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Hundesteuer

Höhere Steuer soll Hundeanzahl senken

26.08.2010 | 12:59 Uhr
Höhere Steuer soll Hundeanzahl senken
Foto: Monika Kirsch

Essen.Mit einer zehn Prozent höheren Hundesteuer soll die ständig wachsende Zahl der Hunde in Essen begrenzt werden. Mit 22.459 vierbeinigen „Steuerzahlern“ weist die Statistik so viele Hunde aus wie noch nie in den vergangenen 50 Jahren.

Wie viele schwarze Hunde sich in Essen tummeln, hat im Rathaus noch keiner gezählt. Fest steht nur, dass immer mehr Hunde nicht schwarz in Essen leben: Mit 22.459 vierbeinigen „Steuerzahlern“ weist die offizielle Statistik der Stadt zum 1. August diesen Jahres so viele Hunde aus wie noch nie in den vergangenen 50 Jahren.

Hundesteuer
Progressiver Tarif

Nein, einen „Mengenrabatt“ für Hundebesitzer gibt’s nicht, im Gegenteil: Je mehr Hunde jemand hält, desto mehr zahlt er pro Vierbeiner. Hier die seit 1. August gültigen Sätze: Bei einem Hund sind 156 € zu zahlen, bei zwei Hunden je Hund 216 €, bei drei und mehr Hunden je Hund 252 €. Die „Kampfhundesteuer“ beträgt neuerdings 852 € bei vollem und 288 € bei ermäßigtem Steuersatz.

An diesem Rekord dürfte wohl auch die im Juni beschlossene zehnprozentige Erhöhung der Hundesteuer nicht viel ändern, auch wenn die letzte Anhebung des Tarifs vor mittlerweile 16 Jahren auf wundersame Weise eine deutliche Verkleinerung der Hundepopulation in Essen nach sich zog: Binnen eines Jahres schrumpfte der zur Steuer veranlagte Bestand – mit deutschlandweit damals an der Spitze rangierenden Sätzen übrigens – um immerhin 1000 Exemplare. Und er sackte auch in der Folgezeit weiter ab.

Zahlen trotz Hartz IV

Solche Wellenbewegungen im Hundebestand gibt es immer wieder, und sie steigen immer dann an, wenn die Stadt einmal mehr zum Instrument der schriftlichen „Hundebestandsaufnahme“ greift. Die letzte erfolgte vor nunmehr sieben Jahren und bescherte der Statistik einen Zulauf von mehr als 2000 Wuffis binnen eines Jahres.

Es mag an den damit verbundenen Außenkontrollen von Amts wegen liegen, dass seither die Zahlen nicht mehr absackten, sondern stetig wuchsen. Dabei ist der jüngste zahlenmäßige Zuwachs nicht zuletzt dem Umstand zu verdanken, dass die Stadt seit dem 1. August auch bei den Empfängern von Hartz IV-, Sozialhilfe- oder Asylbewerberleistungen die Hand aufhält: Diese zahlen künftig einen ermäßigten Satz von einem Viertel des normalen Steuerbetrages, also 39 Euro im Jahr.

Hier wie bei den seit dem Jahr 2000 extrem hohen Steuersätzen für die als gefährlich eingestuften Hunderassen („Kampfhundesteuer“) wird am deutlichsten, dass die Stadt in der Hundesteuer auch einen „ordnungspolitischen Lenkungszweck“ sieht, wie es heißt. Mehr Hunde bedeuten eben mehr Hundehaufen und Beschwerden im Ordnungsamt: über „Tretminen“ im Straßenbild wie über freilaufende Vierbeiner auf Friedhöfen, in Parks oder Grünanlagen.

Mehr Hunde, das heißt aber auch: mehr Einnahmen. Mitte September gehen die neuen, an die höheren Sätze angepassten Steuerbescheide in die Post und lösen damit zusätzliche Einnahmen von 160.000 Euro noch in diesem Jahr aus. Insgesamt soll die höhere Hundesteuer 383.000 Euro im Jahr mehr einbringen, dabei waren die Einnahmen schon bisher nicht ohne: Im vergangenen Jahr kamen 2,9 Millionen Euro zusammen. Wow.

