Essen im Streit mit Agentur um die Job-Center
03.08.2010 | 19:16 Uhr 2010-08-03T19:16:00+0200
Essen.Die Stadt liegt mit der Bundesagentur für Arbeit im Clinch um die Job-Center. Oberbürgermeister Reinhard Paß und Sozialdezernent Peter Renzel weisen die Vorwürfe zurück, Essen wolle bewährte Strukturen zerschlagen.
Nein, er will kein Öl ins Feuer gießen. Aber wehren, unberechtigte Vorwürfe zurückweisen, das möchte Essens Sozialdezernent Peter Renzel schon. Die Stadt liegt mit der Bundesagentur für Arbeit im Clinch um die Job-Center. Essen will die rund 80.000 Menschen, die zwischen Karnap und Kettwig von Hartz IV leben, als eine von bundesweit 42 Optionskommunen in Eigenregie betreuen. Die Stadt könnte ab 2012 über rund 81 Millionen Euro an Eingliederungshilfen, über einen Personalhaushalt für über 700 Mitarbeiter von etwa 45 Millionen Euro und über rund 190 Millionen Euro an Heiz- und Mietkosten allein verfügen. Dagegen wehrt sich die Agentur, die an der Arbeitsgemeinschaft mit der Stadt festhalten will. Es geht nicht nur um viel Geld, es geht auch um die Frage, wer die Arbeitsmarktpolitik in Essen bestimmt.
Jetzt haben sich Sozialdezernent Peter Renzel und Oberbürgermeister Reinhard Paß in einem Antwortschreiben an die Agentur, die Ratsfraktionen, die am Essener Konsens beteiligten Organisationen (u.a. IHK, DGB, Kreishandwerker) gegen die zum Teil geharnischten Vorwürfe der Agentur gewehrt. Vor allem die Kritik von Johannes Pfeiffer, dem Geschäftsführer der Düsseldorfer NRW-Regionalagentur, die Stadt zerschlage bewährte Strukturen, weisen Renzel und Paß entschieden zurück: „Wir werden die Arbeit mit der gleichen Personal- und Finanzausstattung fortführen.“ Überhaupt nicht nachvollziehbar sei, dass Pfeiffer die Kostenkalkulation der Stadt Essen mit „pauschalen Behauptungen“ in Frage stelle. Während Essen das finanzielle Engagement für die Übernahme mit rund 2,4 Millionen Euro beziffert, nennt Johannes Pfeiffer hier Kosten von rund 6,3 Millionen Euro: „Einen vom Städtetag global geschätzten Wert mit einem genau kalkulierten Aufwand einer Kommune zu verwechslen, geht an der Realität vorbei.“
Nicht gewachsen
Eine Großstadt wie Essen könne Risiken, die sich mit Haftungsfragen ergeben, sehr wohl einschätzen. Und weiter heißt es in deutlichem Ton: „Die Bundesagentur will durch bundesweite Vorgaben die Interessen der langzeitarbeitslosen Bürger und die Gegebenheiten eines lokalen Essener Arbeitsmarktes richtig treffen. Die Erfahrung zeigt, dass die Bundesagentur den Essener Anforderungen nicht gewachsen ist.“
„Eigenartig“, „nicht nachvollziehbar“, „von Eigeninteressen geleitet“ – entschieden weisen OB Paß und Sozialdezernent Renzel in ihrem Schreiben die Vorwürfe der Bundesagentur zurück. Als störend werden von der Stadt die immer wieder formulierten Arbeitsvorgaben aus Nürnberg empfunden. „Es ist nicht irgendeine Not, die uns bewogen hat, dem Stadtrat die Empfehlung als Optionskommune zu geben. Es ist vielmehr die eindeutige Erkenntnis, dass wir die Besonderheiten unserer Region und damit verbunden auch die des hiesigen Arbeitsmarktes noch besser in den Griff bekommen.“ Und: „Die Chancen, die mit der Übernahme der alleinigen Verantwortung verbunden sind, haben eindeutig die Risiken überwogen.“ Hintergrund ist auch, dass bei Optionskommunen der Stadtrat deutlich Einfluss auf die lokale Arbeitsmarktpolitik nehmen kann.
