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Griff in die Theaterbaukasse als letzter Ausweg

09.09.2010 | 14:29 Uhr
Griff in die Theaterbaukasse als letzter Ausweg
Kultur-Dezernent Andreas Bomheuer. Foto Katrin Bölstler

Essen.Die von der Kommunalaufsicht verlangte Kompensation zusätzlicher Museumskosten scheint sicher – auch ohne die freie Kulturszene zu schröpfen. So sollen 275.000 Euro aus der Theater-Baugesellschaft (TBE) kommen.

Zu Beginn des letzten Quartals 2010 noch mal eben 575.000 Euro im Kulturetat locker zu machen – wenn das denn eine „sehr sportliche Aufgabe“ war, wie OB Reinhard Paß noch vor ein paar Tagen formulierte, dann gibt’s für den städtischen Kulturchef jetzt wohl das große Sportabzeichen in Gold. Denn Kulturdezernent Andreas Bomheuer ist es gelungen, die zusätzlichen Aufwendungen aufzufangen, ohne die eh schon gebeutelte freie Szene weiter schröpfen zu müssen.

So sollen immerhin 275.000 Euro aus dem Etat der gemeinnützigen Theater-Baugesellschaft Essen (TBE) kommen, 50.000 Euro steuert das Museum Folkwang selbst bei, und 250.000 Euro kommen aus dem Etat der Theater und Philharmonie GmbH, die ihre vergangene Spielzeit wirtschaftlich erfolgreicher abschließen konnte als gedacht. Auch für das kommende Jahr ist die von der Düsseldorfer Kommunalaufsicht verlangte Kompensation über knapp 422.000 Euro schon sichergestellt: Die TBE übernimmt den Betrag komplett.

Segen der Bezirksregierung noch ungewiss

Kulturdezernent Bomheuer freute sich gestern über „dieses Zeichen der Solidarität“, denn ohne die zugesagten Beträge „hätten wir keine andere Wahl gehabt, als den Betrag der freien Kulturszene oder aus der kulturellen Grundversorgung zu nehmen“. Für diesen Fall hatte die Linke schon ins Feld geführt, dass die freie Szene mit ihrem ohnehin mageren Etat „kein Steinbruch“ sei, „aus dem sich der Unterhalt des ,Kulturtempels’ Museum Folkwang nach Gutdünken realisieren lässt“.

Es sei nur folgerichtig , dass die Mehrkosten für die Gebäudebewirtschaftung des „schönsten Museums der Welt“ aus dem Bereich der Immobilienverwaltung kompensiert würden. In der Tat gesteht auch Bomheuer zu, dass der Mehraufwand im Wesentlichen aus der Größe des Museum resultieren. Ob auch die Bezirksregierung in Düsseldorf ihren Segen zu diesem Notgriff in die Theaterbaukasse gibt, muss sich aber noch erweisen.

Wolfgang Kintscher

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Kommentare
10.09.2010
09:51
Griff in die Theaterbaukasse als letzter Ausweg
von Michael-Neuhaus | #1

Das eine Lösung zur Finanzierung des Kulturetats für dieses und das kommende Jahr gefunden wurde, kann man nur begrüßen. Aber auch über 2011 hinaus muss die Finanzierung der Kulturausgaben gesichert sein, damit auch die Freie Szene zuversichtlich in die Zukunft schauen kann. Daher ist es notwendig, dass das vom Rat der Stadt Essen bereits im letzten Jahr in Auftrag gegebene Gutachten der Märkischen Revision über die TuP endlich vorgelegt wird.

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