Wolfgang Kintscher

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Kommentare
04.03.2011
00:29
Höhere Steuer soll Hundeanzahl senken
von theorethisch | #87

Ich kauf mir ne Katze und wenn die Steuermarkenbeschauer kommen, tausch ich den Hund schnell gegen die Katze aus.

03.03.2011
23:49
Höhere Steuer soll Hundeanzahl senken
von Rusty10 | #86

Sicher ist es ein Problem, dass etliche Hundebesitzer den Kot des Hundes nicht beseitigen.
Wenn ich allerdings hier die Zuschriften lese, glaube ich, dass einige Hundehasser sich an diesem Thema hochziehen und auch da Köttel sehen, wo keine sind. Hauptsache, man hat mal wieder seinen Hass abgeladen.

14.10.2010
19:27
Höhere Steuer soll Hundeanzahl senken
von Its me | #85

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Um das Haushaltsloch zu stopfen, wäre es meines erachtens viel gerechter eine Ausgleichssteuer für ALLLLLLE Essener zu erheben (Hartz IV & Kinder ermässigt).

Jeder Essener zahlt den gleichen Betrag (meinentwegen jahrlich nen Fuffi ... oder gar nen Hunni oder mehr in die Kasse).

Denn schliesslich gehört uns allen UNSERE Stadt ...nicht nur den Hundehaltern, Hoteliers und Sonnenstudiobesitzern ..... und was da noch in Zukunft an Bürgern, die es zu Melken gibt auserwählt werden . . .


Bei 574.000 Einwohner macht das Pi x Daumen bestimmt mindestens 30 Mio. € / a fixe Einnahmen.




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31.08.2010
23:13
Blockierter Kommentar.
von Frau M. | #84

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

31.08.2010
23:12
Höhere Steuer soll Hundeanzahl senken
von Frau M. | #83

Meine Zeiten, ist das hier ein Trauerspiel.

Und wie viel bitte sehr sind 10 % von etwa 174 €? Komisch, aber herauskommt 216. Mathe: sechs!

Mich als Hundehalter ärgert es auch, wenn Halter ihre Hunde auf einem Gehweg ihr Geschäft verrichten lassen. Oder deren Hunde hinter Joggern, Radfahrern etc. bellend her rennen. Aber ich finde es auch nicht in Ordnung, wenn Radfahrer meinen, ihnen gehört die Welt und klingeln wie bescheuerte (auch Kinder aus dem Weg).
Mehr Rücksichtnahme von allen Seiten, dann klappt das Miteinander auch viel besser.

Ständig wird außer Acht gelassen, dass mit einem Hund (oder aber auch einem anderen Haustier) - so merkwürdig das auch für viele klingen mag - Arbeitsplätze finanziert werden. Es werden Halsbänder, Leinen, Futter etc. gekauft. Tierärzte, Physiotherapeuthen besucht und und und.

Es ist schade, dass viele nicht verstehen, was die Tiere einem geben.

Manche haben halt lieber einen 200 PS Boliden unterm Hintern und gefährden sich und andere. Aber das ist ja alles in Ordnung!?

27.08.2010
15:32
Höhere Steuer soll Hundeanzahl senken
von tarnkappentraeger | #82

Auch das gibt es:

Unser Hund fing neulich aus zunächst unersichtlichem Grund an zu humpeln. Als ich nachsah, musste ich feststellen, dass er sich einen Kaugummi zwischen die Ballen eingetreten hatte.

27.08.2010
14:35
Immer mehr Hunde an der Kostenleine
von Beobachter_ | #81

@80:
So weit sind wir beide als Hundehalter bzw. Kein- Hundebesitzer gar nicht auseinander, ich unterscheide (wie auch in allen anderen Lebensbereichen) zwischen Menschen, mit denen man auskommen kann und Menschen mit denen man nicht auskommen kann.
Ihre eigenen Beobachtungen bzgl. verantwortungsbewussten Hundehaltern und Hundehaltern, die Ihren Hund nicht im Griff haben, deckt sich absolut mit meiner Sichtweise und auch der Sichtweise vieler Hundebesitzer, die ich persönlich kenne.
Viele haben auch einfach keine Lust mehr, sich mit den Dreckspatzen in einen Topf werfen zu lassen.
Beunruhigend finde ich, das nicht nur ich als Nicht-Hundebesitzer an diese Leute nicht mehr drankommen, sondern auch die Hundehalter untereinander nicht mehr...

