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Ikea hält eigenes Haus in Essen für „nicht zukunftsfähig“

14.11.2012 | 06:00 Uhr
Ikea hält eigenes Haus in Essen für „nicht zukunftsfähig“
Das Möbelhaus Ikea in Essen.Foto: Mona Contzen

Essen.  Das schwedische Möbelunternehmen Ikea will in Essen räumlich und beim Sortiment expandieren und hat den Druck auf die Stadt erhöht. Dort ist man aus Sorge um die Innenstadt aber nur in engen Grenzen zum Kompromiss bereit.

Ikea nimmt einen neuen Anlauf, seinen Standort in der Essener Weststadt zu erweitern. Gestern Abend fand dazu ein Treffen mit Spitzen der Stadtverwaltung und der kommunalen Politik statt. Nach Rückschlägen in der Vergangenheit will Ikea nun offenbar nochmals ausloten, welche Möglichkeiten es gibt.

Der schwedische Möbelriese möchte zwar in Essen bleiben, stellt auf lange Sicht sein Haus dennoch in Frage: „In dieser Form ist es auf Dauer nicht zukunftsfähig“, sagte Simone Settergren, Ikea-Sprecherin für den Bereich Expansion gegenüber der WAZ. Grund: Das Möbelhaus ist zu klein. Wenn Ikea heute neue Einrichtungshäuser baut, haben diese mindestens 25.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Das Essener kommt aktuell nur auf 15.000. Mit Folgen: Kunden berichten auch der WAZ, dass sie mittlerweile andere Ikea-Standorte ansteuern, weil dort das Sortiment und die Lagerbestände größer seien. „Wir brauchen eine Lösung“, fordert nun Settergren an die Adresse der Stadtverwaltung.

Stadtverwaltung zu Kompromiss bereit

Diese ist generell zu einer Kompromisslösung bereit, will sich andererseits nicht von dem Möbelriesen unter Druck setzen lassen. Stadtdirektor Hans-Jürgen Best kann sich vorstellen, dass Ikea seine Verkaufsfläche auf 23.000 Quadratmeter vergrößern darf. Mehr komme nicht in Frage und auch keine Erweiterung des Kernsortiments. Best: „Darin sehen wir zu viele Nachteile.“ Genau in diesem Punkt hatten sich Stadtverwaltung und Ikea in der Vergangenheit überworfen.

Die Schweden verfolgen seit einiger Zeit bei Expansionsplänen ein Center-Konzept. Das heißt: Neben Ikea sollen sich noch andere Fachmärkte ansiedeln. Dies plante Ikea auch in Essen und wollte die Fläche des benachbarten, lange Zeit leerstehenden Toom-Baumarktes dafür nutzen. Das untersagte die Stadt vergangenes Jahr mit der Begründung: das geplante Sortiment sei „zentrenrelevant“. Heißt nichts anderes: Man fürchtete zu große Konkurrenz für die Innenstadt. In diesem Sommer zog in das Gebäude schließlich ein Möbel-Discounter.

Suche nach neuem Standort

Ikea sucht aktuell auch einen neuen Standort an der A 42. Die Schweden brauchen 70.000 Quadratmeter Fläche. Zuletzt waren beispielsweise Gelsenkirchen und Castrop-Rauxel im Gespräch. Im kommenden Jahr soll eine Entscheidung fallen, wo neu gebaut wird.

Die revierweite Suche hatte Spekulationen angeheizt, Ikea halte bereits Ausschau nach einer Alternative zum Essener Haus. Doch die Ikea-Sprecherin versichert: „Dieses Einrichtungshaus wird zusätzlich hinzukommen.“

Janet Lindgens u. Frank Stenglein



Kommentare
18.11.2012
13:42
Ikea hält eigenes Haus in Essen für „nicht zukunftsfähig“
von a_ha | #32

Ich habe von einem ehemaligen Mitarbeiter des Baumarktes gehört, dass der Bau auch IKEA gehört und die wollten die Miete auf 125.000 €/Jahr hochschrauben, so dass der Baumarkt auszog.
Ist da was dran? Dann könnte IKEA doch seine eigene Fläche selber nutzen. IKEA ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein geldkräftiger Unternehmer Städten seine Bedingungen diktieren will. Und das Ruhrgebiet ist prima dafür geeignet, gegeneinander ausgespielt zu werden.

