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Special Olympics

Drei Essener Judoka kämpfen in Athen

22.06.2011 | 19:14 Uhr
Drei Essener Judoka kämpfen in Athen
Das Team von Getrude Feldhaus tritt bei den "Special Olympics" an. Foto: Uwe Möller

Essen.Bei den internationalen „Special Olympics“ geht ein Trio der Lebenshilfe Essen für Deutschland an den Start. Regeln des Sportes vermitteln Disziplin.

„Werdet Ihr heute noch mal fertig?“, ruft Gertrude Feldhaus ihren Schützlingen zu. Letztere sollen eigentlich die Matten aus dem Geräteraum holen, damit sie das „Dojo“, die Übungsfläche, aufbauen. Stattdessen plaudern sie lieber und freuen sich, sich wiederzusehen. Doch die Ordnung kommt wie von selbst. Steht einmal das Dojo, landen die Badeschlappen fein säuberlich am Rand aufgereiht. Der farbige Gürtel des weißen Anzugs, der über den Ausbildungsgrad Auskunft gibt, wird zurecht gerückt. Alle kommen zusammen, ein kurzes Nicken. Es herrscht Ruhe.

"Nicht jeder macht Judo, es ist was besonderes"

Diese Konzentration benötigen sie auch ab Samstag bei den „Special Olympics“ – den Sommerspielen für Menschen mit geistiger Behinderung. Mit Julia Zimmermann, Anke Peter und Nina Jaromin kommen drei von fünf weiblichen Judoka der deutschen Nationalmannschaft aus Essen. Sie trainieren bei der Lebenshilfe.

Julia Zimmermann, Anke Peter und Nina Jeromin. Foto: Uwe Möller

„Nicht jeder macht Judo, es ist was Besonderes“, sagt Feldhaus, die zusammen mit Birgit Carsten die Judo-Abteilung der Essener Lebenshilfe leitet. Für die Jungen und Mädchen mit geistiger Behinderung seien die Regeln und die Etikette des Sports wichtiger Bestandteil. „Manche Eltern melden ihre Kindern bei uns wegen der Disziplin an, die sie hier vermittelt bekommen“, erklärt sie und betont: „Wir sind integrativ. Nichtbehinderte sind bei uns auch willkommen.“

Special Olympics
Akzeptanz fördern

Alle vier Jahre steigt das weltweit größte Sportereignis für Menschen mit geistiger Behinderung oder Mehrfachbehinderung. Es ist vom Internationalen Olympischen Komitee offiziell anerkannt. Die Teilnehmer qualifizieren sich über nationale Ausscheidungswettbewerbe. Der Gedanke dahinter ist mittels Sport die Akzeptanz von Geistigbehinderten in der Gesellschaft zu fördern. Sie sind nicht zu verwechseln mit den „Paralympics“, bei denen sich Athleten mit körperlichem Handicap messen.

In Essen ist Judo auch Schulsportart an den Förderschulen. Bei der Lebenshilfe Essen wird es seit 1989 angeboten. Ansprechpartnerin ist Gertrude Feldhaus:  71 71 42.

Wurfeindrehung und Fallübungen

Zum Warm machen starten die Teilnehmer mit Wurfeindrehungen namens „utchikomis“. Danach sind es Fallübungen. „Davor darf man keine Angst haben“, sagt die 59-Jährige. Bei Wettbewerben für Geistigbehinderte werde im Stand und auf dem Boden gekämpft. Letzteres sei für Menschen mit Gleichgewichtsstörungen. Seit 1989 kümmert sich Feldhaus um die Abteilung und musste anfangs auch ihre eigenen Vorstellungen überdenken: „Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass geistig Behinderte Wettkämpfe bestreiten.“

Eines besseren belehren sie in dieser Hinsicht ihre drei Schützlinge, die für Deutschland bei den „Special Olympics“ starten. Und was ist für das Trio drin in Athen? „Gewinnen? Das will ich schon“, sagt Anke Peter (38) lachend. Für Nina Jeromin ist die Teilnahme keine Premiere: „Ich hab 2007 in Shanghai Bronze gewonnen.“ Sie freut sich auf das Treffen mit anderen Sportler. „Alle hoffen, dass wir mit Medaillen wiederkommen“, erzählt die 21-jährige Julia Zimmermann aus Burgaltendorf. „Sonst müsst ihr nach Hause laufen“, ruft scherzhaft eine Kameradin im Hintergrund. Eine klare Ansage.

Tim Walther

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