Im Übrigen: Ich finde Kaugummis unter dem Schuh genauso ekelig wie Hundek.... und schimpfe in beiden Fällen über den Verursacher;-)

27.08.2010
14:11
Höhere Steuer soll Hundeanzahl senken
von S.Effenberger | #80

zu # 66 von Beobachter,

Meine Ausführung bezüglich der Unachtsamkeit, war als Provokation gedacht!

Dabei habe ich folgendes Szenario vor Augen:

Ein Passant tritt auf dem Gehweg in einen Kaugummi. Er ärgert sich über seine eigene Unachtsamkeit und schimpft nicht über die Person, welche den Kaugummi auf den Gehweg gespuckt hat.

Ein Passant tritt auf dem Gehweg in einen Hundehaufen. Diesmal ist aber nicht die eigene Unachtsamkeit daran schuld, nein, die Schuld hat der Hundehalter, welcher den Haufen nicht entfernt hatte. Das ist völliger Blödsinn, denn der Haufen ist ja nicht unter die Schuhsohle gesprungen, sondern der Passant ist selbst (aktiv) reingetreten. Sicherlich muss man den Hundehaufen aus hygienischen Gründen noch etwas anders gewichten, aber die Szenen sind durchaus vergleichbar und spiegeln wieder, wie die Hundehaltung in der Gesellschaft gesehen wird.

Das aus den Reihen der Hundehalter Verhaltensänderungen längst überfällig sind, steht außer Frage und persönlich setze ich mich sehr dafür ein. Als Hundehalter ist es für mich selbstverständlich, dass ich das Landeshundegesetz beachte oder den Hundehaufen meines Hundes entferne.

Andere Hundehalter davon zu überzeugen, eine gleiche Verhaltensweise an den Tag zu legen, ist jedoch sehr schwierig.

Die Ursachen dafür liegen in den Anfeindungen jener Mitmenschen begründet, welche der Hundehaltung nichts abgewinnen können oder diese sogar als Bedrohung empfinden. Ebenso tragen Hundesteuer und willkürliche Auflagen dazu bei. Der Hundehalter verkümmert zu einer diskriminierten Minderheit in unserer Gesellschaft, welche von Städte und Kommunen finanziell ausgeschlachtet wird!

In solchen Diskussionen erinnere ich mich gerne an einen Ausspruch meiner Oma:

Berg und Tal begegnen sich nie, aber ein Menschen dem Anderen!

Dabei sollte unerheblich sein, ob einer dieser Menschen einen Hund an seiner Seite hat.

27.08.2010
14:03
Höhere Steuer soll Hundeanzahl senken
von tarnkappentraeger | #79

@#64 von S.Effenberger , am 27.08.2010 um 09:48

Sie behaupten:

„Eine Verbindung zwischen der Hundesteuer und den Hinterlassenschaften eines Hundes besteht nicht.“

Mag sein, dass den Zusammenhang nicht jeder sofort erkennen kann oder will. Er lässt sich dennoch leicht herstellen:
Die Entscheidung auch über die Erhöhung der Hundesteuer fällt dann entsprechend, wenn sie mehrheitsfähig ist. Sollte sich eine Minderheit bei der übrigen Bevölkerung derart unbeliebt machen, wie dies Hundehalter (bzw. ein nicht unwesentlicher Teil von ihnen) durch ihr Verhalten schaffen, so wird die Erhöhung der Hundesteuer eher zu einem populären Akt, mit dem sich sogar noch Wählerstimmen einsammeln lassen.

Übrigens sind wir selber Hundehalter, treten ebenfalls häufig in Hundekot (besonders gern beim letzten Hundegang, wenn es bereits dunkel ist), erleben uneinsichtige Hundehalterkollegen und werden gleichfalls die erhöhte Hundesteuer zu berappen haben.

27.08.2010
13:40
Blockierter Kommentar.
von JetztHabenWirIhn | #78

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