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Klimaschutz treibt sogar Schüler um

03.11.2010 | 11:06 Uhr
Klimaschutz treibt sogar Schüler um
Beschäftigen sich mit Solartechnik im Unterricht: Die Neuntklässler Yalcin Topal, Justin Kirsch und Philipp Holland (von links) bei der Abschlussveranstaltung des „Innovation City“-Wettbewerbs. Bild: Udo Milbret

Essen. Am Donnerstag entscheidet die elfköpfige Jury des Initiativkreises Ruhr darüber, wer beim Wettbewerb „Innovation City“ als Sieger hervorgeht. Oberbürgermeister Reinhard Paß gibt sich siegesgewiss.

Noch können sie nicht mitbestimmen, wie viel Geld und Arbeitseinsatz dieser Gesellschaft der Schutz vor einer massiven Erderwärmung durch Kohlendioxid Wert ist, doch die Problematik des Treibhauseffektes durch die Verbrennung von Kohle und Gas ist Essener Schülern bekannt.

„Was man so im Fernsehen an Wetterkatastrophen und schmelzende Gletschern sieht, das macht einen schon besorgt, wie es mit dieser Erde weiter geht“, sagt der Neuntklässler Philipp Holland von der Altendorfer Gesamtschule Bockmühle. Mit seinem gleichaltrigen Kollegen Justin Kirsch hat er im Technik-Unterricht kleine Solarautos gebaut. „Die sind sogar gefahren. Mich hat besonders fasziniert, wie Solarzellen das Licht aufnehmen und Strom produzieren“, sagt Kirsch.

Abschlusskundgebung für den Wettbewerb „Innovation City“

Die Schüler sind Teilnehmer der großen Essener Abschlusskundgebung für den Wettbewerb „Innovation City“, die am Dienstag Nachmittag in der Aula ihrer Gesamtschule stattfand. Altendorf gehört mit Frohnhausen, Nord- und Westviertel zum Essener Pilotgebiet, das in zehn Jahren zum weltweiten Vorzeigegebiet für Klimaschutz umgebaut werden soll - und 2020 rund 50 Prozent weniger CO2 erzeugen soll.

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Nicht unbezahlbar

Befürchtungen von Mietern, Klimaschutz mache ihre Wohnung unbezahlbar, weist Essens Stadtentwickler Günther Berndmeyer zurück. „Dazu darf es nicht kommen. Klimaschutz erhöht zwar die Kaltmiete, senkt aber zugleich die Warmmiete.“

Am Donnerstag entscheidet die elfköpfige Jury des Initiativkreises Ruhr darüber, wer von den fünf Finalisten, Bochum, Mülheim, Gelsenkirchen/Herten, Bottrop oder Essen, den Zuschlag für die Konzentration von 2,5 Milliarden Euro Eigenmittel und Steuerförderung erhält.

Oberbürgermeister Reinhard Paß gibt sich siegesgewiss. „Ich bin sehr optimistisch. Wir wollen den Titel holen, wir haben eine langjährige Klimaschutz-Tradition in dieser Stadt, wir setzen stark darauf, dass wir die Bürger aktivieren und beteiligen.“

Am heutigen Mittwoch verzichtet Paß sogar auf den Flug zum Integrationsgipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel, um selbst mit Stadtdirektor Hans-Jürgen Best die Jury vom Essener Konzept zu überzeugen. Wie auf eine Abitur-Prüfung hat das städtische Innovation-City-Team für die auf 25 Minuten beschränkte Präsentation am heutigen Mittag im Essener Gebäude des Initiativkreises an der Brunnenstraße geübt. Bis zum späten Abend will die Jury dann diskutieren, wer den Zuschlag für den Titel erhält.

Schon jetzt sieht Innovation-City-Geschäftsführer Markus Palm das Ruhrgebiet als Gewinner des Wettbewerbs „Alle Finalisten sind unglaublich engagiert, in den Städten ist viel passiert. Es ist gelungen, die Bürger mitzunehmen“, sagte Palm in der Gesamtschule Bockmühle.

Peter Szymaniak

Kommentare
03.11.2010
13:21
Klimaschutz treibt sogar Schüler um
von klimaquatsch | #2

Auch die werden noch lernen, dass man ihnen im Namen des Klimaschutzes später nur das dann sauer verdiente Geld aus der Tasche ziehen will. Aber: Früh...
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http://www.derwesten.de/nrz/staedte/essen/klimaschutz-treibt-sogar-schueler-um-id3899659.html
2010-11-03 11:06
Essen