Das aktuelle Wetter Essen 9°C
Gesundheit

Grippewelle sorgt in Essen für teils hohe Krankenstände

22.02.2013 | 15:30 Uhr
Grippewelle sorgt in Essen für teils hohe Krankenstände
Die Grippe- und Erkältungswelle sorgt derzeit für hohe Krankenstände und ausgedünnte Schulklassen.Foto: Thomas Nitsche

Essen.   Grippe und Erkältungen sorgen auch in Essen für teils hohe Krankenstände, besonders an Kitas und Schulen. Noch können die meisten Personalausfälle ausgeglichen werden. Gelassen äußern sich sogar die Stadt und die Evag.

Die Gesamtlage ist nicht dramatisch, doch für punktuelle Dramen hat die Grippe- und Erkältungswelle in Essen gesorgt. „Bei uns hat die Grippe ganz schön zugeschlagen“, sagt der Leiter der Gesamtschule Bockmühle, Klaus Prepens. Von 135 Lehrern und Sozialpädagogen waren in der Spitze 22 erkrankt. „Das kann man mit Mehrarbeit der gesunden Kollegen nicht ausgleichen, da fällt auch Unterricht aus.“ Nach kurzer Beruhigung steige der Krankenstand gerade wieder, auch bei den Schülern. „Schulen sind gute Umschlagplätze für Viren .“

Das kann der stellvertretende Leiter der Gesamtschule Holsterhausen, Frank Wittke, nur bestätigen: „In einer Klasse sitzen ja bis zu 30 Viren-Mutterschiffe.“ Theoretisch: Zuletzt habe es auch Klassen gegeben, die durch Erkältungsfälle um ein Drittel verringert waren. Und im 90-köpfigen Kollegium wurden vergangene Woche mehr als ein Dutzend Krankmeldungen gezählt. „Da mussten die anderen Kollegen dann mehr Stunden geben.“ Nun hofft Wittke, dass an seiner Schule das Schlimmste überstanden ist: „Wir sind geheilt.“

„Der gefühlte Krankenstand ist hoch“

Das kann man vom Verein für Kinder- und Jugendarbeit (VKJ) , der in Essen 15 Kitas betreibt, noch nicht sagen. „Die Zahlen für Februar liegen noch nicht vor, doch der gefühlte Krankenstand ist hoch“, sagt VKJ-Pressesprecher Andreas Breyer. Im Januar habe es unter den 192 Mitarbeitern einen Krankenstand von 5,3 Prozent gegeben – im Januar 2012 lag er bei 3,8 Prozent. Aber: Im Februar 2012 schnellte er auf 7,5%, im März lag er bei 7,1%. Es könnte also auch in diesem Jahr noch einmal heftig werden: „Zumal wir viele Frauen beschäftigen, die auch mal wegen der kranken Kinder zu Hause bleiben“, so Breyer. Bislang aber habe man Personalengpässe auffangen können.

Als spürbar, aber zu händeln, bezeichnet Dorothee Renzel-Walter vom Elisabeth-Krankenhaus die Lage: „Unser Stammpersonal hat eine hohe Grundimmunisierung.“ Sprich: So schnell fangen sich Ärzte, Schwestern und Pfleger nichts ein; und so seien alle Stationen ausreichend besetzt. Just die Chirurgen treffe die Grippe: „Derzeit werden geplante Operationen abgesagt, weil Patienten vergrippt sind.“

Betrieb bei Evag und Stadt sichergestellt

Im Uniklinikum liegen derzeit einige Patienten, die nicht bloß einen grippalen Infekt haben, sondern wirklich an der Grippe erkrankt sind oder gar die sogenannte Schweinegrippe haben. Ihre Zahl sei jedoch nicht sehr hoch, die Ausfälle beim Personal überschaubar, heißt es dort.

Gelassen äußern sich Stadt und Evag: Der Betrieb sei trotz Grippe, Husten, Schnupfen, Heiserkeit sichergestellt. Nur die Entsorgungsbetriebe geben keine Auskunft: Ihre Pressesprecherin ist krank.

