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Entscheidung über Zukunft der A-40-Blitzer in Essen fällt im März

30.12.2012 | 12:49 Uhr
Entscheidung über Zukunft der A-40-Blitzer in Essen fällt im März
Foto: Ulrich von Born

Essen.   Die A 40-Radargeräte zwischen Essen und Gelsenkirchen bleiben auch nach dem Jahreswechsel außer Betrieb. Die Entscheidung über ihre Zukunft fällt im März. Im Essener Rathaus jedenfalls sind die Hoffnungen auf eine Weiterbeschäftigung der grauen Geldeintreiber äußerst gebremst.

Die Blitzer haben Ruh’ – vielleicht für immer. Die umstrittenen Radarkameras auf der A 40 zwischen Essen und Gelsenkirchen bleiben auch nach dem Jahreswechsel erst einmal abgedeckt und damit außer Betrieb. Anstatt pflichtschuldigst Verkehrssünder zu überführen, blicken die Geräte seit Wochen nahezu tatenlos durch Plastiktüten, die man ihnen Anfang Oktober überstülpte – und in eine unsichere Zukunft.

Nachdem die Kisten mit Guckloch das Verkehrsgeschehen seit Monaten nur noch im Hintergrund protokollierten, ohne dass zu schnelle Autofahrer zur Kasse gebeten worden wären (die NRZ berichtete), startet die Bezirksregierung nun die zweite Phase ihrer Entscheidungsfindung: ob die Strecke nach dem dreispurigen Ausbau immer noch ein Brennpunkt nach den Kriterien der Autobahnunfall-Kommission und überwachungswürdig ist oder nicht. Damit läuft jetzt der Abspann für die Kameras, und schon bald fällt womöglich die letzte Klappe – hinter Kray oder vor Kray ist dabei nur noch eine Frage der Blickrichtung.

Gebremste Hoffnungen

Die seit Oktober im Beobachter-Zustand erfassten Daten werden in den ersten Wochen des neuen Jahres ausgewertet, berichtete eine Sprecherin der Bezirksregierung jetzt auf NRZ-Anfrage. Voraussichtlich Ende März stehe dann die endgültige Entscheidung auf der Tagesordnung der Unfallkommission des Landes, ob die Anlage wieder scharf- oder endgültig abgeschaltet wird.

Für die Verkehrsexperten gilt es dabei schlicht zu überprüfen, ob auch nach dem dreispurigen Ausbau weiterhin viele Unfälle passieren. Was – bislang zumindest gefühlt, aber noch nicht belegt – wohl kaum der Fall sein dürfte. Bestätigen die Zahlen diese Vermutung, bliebe eine wichtige rechtliche Voraussetzung unwiederbringlich auf der Strecke: Radarkameras an Autobahnen dürfen in kommunaler Regie nur dann betrieben werden, wenn dort tatsächlich überdurchschnittlich viele Crashs passieren.

Im Rathaus jedenfalls sind die Hoffnungen auf eine Weiterbeschäftigung der grauen Geldeintreiber schon deutlich vor der Entscheidung in Düsseldorf äußerst gebremst. Deutliches Indiz dafür: Schon jetzt macht man sich eifrig Gedanken darüber, wie die künftig womöglich fehlenden durchschnittlich 870.000 als einst so sichere Jahres-Einnahme einkalkulierten Euro künftig kompensiert werden könnten. Bislang mussten von der Summe alle zwölf Monate allenfalls läppische 10.000 Euro Wartungskosten abgezogen werden.

Im Rückspiegel betrachtet, wird eh einiges klar: Über Jahre verdiente die Stadt recht gut an der nicht auszubremsenden Dummheit mancher Autofahrer. Tag für Tag rasten Hunderte in die Falle. Die mit Abstand meisten Temposünder wurden dabei in Fahrtrichtung Gelsenkirchen erwischt: über 200 waren es jeden Tag. Eine Zahl, die selbst noch im sechsten Jahr der Kameraüberwachung überraschend konstant blieb.

