Essen hat 2007 „Glück gehabt“
25.07.2010 | 19:50 Uhr 2010-07-25T19:50:00+0200
Essen.Stadtdirektor Christian Hülsmann war 2007 Leiter des Krisenstabs bei der Loveparade in Essen. Nach dem Unglück in Duisburg blickt er zurück auf das Spektakel vor drei Jahren: „Wir haben damals Glück gehabt“, sagt Hülsmann.
Die Nachricht von der Duisburger Katastrophe erreichte Christian Hülsmann am letzten Tag seines Urlaubs in Süd-Tirol: Vor drei Jahren war er als Stadtdirektor einer der Hauptorganisatoren und Leiter des Krisenstabs bei der Loveparade, die am 25. August 2007 durch Essen zog. „Wir haben damals Glück gehabt“ – so Hülsmann im Gespräch mit der NRZ. Bis auf wenige Zwischenfälle verlief das Techno-Spektakel damals problemlos. Das lag nach Hülsmanns Einschätzung auch an der Streckenführung durch die Innenstadt.
Freiraum für den Notfall
Schlaflose Nächte hatten sie im Vorfeld alle. Nach ihrem Umzug von Berlin ins Ruhrgebiet zog die Loveparade am 25. August 2007 durch Essen, und die vor Ort Verantwortlichen konnten nur ahnen, was da auf sie zukommt. 2007 ging alles gut, aus Sicht von Stadtdirektor Christian Hülsmann vor allem eine Folge der besseren räumlichen Voraussetzungen. Der damalige Leiter des Loveparade-Krisenstabs im NRZ-Gespräch: „Die Duisburger Situation kann und will ich nicht beurteilen, aber wir haben 2007 ganz besonders darauf geachtet, dass es entlang der Zugstrecke und auf dem Gelände der Abschlusskundgebung ausreichende Freiräume gab.“ So wurde darauf verzichtet, den Gildehof-Tunnel mit einzubeziehen. Vom Berliner Platz, der damals eine unbebaute Brache war, gab es Ausweichmöglichkeiten in fast jede Richtung, „Panik-Türen“ nennt Hülsmann diese Fluchtwege.
Den Organisatoren sei bei der Vorbereitung klar geworden, dass sich die Loveparade nicht mit anderen Großveranstaltungen vergleichen lasse. Hülsmann: „Bei einem Fußballspiel kommen die Menschen mehr oder weniger zum gleichen Zeitpunkt und verlassen auch gleichzeitig den Ort des Geschehens. Bei der Loveparade ist es ein ständiges Kommen und Gehen. Das macht die Lage problematisch.“ Neuralgischer Punkt beim dem Techno-Spektakel 2007, zu dem nach Veranstalterangaben rund eine Million Menschen kamen, war deshalb nach Hülsmanns Einschätzung weniger der Berliner Platz als der Hauptbahnhof und der Limbecker Platz. Auf dem wurde damals gerade das neue Einkaufszentrum errichtet. Der Stadtdirektor: „Wir hatten große Angst, dass Teilnehmer auf einen der zahlreichen Kräne klettern könnten. Aber auch da hatten wir Glück.“
20:28
@ #13 xyleser1000
Weder noch. Jeder, der eine Veranstaltung organisiert, bei der es weniger Ein-/Ausgänge gibt, als im Panikfall erforderlich sind, ist auf genau dieses Glück angewiesen. Das gilt genauso für ein Tokio Hotel-Konzert in der Stadthalle Wuppertal oder die Rhein-Kirmes in Düsseldorf wie eben auch für die Loveparade.
Man kann als Veranstalter aber Dinge beachten, um eine größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten - hundertprozentige Sicherheit gibt es bei solchen Veranstaltungen nicht.
Ich selber war in Berlin (mehrfach) und in Essen, nicht in Dortmund und Duisburg. Bei allen besuchten Events war es voll, aber nie so voll, dass ich Angst bekommen hätte - nicht mal im McDonalds am Bahnhof Zoo. Ehrlich gesagt, fühlte ich mich sogar sicher in der (nicht erdrückenden) Masse.
18:07
Der Umkehrschluss der Aussage des Herrn Hülsmann wäre dann, er hat als Verantwortlicher auf Glück gebaut und nicht nach eindeutigen Vorschriften gehandelt.
Ein starkes Stück. Oder ist er seinen Parteifreunden in Duisburg behilflich?
13:20
Ich war 2007 ebenfalls in Essen, mein Vorteil war allerdings, dass ich mich in dieser Stadt wie auch in Dortmund auskenne. So kann man der Masse entkommen. In Essen habe ich auch ortsfremde Besucher vom Hauptbahnhof zum Berliner Platz geführt weil diese nicht mit dem Festzug zur Abschlußkundgebung gehen wollten. Ebenso hab ich den Besuchern dann erklärt, wie sie am schnellsten zurück zu Bahnhof gelangen konnten ohne mit dem Strom zu ziehen.
Klar war es voll, da kann es nur von Vorteil sein wenn man dann Kenntnisse über die Stadt hat.
13:00
Ich war damals in Essen. Und ja ich hatte damals Angst. Da war auch ein Mordsgedränge. Wäre da eine Panik ausgebrochen, wäre es nicht anders gewesen in den Häuserschluchten. Wirklich entspannt war es nur in Dortmund. die B1 konnte das locker wegstecken.....
12:47
Ich denke mal, die Situationen in Essen und Dortmund hatten nichts mit Glück zu tun sondern man war vom Platzangebot, entgegen aller Kritik, besser aufgestellt als jetzt in Duisburg.
Vor allem hatten damals die Planer ihre Hausaufgaben gemacht und an alle Eventualitäten gedacht. Wenn in Essen eine Großbaustelle im Weg war, konnte man trotzdem ausweichen. Nicht anders war es auch in Dortmund....die B1 bot genügend Ausweichmöglichkeiten von daher bieten sich solche Plätze für Großveranstaltungen gut an. Abgesehen von den Verkehrsbehinderungen auf der B1 und in der Dortmunder Innenstadt aber solch eine Veranstaltung feiert man nicht jede Woche von daher denke ich, kann man es mal verkraften.
12:10
Zur Aussage von Stadtdirektor Christian Hülsmann, Wir haben damals Glück gehabt.
Ich gebe zu, eine solch` offene Aussage habe ich H. Hülsmann persönlich nicht zugetraut.
Chapeau in diesem Fall, H. Hülsmann.
11:49
#1
auf der a40 die love parade :D ich meine, es wa ja schon beim stilleben mega voll...wo soolen denn da bitte ausweichmöglichkeiten sein? nur die auf- und abfahrten sind ja wohl kaum ausreichend vor allem mit den leitplanken in der mitte...also, das wäre auch nicht sicher!
11:18
irgendwann mußte das schief laufen.
11:06
Was heißt Glück gehabt? Die Parade in Essen war besser organisiert und die Massen verteilten sich über die ganze Innenstadt. Das Hauptproblem in Duisburg war eben, das Paradestrecke und Abschlusskundgebung an einem Platz statt fanden und die vielen Menschen kaum Ausweichsmöglichkeiten hatten.
10:04
was ist denn eine drag parade?xD