Christina Wandt



Kommentare
23.02.2013
14:25
Grippewelle sorgt in Essen für teils hohe Krankenstände
von Juelicher | #2

In meiner gesamten Schulzeit während der 60er u. 70er Jahre an Volksschule, Gymnasium sowie Berufsschule habe ich niemals Krankenstände derartigen Ausmaßes erlebt, wie es hier beschrieben wurde. Entweder haben die Menschen heute völlig untrainierte Immunsysteme, weil sie nur noch in Räumen hocken oder - was eher anzunehmen ist - man bleibt im Zweifel einfach mal zu Hause.
Die Medien liefern seit Wochen genug Panikmache, so klingt die Entschuldigung immer glaubwürdig.

23.02.2013
01:04
Grippewelle sorgt in Essen für teils hohe Krankenstände
von boehmann | #1

Das beste Rezept ist Hartz 4. Ich bleib Dabeim , bis der Anfall vorbei ist.

Aus dem Ressort
Razzia in den Problemhäusern an der B 224 in Essen
Schrottimmobilien
Das Einwohnermeldeamt hat eine Häuserzeile an der Gladbecker Straße (B 224) kontrolliert. In den heruntergekommenen Wohnungen leben vorwiegend rumänische Armutsflüchtlinge. Auf dem Hinterhof türmen sich Müllberge. Die Nachbarn verfolgen den Niedergang mit einer Mischung aus Ohnmacht und Wut.
Karstadt-Zentrale in Essen vor massivem Jobabbau
Karstadt
In der Karstadt-Hauptverwaltung in Essen-Bredeney ist offenbar jeder fünfte Arbeitsplatz in Gefahr. Der Betriebsrat wollte sich zu den kursierenden Zahlen nicht äußern. Die Stimmung ist aber nicht nur in der Zentrale gedrückt, auch im Kaufhaus am Limbecker Platz sind die Sorgen weiter groß.
Warum Atze Schröder auch mal ein Mann für eine Nacht ist
Comedy
Premiere für eine Ratgeber-Stunde der unmoralischen Art: Comedian Atze Schröder hat sein neues Bühnenprogramm dem „Richtig fremdgehen“ gewidmet . Das stellte er nun in der Essener Lichtburg vor. Ein Abend zwischen Bravo für Erwachsene und Ballermann ohne Sangria-Eimer.
Vortrag über IS-Terror an der Uni Essen findet doch statt
Hochschule
Die Uni Duisburg-Essen hatte einen Referat-Abend über die Vorgänge in Syrien zunächst verboten. Man fürchte um die Sicherheit der Gäste, hieß es. Nach einem Gespräch mit studentischen Vertretern hat Uni-Rektor Ulrich Radtke jetzt alle Sicherheits-Bedenken ausgeräumt. Ein neuer Termin steht fest.
Penetrante Spendensammler und Infostände verärgern Kunden
Infostände
Werbende Tierschützer oder Parteien und genervte Bürger in der City: Passanten beklagen Anzahl der Stände und hartnäckige Sammler. Vorgaben gibt es durchaus, sagt die Stadt, denn die Anzahl und die Standorte seien genau festgelegt. Musiker etwa sollen alle 30 Minuten weiterziehen.
Umfrage
Die Stadt Essen will Ehrenamtliche mit einer sogenannten Freiwilligenkarte würdigen. Dass die Ehrenamtlichen mit dem Ausweis auch Vergünstigungen - beispielsweise für kulturelle Einrichtungen - erhalten, ist derzeit nicht möglich. Was halten Sie davon?

Die Stadt Essen will Ehrenamtliche mit einer sogenannten Freiwilligenkarte würdigen. Dass die Ehrenamtlichen mit dem Ausweis auch Vergünstigungen - beispielsweise für kulturelle Einrichtungen - erhalten, ist derzeit nicht möglich. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos