum einsparen.
Herr Beitz muss sein vergiftetes Geschenkt aufstocken. aber das traut sich ja niemand öffentlich zu formulieren.
09:20
Es steht Unruhe durch die wartenden Amateurvereine u.s.w. an . Diese Situation war aber vorhersehbar und man hätte sie agierend angesehen sollen - nun ist es etwas unangenehmer !
09:19
Das Spielchen was die Essener SPD betreibt ist einfach nur zum Kotzen.
Nun will SPD Jelinek im JANUAR neue Sparvorschläge vorlegen. Bis dahin träumen die Essener weiter, oder was ??
Für das marode Hesse Bad sollen andere bluten ?
Das ist der SPD Filz aus den 70er,80er und 90er Jahren der wieder aufblüht.
Hoffentlich macht die Bezirksregierung den Schlussstrich für Hesse.
09:09
2.000.000 € von EON zurückfordern, die ohne Rechtsanspruch gezahlt wurden.
07:29
Sparen, kein Problem; Sämtliche Zahlungen und Ausgaben für den RWE stoppen und in das Bad stecken.
06:02
Mein Gott, wie überraschend. Sind im Essener Rat eigentlich nur noch Dilettanten an der Arbeit ? Jetzt bekommt die SPD ihr Wahlversprechen (zu Recht) um die Ohren gehauen. Mal abgesehen davon, dass 15 Mio € nicht investiert werden können, sprich hiervon Essener Firmen auch keine Aufträge erhalten können. Das ist Wirtschaftsförderung pur, danke Herr Paß.