18.11.2012
11:25
Ikea hält eigenes Haus in Essen für „nicht zukunftsfähig“
von peterlustiglebt | #31

!!!!...ach was vonhierwech u. du hast die weisheiten mit dem schaumlöffel gegessen od. lieg ich falsch *lach*
einem aktuellen artikel zufolge wollte ikea fachmärkte so zB einen elektromarkt u. ein großes sportgeschäft ansiedeln. es liegt doch auf der hand das dies auswirkungen auf die city hätte. alleine ein 4. großes sportgeschäft wäre glatter selbstmord. der @michel hat den nagel auf den kopf getroffen

17.11.2012
08:57
Ikea hält eigenes Haus in Essen für „nicht zukunftsfähig“
von vonhlerwech | #30

Michelino erklärt uns mal wieder die Welt... lach

15.11.2012
08:18
Ikea hält eigenes Haus in Essen für „nicht zukunftsfähig“
von michelino | #29

Den Kommentatoren hier, die nicht bekommen, worum es im Vorfeld Ikea und der Stadtverwaltung ging: Ikea wollte nicht sein eigenens Geschäft erweitern, sondern Fachmärkte auf dem Gelände des Toom-Marktes ansiedeln. Von einer Erweiterung war zu diesem Zeitpunkt nicht die Rede. Die Stadt tat also gut dran, die Fachmärkte im Sinne der Innenstadt zu verhindern. Jetzt liegt der Fall natürlich anders

14.11.2012
21:55
Ikea hält eigenes Haus in Essen für „nicht zukunftsfähig“
von schriftsetzer | #28

Schon erstaunlich, wie von den meisten Kommentatoren versucht wird, sämtliche Dinge, die mal nicht so rund laufen (ist ja auch nur hier so: in Düsseldorf z.B. hat sich der Baubeginn der FH um zwei Jahre verzögert, weil die Planer die Tiefgarage vergessen haben) der Stadtverwaltung in die Tasche zu schieben. Und da wir gottlob keine Monarchie mehr haben, hätte sich auch ein Herr Reiniger nicht mal eben über Planungsvorgaben, Flächennutzungspläne und sontige Beschlüsse der Ämter und des Rates, etc. hinweg setzen können.

14.11.2012
19:44
Ikea hält eigenes Haus in Essen für „nicht zukunftsfähig“
von 1955 | #27

Die Stadt Essen sollte sich von Ikea auf keinen Fall erpressen lassen!
Demnächst wollen die Schweden ihr Sortiment so vergrößern, dass sie eine eigene Ikea-Stadt haben! Dadurch gingen im Umfeld kleine Firmen Pleite und viele Arbeitsplätze verloren! Das muss verhindert werden, wir brauchen die kleinen Selbständigen und keine Mega-Märkte !

14.11.2012
18:51
Ikea hält eigenes Haus in Essen für „nicht zukunftsfähig“
von Riffralf | #26

Ser ehemalige Toom Baumarkt wäre optimal gewesen, wenn Ikea jetzt aus Essen verschwindet, war die ganze Denkmalschutzaktion mit dem Parkhaus für die Katz und das Areal wird demnächst komplett leer stehen, da war die Stadtverwaltung ja mal wieder super clever. Inwieweit eine Erweiterung "zentrenrelevant" gewesen sein soll, muss mir mal einer erklären, welches Sortiment wird denn aktuell in der City in Konkurrenz zu Ikea und Co. angeboten?

14.11.2012
18:23
Ikea hält eigenes Haus in Essen für „nicht zukunftsfähig“
von marcwause | #25

Das mit der Wirtschaftförderung bekommen die Genossen wohl auch nicht so gut hin!?

Die Verwaltung scheint sich ja mit vielen Unternehmen zu zoffen (E.ON, Krupp, Ikea, uvm).
Unter Reiniger wäre es nie so weit gekommen. Hier hätte Ikea längst ein neues Angebot, evtl. auch an einem anderen Standort in Essen.

Was macht eigentlich die Essener Wirtschaftförderung?
Schnarch......

14.11.2012
16:48
Ikea hält eigenes Haus in Essen für „nicht zukunftsfähig“
von Westwind | #24

Idee: Wir reißen Schweden ab! In Südschweden kommt der Parkplatz hin und in Nordschweden plazieren wir das Ikea-Schwachsinns-MEGA-Store. Egal, was der Kraftstoff kosten: Die Leute maulen immer, fahren aber trotzdem wie blöd, gespart wird nicht. Dann passt´s doch, oder ?!

14.11.2012
16:37
Ikea hält eigenes Haus in Essen für „nicht zukunftsfähig“
von Emagic | #23

Ehrlich gesagt, fahren wir seit fast einem Jahr immer nach Duisburg zu Ikea. Da gibt es einfach ein größeres Sortiment und auch der neue Anbau mit den Pflanzen ist sehr gut geworden.
Die Stadt sollte zusehen, das sie Ikea langfristig halten kann, ansonsten ist da ja nicht viel. Wir haben Essen nur besucht um auf den Weihnachtsmarkt zu gehen.
Ein neues, größeres Ikea würde uns sicher wieder nach Essen bringen, da es näher für uns liegt.

1 Antwort
....ansonsten ist da ja nicht viel.
von michelino | #23-1

Sie scheinen sich ja gut in Essen auszukennen, wenn Sie so was schreiben. Wenn Ikea für Sie eine Messlatte ist, na dann..

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