Zur Erinnerung: Seit Oktober 2001 blitzt die Stadt in der Buderuskurve der A 40, im Juli 2006 wurden dann die Kameras zwischen den Ausfahrten Kray und Gelsenkirchen scharf gestellt. Die 360.000 Euro einmalige Anschaffungskosten spielten die Geräte sozusagen in null komma nix wieder ein. Mehr noch: In den sechs Jahren ununterbrochenen Betriebs wurde ein durchaus beachtliches Sümmchen eingefahren. Der Reingewinn aus dem endlichen Überwachungsfilm „A 40 bei Tag und bei Nacht“ dürfte sich nach Abzug aller Produktionskosten auf runde 4,8 Millionen Euro für die Stadt belaufen.

Jörg Maibaum



Kommentare
31.12.2012
13:35
Entscheidung über Zukunft der A-40-Blitzer in Essen fällt im März
von Matthias1995 | #5

Kann es hier mal eine sachliche Diskussion geben? Scheinbar nicht, denn immer meint jemand gerne auf jemanden gezielt loszugehen.

Auch wenn die Verwendung des Wortes "dumm" nicht ganz gerechtfertigt ist, ist es dennoch kein Grund, so beleidigend auf den Autor loszugehen. Sein Sie doch froh, dass Ihnen diese Zahlen überhaupt genannt werden, denn dieser Zeitung wurde doch schon oftmals vorgeworfen, dass sie schlecht recherchieren würde.

Nun gibt es mehr Informationen und sucht sich solch einen unnötigen pingeligen Grund? Es gibt weitaus wichtigeres.

Und wer damit Probleme hat Temposchilder zu lesen, sollte mal gefälligst sein Auto abmelden. Denn was ist die Ursache, warum durch sowas Geld verdient werden kann? Die Ursache liegt schlicht und einfach daran, dass sich viele nicht an vorgeschriebene Geschwindigkeit halten wollen. Würde sich jeder an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, gäbe es weniger Unfälle, die Städte und Gemeinden würden mit ihren Blitzern nur Verluste machen etc.

30.12.2012
22:03
Entscheidung über Zukunft der A-40-Blitzer in Essen fällt im März
von zool | #4

Lieber Herr Maibaum,
nicht alle Autofahrer, die mal geblitzt wurden, sind dumme Menschen. Sollte es doch so sein, werden wir sicherlich auch in Ihrer Familie dumme Menschen finden. Sie selbst wurden wahrscheinlich noch nie geblitzt.

30.12.2012
19:01
870.000 Euro.
von eimerweise | #3

Polizisten werden als Wegelagerer mißbraucht.
Autofahrer werden vom Verkehrsgeschehen abgelenkt.
Andernorts werden Menschen verletzt, weil dort niemand kontrolliert.
Es "rechnet sich nicht".
http://youtu.be/ysKIesnoY8k

30.12.2012
17:41
Aha
von Lally | #2

Da sieht man mal, das es der Stadt nur um die Einnahmen und nicht um die Sicherung eines "Unfallschwerpunktes" geht. Anders kann ich die Enttäuschung der Stadt über die evtl. bevorstehende Abschaltung nicht deuten.

Aber trotzedem: Selber schuld, wenn man sich dort blitzen lässt!


30.12.2012
14:38
Entscheidung über Zukunft der A 40-Blitzer in Essen fällt im März
von nocheindirk | #1

Bei der ganzen Diskussion würde mich doch mal interessieren ob die Unfallzahlen an den Blitzern zurück gegangen ist oder gar gestiegen. Wie oft ich Deppen gesehen habe die erstmal eine Vollbremsung vor den Kästen hingelegt haben um dann mit 60 km/H, auch wenn zum Beispiel 100 erlaubt waren, geht auf keine Kuhhaut. Und soviel ich weiß haben die Dinger nur selten richtig funktioniert. Warum mitten in der Nacht zum Beispiel dor nur 60 oder 80 km/h erlaubt waren habe ich nie verstanden.

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