Keine neuen Strukturen
Ebenso stellen Renzel und Paß klar: „Wir werden keine neuen Strukturen schaffen, das gute und erfahrene Personal – rund 300 Mitarbeiter – wechselt zur Stadt und wird weiter beschäftigt, alle Job-Center bleiben erhalten. Für den Kunden ändert sich nichts.“ Auf die funktionierende Partnerschaft mit der Agentur am Berliner Platz lege man trotz des aktuellen Streites viel Wert. OB und Dezernent betonen in ihrem Schreiben auch die gute Zusammenarbeit mit dem Essener Konsens. Konsens-Partner hatten ebenfalls mit Kritik auf die Entscheidung der Stadt reagiert.
Positiv hat der Personalrat den Antrag als Optionskommune aufgenommen, gestern Vormittag stimmten die Mitarbeiter-Vertreter für die Pläne. Paß und Renzel gehen nach Gesprächen mit den Fraktionen davon aus, dass sie in der September-Ratssitzung die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit erhalten, um den Antrag stellen zu können.
10:01
Herr Paß in Ihrer Stadt stinkt es !!!!
.
.
22:55
Wenn ich zu dem Kreis der Anspruchsteller gehören würde, so hätte ich wahrscheinlich keine ruhige Nacht mehr. Unsere Stadtverwaltung hat absolut in keinerlei Sachfragen und Erledigungen den Durchblick.Woher denn auch,gutes junges Personal wird abgebaut, die älteren halten den Druck von OBEN nicht aus und feiern krank .! Und der Rest kümmert sich - UNGESCHULT- um
ARBEITSLOSE. Einfach mehr als KLASSE. oder SCHEI....
21:37
@Bogdan. So falsch liegt Oppa doch gar nicht. Er hat nur noch nicht für sich selbst umgesetzt, was #9 von Büsow am Ende schreibt: Träume sind Schäume.
20:06
Oppa wieviel zahlt dir der OB für deine Lügengeschichte?
18:25
Optionskommune !!!!
Alle die hier schreiben haben keine ahnung worum es geht und wo die ganzen vorteile liegen ! aber nun werden sie hoffentlich auf dauer überzeugt, die Agentur macht eh nur murks und durch die zentralistische wasserkopfbehörde werden die essener mitarbeiter an ihrer wirklichen aufgabe gehindert, nämlich die essener alle in arbeit zu bringen damit es mit der stadt wieder aufwärts geht !
17:43
In Oberhausen arge ist das noch schlimmer
die behandel wie der letzte dreck gegenüber
der bürger dort werden die massiv unter druck
gesetz wegen ein euro job anzunehmen
der bürger selbst fühlen sich verletzt
durch diese druckmittel der arge
was die mit uns vorhaben sind keine besserung
am arbeitsmarkt sie betrügen uns alle
dafür sage ich ein euro job muss weg
sie verstösst gegen menschenrecht verletzung
eine besser bezahlte jobs sind besser als
ein euro job wo leben wir denn in billigland
14:14
Das Stadion kriegt er nicht auf die Reihe, das Schwimmbadproblem hat er verschlimmert. Er kriegt den Hals nicht voll und tritt ins nächste Fettnäpfchen.
Kann er überhaupt war?? ja die städtischen Steuern und Gebühren erhöhen. Aber das kann jeder ohne grosse Fachkenntnis.
Hoffentlich haut die Bundesagentur ihm was um die Löffel zum Wohl der Arbeitslosen.
14:03
Millionen liegen mit den Argen (was für ein Wort) im Streit. Jetzt eben der Bürgermeister von Essen.
12:01
Als wenn wir keine wichtigeren Probleme hätten.
Was klappt denn in unserer Stadt noch mit unseren Qualitätskräften der SPD.
Das eine Stellenvermittlung nur im gemeinsam gesamten Ruhrpott Sinn macht steht doch ausser Frage.
Aber so mit 300 eigenen Pöstchen kann man die Parteifreunde in der Stadtverwaltung auf den gehobenen Pöstchen noch höher hieven weil sie ja dann mehr Mitarbeiter unter sich haben.
Und der Jobsuchende darf sich dann außerhalb von Essen selbst bemühen weil die Essener Arbeitsvermittler nicht über den eigenen Tellerrand schauen.
Es wird immer beschissener in unserer Stadt dank Paß und Co.
11:03
Es war ja voraus zu sehen, das Herr Paß statt Schulden ab zu bauen, er sich um Sachen kümmert, die nun wahrlich nicht in erster Linie zu seinen Aufgaben gehören. Aber vielleicht doch? Vielleicht hat er ja im Hinterkopf dann all diese Leute als Stadtreiniger, Gartenpfleger usw. einzusetzen. Natürlich umsonst, spart doch der Stadt viel Geld.