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Eine „tragikomische Lachnummer“ im Stadtarchiv

24.01.2011 | 19:18 Uhr
Eine „tragikomische Lachnummer“ im Stadtarchiv
Foto: Dennis Straßmeier

Essen.Die Eröffnung der Dauerausstellung zur Essener Geschichte ist erneut verschoben worden. Hintergrund sind anhaltende Personalprobleme. Die Reaktionen aus den Reihen von SPD und Linken fallen heftig aus.

Die Dauerausstellung zur Essener Geschichte im 20. Jahrhundert bleibt im Stadtarchiv weiterhin Verschlusssache – und deswegen ein Dauerbrenner in der Kulturpolitik. Nachdem nun durchsickert ist, dass wegen anhaltender Personalprobleme auch der verwaltungsintern ins Auge gefasste Termin 30. Januar nicht gehalten werden kann, ist man im linken Parteispektrum der Kulturpolitik angesäuert. Die Fraktion der Linken hat deshalb das Thema auf die Tagesordnung der morgigen Ratssitzung setzen lassen.

Quadratur des Kreises

Der Antrag der Linken, der nach NRZ-Informationen von der SPD mitgetragen wird, fordert die Dauerausstellung „umgehend interessierten Besuchern zugänglich zu machen“. Weitere „zeitraubende Prüfungen, die Zugänglichkeit der Ausstellung allein mit ehrenamtlichen Kräfte zu gewährleisten“, sollten nun eingestellt werden.

Die Reaktionen aus den Reihen von SPD und Linken fallen deshalb so heftig aus, weil sie erst im Dezember im Kulturausschuss mit einem Antrag am Viererbündnis aus CDU, Grüne, FDP und EBB scheiterten. Darin sollte die Verwaltung aufgefordert werden zu prüfen, ob sich nicht aus anderen Kultursparten Personal in das städtische Archiv versetzen ließe. Das Viererbündnis setzt hingegen auf eine Lösung mit ehrenamtlichen Helfern und sieht den Kulturdezernenten Andreas Bomheuer am Zug. Doch der muss laut Sparbeschlüssen der Stadt 38 Stellen abbauen, erkennt auch nicht, wo er Personal abziehen könnte. „Bei mir ist kein Bereich überbesetzt. Wer behauptet, es ließe sich hier oder da jemand abziehen, der soll mich anrufen und mir sagen wo“, sagt Bomheuer auf Anfrage dieser Zeitung. Und: „Wir arbeiten unbeirrt weiter an einem neuen Konzept.“

Geschichte hautnah

Das wird nicht leicht. Zumal es beim Personalrat der Stadtverwaltung heißt, man werde keine Lösung mit ehrenamtlichen Helfern mittragen.

Im Hintergrund brodeln Gerüchte um einen dritten Lösungsweg. Über eine Aufstockung der Sachmittel im Haus der Geschichte, ließe sich das Gebäudemanagement in eine städtische Gesellschaft auslagern, womit Ressourcen fürs Personal frei würden. Es wäre das, was man gemeinhin eine Quadratur des Kreises nennt.

Die erneute Verschiebung der Eröffnung der Dauerausstellung ist jedenfalls laut dem kulturpolitischen Sprecher der Linken, Hans Peter Leymann-Kurtz, nichts weiter als „eine tragikomische Lachnummer“.

 

Nikolaos Georgakis

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Kommentare
25.01.2011
12:36
Eine „tragikomische Lachnummer“ im Stadtarchiv
von trickflyer | #1

wo vollpfosten agieren, verkommt so ziemlich alles hier in essen zur lachnummer.

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